Mittwoch, 20.11.2019

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Schnelleres Netz für Kalchreuther Minderleinsmühle

Der Telekom fehlen die Kapazitäten für einen sofortigen Beginn - 31.07.2019 15:00 Uhr

Eine Frage der Standortsicherheit: Die Minderleinsmühle hat sich längst zu einer wichtigen Größe in der Naturkost-Branche entwickelt. Doch zu einer guten Infrastruktur gehört inzwischen auch ein Zugang zum Internet, der sich auf Höhe der Zeit befindet. © Ernst Bayerlein


Für die Gemeinde unterschrieb der Bürgermeister den Vertrag, für die Telekom Christoph Bernik, zuständig für den Infrastrukturvertrieb Region-Süd. Mit dabei waren die Geschäftsführer der Minderleinsmühle Thomas Zeller und Andreas Wenning. In Kalchreuth selbst gibt es das schnelle Internet schon seit 2009, nicht jedoch für abgelegene Ortsteile wie die Minderleinsmühle an der Schwabach zwischen Kalchreuth und Kleinsendelbach.

Förderung in Aussicht

Jetzt gelang es im Rahmen der Förderung des Aufbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen im Freistaat eine finanzielle Förderung zu erhalten, die eine Erschließung der Minderleinsmühle mit Glasfaser ermöglicht. Nach einem durchgeführten Auswahlverfahren fiel der Zuschlag an die Telekom. Die Anschlusskosten belaufen sich auf etwa 205 000 Euro, die staatliche Förderung beträgt 143 000 Euro.

Der kommunale Anteil beträgt für die Gemeinde Kalchreuth etwa 47 000 Euro und für die Gemeinde Kleinsendelbach rund 15 000 Euro gemäß dem 24-prozentigen Anteil an der Gewerbesteuer.

Lange Strecke

Das Erschließungsgebiet wird an den Netzknoten Eckental angedockt und erfordert Tiefbauarbeiten auf einer Länge von knapp zwei Kilometer. Der Breitbandausbau wird mit Glasfasertechnik bis in das Haus realisiert. Nach dem Ausbau stehen Breitband-Anschlüsse bis 1000 Mbit/s zur Verfügung. Entsprechende Vergabebeschlüsse wurden vom Gemeinderat Kalchreuth im Dezember 2018 und von der Gemeinde Kleinsendelbach im März 2019 gefasst.

Allerdings gibt es einen kleinen Wermutstropfen: Wie Christoph Bernik von der Telekom mitteilte, ist das Unternehmen wegen fehlender Kapazitäten nicht in der Lage, die Anschlussarbeiten sofort zu beginnen. Deshalb gibt es im Kooperationsvertrag nur die Verpflichtung der Telekom dass die Realisierung innerhalb einer Frist von 48 Monaten erfolgt. Diese soll aber deutlich unterschritten werden – wie Bernik vorsichtig andeutete. In diesem Zusammenhang kam der geplante Radweg des Landkreises Erlangen-Höchstadt entlang der ERH 33 von Unterschöllenbach bis zur Staatsstraße Kalchreuth-Weiher ins Gespräch. Bernik sprach von eventuellen Synergie-Effekten bei den Tiefbauarbeiten. Bürgermeister Herbert Saft, der auch Kreisrat ist, will das Thema im Kreistag aufgreifen.

"Unsere Internet-Anbindung ist sehr verbesserungsfähig, es funktioniert, sollte aber besser sein", betonte Geschäftsführer Thomas Zeller. Weiter führte er aus, dass ein schnelles Internet auch eine Frage der Standortsicherheit ist.

Furiose Entwicklung

Die Minderleinsmühle hat in den vergangenen 15 Jahren eine riesige Entwicklung genommen und es soll in Zukunft noch weitergehen, so der weitere Geschäftsführer Andreas Wenning. Zurzeit wird innerbetrieblich an einem ERP-System gearbeitet, damit sollen die Abläufe wie Einkäufe, die Produktion, der Verkauf und die Logistik noch besser gesteuert werden.

Seit über 240 Jahren ist die Minderleinsmühle im Besitz der Familie Hubmann — mit Andreas Hubmann, der beim Termin nicht anwesend sein konnte, in siebter Generation. Die Minderleinsmühle hat sich von einer klassischen handwerklichen Mühle hin zu einem breit aufgestellten Spezialisten für Bio-Getreideprodukte, insbesondere Müsli, sowie zu einer festen Größe in der Naturkostbranche entwickelt.

Betrieb im Vogtland

Zusammen mit einem Schwesternbetrieb in Adorf im sächsischen Vogtland sind 450 Personen beschäftigt. Im neu gestalteten Mühlenladen kann man etwa 500 regionale Produkte einkaufen, vom Bio-Getreide bis zu vielen süßen Köstlichkeiten.

Um Verpackungsmüll zu vermeiden, gibt es im Laden eine Unverpackt-Station. Dort kann man im mitgebrachten Glas leckere Müsli einfüllen. Der Mühlenladen ist täglich ganztägig geöffnet, am Samstag bis 13 Uhr. Früher gab es zahlreiche Mühlen im Schwabachgrund, die das idyllische Bild der Landschaft entscheidend mitprägten.

ERNST BAYERLEIN

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