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Dienstag, 04.08.2020

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Altes Schulhaus wird zum Bürgertreff umgebaut

Im ehemaligen Klassenzimmer entstehen Bürger- und Jugendzentrum sowie Schulungsräume - 02.07.2020 17:10 Uhr

Kräftig gebaut wird am ehemaligen Schulhaus in Birkenreuth. Für rund 600 000 Euro wird das Gebäude zum Dorfgemeinschaftshaus umfunktioniert und energetisch saniert. © Foto: Paul Pöhlmann


Für den Markt Wiesenttal war dies eine Verpflichtung. Das Gebäude wird jetzt für die Dorfbewohner wichtiger denn je, denn es gibt im ehemaligen Reiterdorf schon seit Jahren kein Wirtshaus mehr. Das ehemalige Schulgebäude wird jetzt zum Bürgertreff umgestaltet. Dort, wo früher das große Klassenzimmer der einklassigen Volksschule und eine Lehrerwohnung untergebracht waren, wird gegenwärtig kräftig umgebaut.

Hier entstehen ein Bürger- und Jugendzentrum sowie Schulungsräume für die Feuerwehr und andere Arbeitsgruppen. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 600 000 Euro. Hierfür gibt es eine Förderung von 405 000 Euro aus dem Kommunalinvestitionsförderprogramm-KIP. "Die KIP-Maßnahme beinhaltet als Revitalisierungsmaßnahme auch die Maßnahmen zur Herstellung der Barrierefreiheit und der energetischen Sanierung," schreibt die Regierung von Oberfranken in ihrem Bewilligungsbescheid.

Die Gemeinde Birkenreuth hat vor 90 Jahren das Schulhaus gebaut. Die Schulgeschichte des Dorfes ist jedoch noch viel älter. Da Birkenreuth zum Kirchensprengel Streitberg gehört, mussten die Kinder über Wartleiten und Niederfellendorf zur Schule nach Streitberg laufen. Ein wahrlich beschwerlicher Weg vor allem im Winter. Oft mussten die Eltern erst Schnee schippen, damit die Kinder zum Unterricht gehen konnten.

So entstand eine "Neben-Winterschule", in welcher der "geschulte" Bauer Weigel ersten Lese-und Schreibunterricht in einem Bauernhaus hielt. Die Chronik berichtet: "Als am 23. Februar des Jahres 1833 der Streitberger Pfarrer und Schulinspektor Ellsperger bei einer Visitation den Schulbetrieb erlebte, ordnete er dessen sofortige Einstellung an." Daraufhin wollte die Gemeinde ein eigenes Schulhaus bauen. Holz wurde eingeschlagen und ein Antrag auf Zuschuss gestellt. Da den Birkenreuthern der Zuschuss jedoch zu gering erschien, verzichteten sie auf einen Schulhausbau und errichteten von dem geschlagenen Holz den Brunnenturm, der heute unter Denkmalschutz steht. Es sollte dann noch fast 100 Jahre dauern, bis Birkenreuth sein eigenes Schulhaus bekam. Nur 40 Jahre blieb danach den Birkenreuthern die Schule im Dorf, dann kam die Volksschulreform.

PAUL PÖHLMANN

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