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An der Football-Basis knirscht es noch

Sabine Schubert von den Bamberg Phantoms über Aufbauarbeit und Konkurrenzdruck - 03.02.2019 16:10 Uhr

Passkontrolle beim Hallenturnier: Mittendrin die Phantoms-Vorsitzende Sabine Schubert. © Verein


Die Phantoms gehen mit einer Herren- und zwei Jugendmannschaften in die Hauptsaison im Sommer. Ist das ein Erfolg?

Sabine Schubert: Ja. Im Nachwuchs ist uns ein großer Sprung gelungen. Die U15 konnten wir stabilisieren, obwohl neun Spieler in die U 19 nachgerückt sind. Bei einem Kader von 14 Kindern bedeutet das fast einen kompletten Generationswechsel. Im nächsten Schritt soll eine U 13 für den Spielbetrieb aufgestellt werden. Unser Jüngster ist zehn Jahre alt.

Die Erwachsenen starten statt in der Landes- oder Bayernliga in der Aufbauliga, unterste von sechs Spielklassen.

Sabine Schubert: Das ist für uns ein großes Glück. Nachdem der Großteil der Mannschaft kurz vor dem Saisonstart 2018 unter fragwürdigen Umständen zu den Bamberg Bucks, die sich die früheren Bears einverleibt haben, gewechselt ist, standen wir mit nur noch neun Leuten da. Andere Vereine wie Ansbach haben Jahre gebraucht, um sich von einer Wettkampfauszeit zu erholen. Wir konnten jetzt bis auf die Ausnahme seit 2012 immer eine Mannschaft melden.

Woher kam denn der Spielerersatz?

Sabine Schubert: Tatsächlich gab es ein paar Rückkehrer, aber die Quote ist gering im Vergleich zu den Neuzugängen, die vorher pausiert hatten oder Anfänger sind. Da stecken schon umfangreiche Bemühungen dahinter, um um unseren erfahrenen harten Kern ein neues Team zu formen. Aber Abwerbungsversuche bei anderen Klubs kommen nicht in Frage.

Dabei gab es eben jüngst diverse Neugründungen. Ist diese Konkurrenz spürbar?

Sabine Schubert: Die Situation hat sich extrem verschärft, zuweilen spielen bei Rivalitäten in unserem Bamberger Umfeld persönliche Intrigen mit hinein. Auch nach Hemhofen hat es zwei Ehemalige verschlagen, zu diesem Nachbarn pflegen wir aber ein sportlich-faires Verhältnis.

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Phantome ohne Helm: Football in der Halle

Die Footballer der Bamberg Phantoms (Weiße Hosen) trugen in ihrer Winter-Trainingsstätte, der Forchheimer Realschulhalle, ein Flag-Turnier aus. Mit der kontaktärmeren Variante, bei der Gegner nur symbolisch durch den Verlust seiner Flag zu Fall gebracht wird, kann auf engem Raum taktisches Verhalten und Koordination verbessert werden.


Ist es nicht ein Widerspruch, dass in der Jugend manchmal Spielgemeinschaften mit eben solchen Konkurrenten nötig sind?

Sabine Schubert: Es ist immer eine Notlösung. Das Risiko von Überläufern hängt von der Auswahl des Kooperationspartners ab. Je größer die Distanz, desto geringer. Dafür wird gerade in der Jugend die Fahrzeit ein Problem, gemeinsame Trainingseinheiten lassen sich schwer abstimmen. Ich glaube, dass die vom Verband geplante Umstellung auf eine U 16-Altersklasse im Übergang mehr Spielgemeinschaften produziert. Manche Standorte in den fränkischen Ballungsgebieten könnten zusammenwachsen.

A propos. Können sich die Phantoms eine Fusion vorstellen?

Sabine Schubert: Das muss die Zeit zeigen. Bis zum letzten Jahr waren wir ja noch der Platzhirsch in Bamberg. Von daher haben wir uns noch keine Gedanken gemacht. Sicherlich wünschen wir uns für die Zukunft eine richtige Heimstätte. Die Platzsituation in der Stadt Bamberg ist angespannt.

Im Rugby bietet die florierende 7er-Variante eine Perspektive gegen den Personalmangel.

Sabine Schubert: Solange der allgemeine Zulauf anhält wie im Moment, wo die großen bayerischen Klubs zweite und dritte Formationen bilden können, dürfte keine entsprechende Regeländerung zur Mannschaftsreduzierung erfolgen. Wir müssen einfach hartnäckig weiterkämpfen, sichtbar bleiben mit Schul-Besuchen, der Super-Bowl-Party, Social-Media-Aktivitäten und Schnuppertrainings. Ein Probebesuch ist jederzeit möglich.

Wie wäre es, sich auf Flag-Football, ebenfalls weniger personalaufwändig, zu konzentrieren?

Sabine Schubert: Der Modus ist für die U 15 der Einstieg in den Wettkampfbetrieb und wird bei uns in der kleinen Herbstrunde, in der die U 15 beim Tackle hineinschnuppern, für die U 19 angeboten, um Spielzüge und Technik zu verfeinern. Am Ende des Tages aber wollen doch alle so spielen wie die Stars der NFL im Fernsehen. Dazu gehört der direkte Körperkontakt. 

Kevin Gudd Nordbayerische Nachrichten Forchheim und Ebermannstadt E-Mail

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