Mittwoch, 23.10.2019

|

zum Thema

Mehrere Jahre Haft: Drogenhandel mit großen Deals

Zwei Brüder aus Möhrendorf haben Drogen im Wert von mehreren Zehntausend Euro vertickt - 28.02.2019 17:41 Uhr

Wer ihre Lebensläufe liest, kann kaum glauben, dass die jungen Männer schon seit Jahren "massiv abhängig" sind, wie es ein medizinischer Sachverständiger vor dem Amtsgericht Erlangen formuliert. Um ihre eigene Sucht nach Cannabis, Kokain und anderen Drogen zu finanzieren, dealten ein 24-Jähriger und sein drei Jahre jüngerer Bruder in den Jahren 2016 und 2017 mit verschiedenen Substanzen.

Cannabis, Haschisch, Kokain und MDMA

Weil ein Kurier, der für 20.000 Euro Marihuana in Tschechien gekauft hatte, aufflog, standen die jungen Männer aus Möhrendorf jetzt vor dem Amtsgericht in Erlangen. Staatsanwalt Bastian Schmaus braucht allein 20 Minuten, um die Anklage zu verlesen, so viele Einzelstraftaten sind dort aufgeführt. "Schwunghaft" sei der Handel gewesen.

Bilderstrecke zum Thema

Strafen, Arten, Statistiken: Alles über die illegale Welt der Drogen

Kokain, Crystal Meth, Cannabis oder Heroin: Gehört hat wohl fast jeder schon einmal davon, doch wirklich etwas darunter vorstellen kann man sich nicht unbedingt. Wir geben Einblick in die illegale Welt der Drogen.


Fast alle Deals gingen in Möhrendorf über die Bühne. Dort sind die Angeklagten bei ihren verheirateten Eltern aufgewachsen. Während sie Schule und Ausbildungen absolvierten, haben sie in ihren Zimmern im Einfamilienhaus die Drogen gebunkert: Cannabis, Haschisch, Kokain sowie die Partydroge MDMA. Über ihre Hintermänner ist nichts bekannt, zwei der kleinen Dealer, an die sie ihre Ware auf Kommission verkauften, sind ebenfalls aufgeflogen. Einer davon hatte sich im Herbst 2017 einen Mietwagen besorgt, um damit auf einem Asiamarkt in Tschechien mindestens fünf Kilogramm Marihuana zu kaufen.

Seit August 2018 sitzen die Brüder in Untersuchungshaft

Weil er auf dem Hinweg in eine Polizeikontrolle geriet, brach er die Aktion ab. Ein paar Tage später versuchte er es wieder — als es vor Ort Ärger gab über die Menge, fuhr der ältere der Brüder ebenfalls ins Nachbarland und klärte die Situation. Auf der Rückreise im Zug ging der Kurier der Polizei ins Netz und die Beteiligten flogen auf. Seit August 2018 sitzen die Brüder in Untersuchungshaft. Von dem eingenommenen Geld ist laut Aussage ihrer Verteidiger nichts mehr übrig.

Weil die Angeklagten vor Gericht vollumfänglich geständig sind, entscheiden sich Richter Christian Kretschmar und zwei Schöffen für ein Strafmaß von drei Jahren und vier Monaten Haft für den jüngeren und vier Jahren für den älteren Bruder. 

Claudia Freilinger Nordbayerische Nachrichten Herzogenaurach/Höchstadt E-Mail

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Möhrendorf