Donnerstag, 24.10.2019

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Schon vor Brand: Erlangen will Grundstück kaufen

Verwaltung hat Interesse an Eltersdorfer Industriebrache, doch Eigentümer mauert - 16.06.2019 16:30 Uhr

Im Juni 2019 hatte es auf dem Gelände der ehemaligen Firma Günther in Eltersdorf gebrannt. Die Stadt wollte schon vorher handeln. © Klaus-Dieter Schreiter


Weil das Grundstück samt ehemaligem Bürogebäude immer wieder in der Diskussion ist, wollte das Bauaufsichtsamt den Eigentümer, einen Projektentwickler in Essen, dazu verpflichten, das Grundstück entsprechend zu sichern. Doch gegen diese Auflagen wehrt sich der Projektentwickler nach Angaben der Stadt derzeit vor Gericht.

Als der Düngemittelhersteller 2007 in Konkurs ging, schien zunächst nichts darauf hinzudeuten, dass das Grundstück einmal in die Schlagzeilen geraten würde. Die Markenrechte an den Düngemitteln wurden verkauft, auch das Grundstück wechselte den Besitzer.

Doch 2015 forderte erstmals der Ortsbeirat Eltersdorf die Stadt und Polizei auf, in der Weinstraße nach dem Rechten zu sehen. Das alte Günther-Werksgelände sei ein "Schandfleck", auf dem sich zwielichtige Gestalten tummeln würden. Die Stadt stellte "Betreten verboten"-Schilder auf, und die Polizei verstärkte die Kontrollfahrten in der Weinstraße. Seither wurde die Ruine bundesweit bei Fotografen von "lost places" (leerstehende Industriekomplexe) berühmt.

2018 wiederholte der Ortsbeirat Eltersdorf seine Klagen: Auf dem rund 51 000 Quadratmeter großen Grundstück würden "kriminelle Dinge" passieren, außerdem würden immer wieder kleine Brände gelegt. Und der Projektentwickler versuchte, das Grundstück loszuwerden. "Das Projekt ist im Industriegebiet Weinstraße gelegen. Die Bundesautobahn befindet sich in unmittelbarer Nähe. Auf dem Grundstück, lässt sich eine Projektierung ganz nach den Wünschen des Mieters von bis zu zirka 20 000 m² Hallenfläche realisieren. Büroflächen lassen sich je nach Bedarf umsetzen", hieß es seinerzeit auf dem Internetportal des Projektentwicklers.

Da ist dann verwunderlich, dass die Stadt mit ihrem Kaufangebot nicht zum Zuge kam. "Die Stadt hat großes Interesse an dem Grundstück, denn es hat großes Potenzial für eine positive Entwicklung. Deshalb standen wir erst jüngst wieder in Kontakt mit dem Eigentümer und haben zum wiederholten Mal angeboten, das Grundstück zu kaufen," sagt Oberbürgermeister Florian Janik.

Auf eine Anfrage der Erlanger Nachrichten zur geplanten Zukunft des Grundstückes reagierte der Projektentwickler bis Redaktionsschluss nicht.

Erst kürzlich hatte dort ein Brand für Aufregung gesorgt. 

EGBERT M. REINHOLD

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