24°

Montag, 14.10.2019

|

Stein für Stein zur Straßenbahn in Erlangen

Kinder bauten aus programmierbaren Legosteinen ein recht realistisches Modell für die Stadt-Umland- - 20.06.2019 10:00 Uhr

Alle möglichen Züge kann man mit Lego bauen, wie die Ausstellung im Novina - Hotel Anfang 2019 zeigte, auch Straßenbahnen © Stefan Hippel


  Mit der Hilfe eines Straßenbahnexperten vom Zweckverband entstand so innerhalb von drei Tagen ein möglichst maßstabgetreues Modell der Bahn, das nicht nur demnächst im Rathaus ausgestellt wird, sondern sogar bei der Planung der richtigen StUB berücksichtigt werden soll.

Dabei ist das nicht die erste Veranstaltung des Stadtjugendrings, die mit Lego zu tun hat: Bereits mehrere Male bot der SJR etwa Veranstaltungen an, bei denen Kinder und Jugendliche mit "Lego Mindstorms", einem Set zur spielerischen Einführung in die Robotik, arbeiten konnten. Nun stand das erste Mal die StUB im Fokus, denn die jungen Teilnehmer sollten ihre kreativen Fähigkeiten dafür einsetzen, mit den bunten Steinen selbst einen Streckenabschnitt zu planen. Damit das Modell so realitätsnah und praktikabel wie möglich blieb, standen ihnen dabei nicht nur Mitglieder des SJR, sondern auch ein Straßenbahnplaner des Zweckverbandes StUB zur Seite.

Doch am ersten Tag des dreitägigen Workshops ging es gar nicht mit dem eigentlichen Bauen los. Nach der Begrüßungsrede von Oberbürgermeister Florian Janik mussten sich die Kinder erst einmal mit dem Straßenabschnitt vertraut machen, den sie später aus Plastik nachbauen würden. Wichtig war auch, dass die Teilnehmer wussten, was beim Planen einer Straßenbahnstrecke alles zu beachten ist. Um zu verhindern, dass dieser theoretische Teil jeglichen Spaß im Keim ersticken würde, hatten die Veranstalter eine Sonderfahrt mit einer Nürnberger Straßenbahn organisiert: Die Kinder durften den Fahrer mit Fragen löchern und die Straßenbahn genau unter die Lupe nehmen.

Das angesammelte Wissen konnte dann am nächsten Tag direkt eingesetzt werden, und so bauten die Schüler Stein für Stein ein drei bis vier Meter langes Modell der Straßenbahnstrecke. Selbst an Details wie eine Auffahrt für Rollstuhlfahrer oder Blindenleitstreifen dachten sie dabei. Die Tipps zur Konstruktion, die ihnen der anwesende Ingenieur auf Nachfrage bot, konnten sie gut in ihr Modell einarbeiten.

Viel Eigeninitiative gezeigt

Die Veranstalter zeigten sich ziemlich zufrieden mit dem Ergebnis des Projekts: Die Kinder arbeiteten sehr selbstständig mit und mussten kaum betreut werden. Ein Mitarbeiter des SJR erzählt, dass die Schüler am Morgen und nach der Mittagspause beim Bauen der Modelle mit ihrem Engagement "einfach nicht zu bremsen waren". Zuvor waren sich die Veranstalter nicht sicher, wie viel Führung und Aufsicht die Gruppe brauchen würde, aber es stellte sich heraus, dass die recht hohe Anzahl an Betreuern eigentlich nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Auch die Schüler gaben zum Projekt überaus positives Feedback. Ein Junge berichtet begeistert von den vergangenen Tagen und meint, dass er gerne nochmal teilnehmen würde.

Die Ergebnisse der Arbeit wurden dann bei einem Vortrag vorgestellt: Im Publikum waren dabei nicht nur die Eltern der Teilnehmer, sondern auch Daniel Große-Verspohl, der Geschäftsleiter des Zweckverbandes StUB. Die Schüler stellten vor, was sie in den vergangenen Tagen gelernt hatten, und präsentierten ihre ganz persönliche Version der Straßenbahn. Vom 8. bis 12. Juli wird das Ergebnis dann im Rahmen der Ausstellung "beteiligt & dabei" im Erlanger Rathaus zu begutachten sein.

Besonders ist auch, dass die Gedanken, die die Kinder im Laufe der Planungswerkstatt ausgearbeitet haben, vom Zweckverband nicht einfach ignoriert werden, sondern in die weitere Planung der StUB einfließen sollen.

Christian Kohlert, stellvertretender Geschäftsführer des SJR Erlangen, meint dazu, dass man die Vorschläge und Ideen der jungen Architekten nach dem Vorbild der Dialogforen zur StUB handhaben möchte: Dies bedeutet, dass bei der Planung der Bahn die Ergebnisse der Planungswerkstatt ernsthaft in Betracht gezogen und diskutiert werden sollen.

Natürlich sind die zwölf Teilnehmer nur ein kleiner Anteil aller Kinder der Region. Kohlert wünscht sich deshalb, häufiger eine solche Lego-StUB-Planungswerkstatt zu machen, am besten zweimal im Jahr. Die Teilnahme war kostenlos, und so gingen direkt zu Beginn des Anmeldezeitraums 30 Anfragen ein. Da die zwölf verfügbaren Plätze entsprechend schnell belegt waren, möchte man die Teilnehmerzahl bei kommenden Veranstaltungen nach Möglichkeit erhöhen.

Die Kinder waren beim Bauen der Modelle einfach nicht zu bremsen.

Tim König

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Erlangen