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Schifffahrt bei Erlangen liegt auf dem Trockenen

Wartungsarbeiten an der Schleuse bei Möhrendorf - 08.04.2019 06:00 Uhr

Die Schleuse Erlangen ist trocken gelegt, weil sie inspiziert und saniert werden muss. Projektleiter Jan Stubbe in der 200 Meter langen, 12,50 Meter breiten und rund 20 Meter hohen Schleusenkammer. © Klaus-Dieter Schreiter


Um die Betriebssicherheit der Schleusen und Brücken des Main-Donau-Kanals zu erhalten führt die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes noch bis Ende des Monats umfangreiche Inspektions-, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten durch. Der gesamte Kanal ist darum gerade für die Schifffahrt gesperrt, die Schleuse Erlangen bei Möhrendorf trocken gelegt worden.

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Um die Betriebssicherheit der Schleusen und Brücken des Main-Donau-Kanals zu erhalten, werden umfangreiche Inspektions-, Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Der gesamte Kanal ist für die Schifffahrt gesperrt, die Schleuse Erlangen bei Möhrendorf trocken gelegt worden.


Wie jedes Jahr im Frühjahr finden auch in diesem Jahr wieder umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen an den Schleusen und Kanalbrücken des 171 Kilometer langen Main-Donau-Kanals statt. Der Kanal ist Teil der Main-Donau-Wasserstraße, die insgesamt 760 Kilometer lang ist - und auf dieser Gesamtstrecke wird gearbeitet. In diesem Jahr steht eine große Inspektion an, die alle sechs Jahre stattfindet. Bei laufendem Betrieb ist das nicht möglich, darum ist der Schiffsverkehr noch bis 13. April 2019 gesperrt.

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Für den Bereich Erlangen ist Jan Stubbe als Projektleiter zuständig. Der Bauingenieur hat eine große Verantwortung und pendelt ständig zwischen den zahlreichen Baustellen hin und her, um die Arbeiten zu inspizieren. Es gehe in erster Linie um die Prüfung des Zustands, erläutert er. Jeder Riss, jede Fuge und jede Abplatzung ist bereits vor sechs Jahren genau dokumentiert worden. Nun wird überprüft, ob sich seit der letzten großen Inspektion gravierende Veränderungen ergeben haben. Seine Ingenieure messen darum alle Schäden genau nach, notieren die ermittelten Ergebnisse an den Betonwänden und tragen sie in Listen ein.

Schiffe bringen Muscheln mit

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Das wird auch in den sonst nicht zugänglichen Bereichen neben und unter der Schleusenkammer gemacht. Dort unten ist es kalt, feucht, in einigen Bereichen kann man sich nur gebückt bewegen, weil man damals, als die Schleuse gebaut wurde – Baubeginn war im Mai 1967, der Betriebsbeginn war dann am 30. Oktober 1970 – nur an die optimale Wasserführung gedacht hat, nicht aber an die notwendigen Wartungsarbeiten.

Um die Schäden zu begutachten, die zwangsweise durch die hohe Beanspruchung der Betonwände entstehen – es gibt Risse, Abplatzungen, Fugen sind undicht, und Moniereisen fangen das Rosten an – werden alle Wände mit Hochdruck vor allem von Muscheln gesäubert. Die bringen die Schiffe aus den Flüssen, aber auch aus dem Schwarzen Meer mit.

8,3 Millionen Euro Kosten

Es ist irgendwie unheimlich, wenn man sich dort bewegt, wo sonst das Kanalwasser hindurchschießt. Ein überwältigender Anblick ist es aber, wenn man auf dem Grund der Schleusenkammer steht. Rund 20 Meter senkrecht in die Höhe ragen die Betonwände. I

250 Eigene Spezialisten von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes sind bei den umfangreichen Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten beschäftigt, 230 weitere Mitarbeiter von 60 Firmen sind ebenfalls tätig. Die Kosten für diese Arbeiten sind mit 8,3 Millionen veranschlagt. Wenn alles klappt, wird der Kanal am 13. April pünktlich um 12 Uhr wieder freigegeben. 

Klaus-Dieter Schreiter

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