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Blockhelden strecken Fühler nach Magnesia-Halle aus

Forchheimer Geschäftsgründer Waasner bestätigt Verhandlungen - 11.02.2019 20:00 Uhr

Das Interesse unter Freizeit-Kletterern verschiebt sich in Richtung Bouldern. Das wirkt sich auf die Geschäfte der vor 15 Jahren eröffneten Magnesia-Halle aus. © Archivfoto: Ralf Rödel


Nicht erst zur Jubiläumsfeier musste sich Magnesia-Geschäftsführer Albrecht Waasner eingestehen, dass seine nach der Jahrtausendwende entstandene Idee einer hochmodernen Indoor-Kletterhalle am Tor zur Fränkischen Schweiz nicht mehr so viele Sportler anzieht wie früher. Damals habe er sich in einer Marktnische befunden, heute gäbe es mehr Alternativen. Vor allem das Bouldern ohne Sicherung in Absprunghöhe erlebt an vielen kleinen Standorten eine rasante Verbreitung und macht Besucher abtrünnig. Seit 2012 in Erlangen beziehungsweise 2015 in Bamberg profitieren die Blockhelden mit zwei großen Anlagen von diesem Boom.

Irritationen durch Ankündigung

Die sogenannten Blockhelden selbst, die sich auf Anfrage dieser Zeitung nicht konkret äußern wollten, sorgten schließlich Ende 2018 für Aufsehen, als sie mit einem Hinweis auf ihrer Internetseite Erweiterungen ankündigten. Das Angebot, heißt es dort, werde ab 2019 um zwei weitere Hallen wachsen. Dass neben Fürth auch Forchheim als Standort genannt wird, ärgert Albrecht Waasner. "Es stimmt, dass die Blockhelden nach einer passenden Räumlichkeit suchen und Interesse bekundet haben. Wir befinden uns in Verhandlungen. Es ist aber noch nichts in trockenen Tüchern, was man hinausposaunen könnte." Über Details der Gespräche will auch Waasner keine Auskunft geben, merkt jedoch an, dass sie sich ziehen könnten.

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Kletterhalle Magnesia: Seit 15 Jahren hoch hinaus

Der wachsende Boulder-Trend verschärft die Konkurrenz, doch die geräumige Anlage von 1500 Quadratmetern Sportfläche mit bis zu zwölf Meter hohen Wänden garantiert noch immer Abwechslung und eine große Bandbreite an Schwierigkeitsgraden. Vor 15 Jahren nahm die Magnesia-Kletterhalle in Forchheim, nach wie vor eine der größten Einrichtungen Nordbayerns, im Kesselhaus einer ehemaligen Spinnerei den Betrieb auf.


"Es gibt noch einiges an Punkten zu klären. Das kann schon auch noch ein paar Monate dauern." Dabei gehe es nicht vorrangig um unterschiedliche, zum Beispiel finanzielle Vorstellungen und Positionen, sondern in erster Linie um die Eignung des ehemaligen Kesselsaals der Spinnerei. Einen kleinen Einblick gibt Waasner im Bezug auf die Parkplatzlage: "Für die geplante Boulderhalle wären die jetzigen Kapazitäten nicht ausreichend."

Mit 70 in Rente?

In der Magnesia-Halle finden indes neben dem regulären Geschäftsbetrieb nach wie vor auch überregionale Wettkämpfe statt, erst im Dezember machte der Frankenjura Lead Cup halt. Warum Waasner dennoch die Bereitschaft zeigt, sein aus Leidenschaft für den Klettersport geborenes und in Pionierarbeit aufgebautes Projekt nach 15 Jahren zu beenden, hat neben des sich abgezeichneten Abschwungs auch noch einen anderen Grund. Schließlich feiert das Stadtratsmitglied bald seinen 70. Geburtstag. "Es ist ja klar, dass man sich dann irgendwann auch mal nach Alternativen umsehen muss. Wir suchen eine gute Lösung."

 

JONAS BAIER

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