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Fall Peggy: Rätsel um fehlende Knochenteile

Staatsanwaltschaft schweigt - Abschlussbericht erst in 6 Monaten fertig - 02.12.2019 19:07 Uhr

Polizeibeamte kämmen im Juli 2016 mit Suchstöcken ein Gebiet zwischen Bayern und Thüringen ab, nachdem ein Pilzsammler dort im Wald die sterblichen Überreste der kleinen Peggy entdeckt hat, rund 20 Kilometer von Lichtenberg entfernt. © dpa/Bodo Schackow


Es klang zunächst wie die erlösende Nachricht, als vor genau einem Jahr Haftbefehl gegen einen damals 41-jährigen Mann aus dem Landkreis Wunsiedel erlassen wurde. Hatte man in diesem schillernden Fall, der seit dem Verschwinden des Kindes im Jahr 2001 mit immer neuen Wendungen für Schlagzeilen sorgte, endlich Peggys Mörder gefunden?

Die Ermittler in Bayreuth sahen einen "dringenden Tatverdacht", dass "der Mann selbst Täter oder Mittäter der Tötung von Peggy Knobloch war" und anschließend ihren leblosen Körper in einem Wald bei Rodacherbrunn abgelegt habe, rund 20 Kilometer von Lichtenberg entfernt an der bayerisch-thüringischen Landesgrenze. Möglicherweise sollte mit dem Verbrechen an der neunjährigen Schülerin eine zuvor begangene Straftat verdeckt werden, äußerte die Staatsanwaltschaft.

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Der Fall Peggy: Chronologie eines schrecklichen Verbrechens

Vor 17 Jahren verschwindet die neunjährige Schülerin Peggy in Oberfranken spurlos. Als ihr Mörder wird 2004 ein geistig eingeschränkte Nachbar verurteilt. Am 14. Mai 2014 wird der Nachbar wieder freigesprochen. Anfang Juli 2016 nimmt der Fall eine spektakuläre Wende: In einem Waldstück in Thüringen werden Skelettteile von Peggy gefunden. Im September 2018 legt ein 41-Jähriger ein Geständnis ab.


Führen Spuren zur Wohnung des Verdächtigen?

Doch dann widerrief der Verdächtige sein Geständnis, das er ohne die Anwesenheit eines Anwalts abgelegt hatte, er habe die Leiche des Mädchens beseitigt. An Heiligabend 2018 kam er frei.

Dennoch ist der Mann, der zeitweise als Bestatter gearbeitet hat, für die Ermittlungsbehörden noch nicht aus dem Feuer. Denn Proben, die die Spurensicherung vom Wohnhaus und Garten seiner Mutter in Lichtenberg genommen hatten, erwiesen sich im Labor als identisch mit Proben vom Leichenfundort.


Fall Peggy: Chronik einer einzigartigen Kriminalgeschichte


Doch was bedeutet das? Die Bild-Zeitung meldete nun, dass sich einige dieser Kleinst-Partikel als braune, gelbbraune, gelbe, violette und grüne Dispersionsfarben entpuppt hätten. Sie sollen zu eben jener Wohnung passen, die der heute 42-Jährige im Mai 2001 am Marktplatz in Lichtenberg renoviert habe. Peggy wurde am 7. Mai 2001 letztmals gesehen. Auf einem Immobilien-Portal im Internet soll damals die Wohnung zum Kauf angeboten gewesen sein — die Fotos zeigten Zimmer mit genau jenen gelben und braunen Wänden, behauptet das Blatt.

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Verdächtiger Blumen-Torf

"Von uns kommen diese Details nicht", sagte Bayreuths Leitender Oberstaatsanwalt Martin Dippold auf Anfrage. Er wolle die Medienveröffentlichung nicht bestätigen, um die Spekulationen nicht weiter anzuheizen. Schließlich ermittle man noch. Der Abschlussbericht, aus dem Bild zitierte, sei wahrscheinlich erst in sechs Monaten fertig, sagte Dippold.

So bleibt auch weiter unklar, ob die stark verweste Leiche des Mädchens, die ein Pilzsammler 2016 in einen Waldstück gefunden hatte, möglicherweise zerstückelt wurde. Denn nicht alle Knochen des Skeletts sind gesichert worden. Experten gingen bisher davon aus, dass Tiere die Gebeine ausgegraben hätten.

Wie mehrfach berichtet, identifizierten Spezialisten am Kopf des Mädchens neben den Farb-Partikeln auch winzigste Torf-Pollen. Der Verdächtige hatte gegenüber der Polizei zugegeben, am Tag von Peggys Verschwinden mit seiner Mutter in Lichtenberg Blumen umgetopft zu haben.

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