Mittwoch, 23.10.2019

|

"Das war kein Streich": Fieser Giftanschlag im Hühnerstall

Die Polizei ermittelt: Rosafarbene Kügelchen entpuppten sich als Rattengift - 24.04.2019 10:02 Uhr

Zufrieden picken die Hühner auf dem Grundstück von Familie Pogan in Hiltpoltstein. Doch die Eier der Hühner will die Familie im Moment nicht essen. © Roland-Gilbert Huber-Altjohann


Passiert ist das Ganze am Mittwoch, 17. April. Wie jeden Abend war Bernhard Pogan zu seinen Hühnern gegangen. Hobbymäßig hält er zwölf Stück. Und das schon seit Jahren, wie seine Frau erklärt.

Am Abend wollte er die Tiere füttern und die Wiese, auf der sie tagsüber unterwegs waren, säubern. Dort steht auch eine Scheune. Unterhalb eines Fensters dieser Scheune erblickte er rosafarbene, kleine Kügelchen. Sein Verdacht: Rattengift.

Sofort wendete sich das Ehepaar an den örtlichen Futterhandel — und erhielt die Bestätigung. "Daraufhin sind wir nach Ebermannstadt zum Veterinäramt des Landratsamtes und zur Polizei gefahren", erzählt Doris Pogan. Der Polizeibeamte sei sehr nett gewesen, habe alles aufgenommen, konnte aber zunächst nicht weiterhelfen.

Ein Ermittlungsverfahren wurde eingeleitet. Die Polizei bestätigt auf Nachfrage der Nordbayerischen Nachrichten: "Es war Giftweizen, allgemein als Rattengift bekannt."

Bernhard Pogan zeigt die rosafarbenen Gift-Kügelchen. Dass ein Unbekannter versucht hat, die Tiere mit Rattengift zu töten, erschüttert die Familie. © Roland-Gilbert Huber-Altjohann


Die Hiltpoltsteiner Hühnerhalter sind betroffen: "Es ist ja nicht so, dass jemand das Gift über den Zaun geschmissen hat, die Scheune ist nicht öffentlich zugänglich, das war kein Streich", sagt Doris Pogan. Doch warum macht jemand so etwas? War es das erste Mal? Folgen weitere Versuche, den Hühnern zu schaden? Diese Fragen gehen dem Ehepaar im Kopf herum.

Momentan gehe es den Hühnern gut, sagt Doris Pogan. Doch keiner weiß, ob und wenn ja, wie viel Gift sie gefressen haben. Ebenso ratlos ist das Paar, was die Eier betrifft. "Erst einmal haben wir die Eier weggeschmissen", erklärt die Hiltpoltsteinerin. Doch müssten sie das auch in der Zukunft tun?

Fachlicher Rat aus München

Bei einem Toxikologen der Uni München haben sich die Pogans Rat geholt. Und der Professor des Instituts für Pharmakologie, Toxikologie und Pharmazie kann ein wenig Mut machen und beruhigen, erzählt Doris Pogan am Dienstag nach Ostern. Man könne davon ausgehen, dass es wohl keine bedenkliche Dosierung des Gifts gewesen sei. "Doch das mindert nicht die Tat", so Doris Pogan, die immer noch geschockt ist. "Wir sind verunsichert, ratlos und hilflos", erklärt sie und hofft, dass die Polizei etwas herausbekommen kann und es sich um einen einmaligen Vorfall handelt.

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Hiltpoltstein