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Sonntag, 26.05.2019

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Privat: Parkplatzärger am Brückkanal

Viele Gäste stellen ihr Auto ab, kehren aber nicht ein - 23.03.2019 11:34 Uhr

Parkplatz wird oft von Wanderern genutzt und nicht von Biergartenbesuchern. Jetzt haben die Gastwirtschaftsbesitzer genug.


Für Besucher der Gaststätte ist es ein gewohntes Bild: Der Parkplatz vor dem Biergarten ist oft rappelvoll, auch Flächen außerhalb im Wald werden mit Pkw und Motorrädern in Beschlag genommen. Nicht selten hat man vor allem im Sommer Mühe, ein freies Plätzchen zu finden. Dies kann auch Klaus Böhm, der Besitzer des Lokals, bestätigen.

Was aber viele nicht wissen: Nicht wenige der Parkplatznutzer stellen ihr Fahrzeug ab, wandern durch die Schwarzachschlucht oder entlang des Alten Kanals und trinken vor der Heimfahrt vielleicht noch ein Bierchen, oder auch nicht. Dass der Parkplatz aber kein öffentlicher ist, sondern Privatgrund, interessiert viele Ausflügler nicht.

Nerven arg strapaziert

Verschiedene Ereignisse in den vergangenen Jahren haben die Nerven der Gastwirtsfamilie aber so strapaziert, dass sie dem Ganzen nun einen Riegel vorschoben. Am Tag des Offenen Denkmals im vergangenen Herbst gab es eine organisierte "historische Wanderung", die aus seiner Sicht das Fass zum Überlaufen brachte. Man traf sich am Waldschänke-Parkplatz, wo die Fahrzeuge abgestellt wurden, um nach Röthenbach zum Mittagessen zu wandern und verursachte auf der Zufahrt zum Brückkanal ein unsägliches Chaos.

"Um 13 Uhr rief die Polizei an und teilte mit, dass sie die Straße zum Wald sperren müsste", erinnert sich Böhm, der dann drei Stunden lang keinen Gast empfangen konnte. Bei einer anschließenden Ortsbegehung mit Vertretern der Gemeinden Schwarzenbruck und Wendelstein sowie der Polizei wurde ihm geraten, seine Stellflächen als Privatgrund zu markieren.

Das Ereignis am Tag des Offenen Denkmals war aber nur eines in einer langen Reihe von unerfreulichen Vorkommnissen, mit denen die Familie Böhm schon lange leben muss. So stünde in zahlreichen Wanderführern, dass an der Waldschänke Brückkanal "ausreichend kostenlose Parkplätze" vorhanden seien.

Dieser Text findet sich auf den Hinweisschildern. Wer nicht im Gasthaus einkehrt, wird auf den Parkplatz an der etwa 200 Meter entfernten Schleuse 60 verwiesen.


Kein Wunder, dass die Leute denken, der Grund sei öffentlich, meint der Gastwirt. Andere reservieren für eine große Gruppe zum Nachmittagskaffee, fahren aber mit 60 Autos morgens um neun an, bevölkern und blockieren den Parkplatz den ganzen Tag, wandern irgendwohin, wo gerastet wird und konsumieren vor der Heimfahrt höchstens noch eine Kleinigkeit in der Waldschänke.

"Irgendwo ist Schluss"

Auch hatte er schon Wohnmobile auf dem idyllischen Parkplatz, die eine ganze Woche dort campierten, ohne nennenswerten Umsatz im Lokal zu machen. Böhm will sich nicht über den Wanderer beklagen, der in der Waldschänke einkehrt und anschließend noch eine Stunde durch den Schwarzachgrund läuft, "aber irgendwo ist Schluss", erklärt er, warum ihm der Geduldsfaden gerissen ist. "Da gibt es Kunden oder vielmehr Nicht-Kunden", berichtet er, "die haben die Einrichtungen 30 Jahre genutzt und so gut wie keinen Cent dagelassen!"

Er fühlt sich auch ein wenig von den Gemeindeverwaltungen im Regen stehen gelassen. Im Schwarzenbrucker Rathaus hätte man ihm mitgeteilt, man habe doch öffentliche Parkplätze in Gsteinach geschaffen. "Doch wer durch die Klamm wandern will, der parkt halt nicht in Gsteinach", klagt er.

Rappelvoll sei der Parkplatz auch während des Betriebsurlaubs im Herbst gewesen, so dass er entschied: "Jetzt kommen Schilder her." Die sollen über seinen Privatgrund aufklären und potenzielle Nutzer sensibilisieren. Mittlerweile hat sich ja schon ein gewisser Erfolg eingestellt. Während am Montag, dem Ruhetag, auf dem Parkplatz kein einziges Fahrzeug zu sehen war, parkten einige Fahrzeuge nur außerhalb des Böhmschen Grundstücks.

Dass er die Hinweisschilder wieder entfernt, wenn sich die Lage normalisiert hat, hält er für ausgeschlossen: "Die Schilder bleiben dran!"

 

Der Bote

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