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Klassiker auf der Bergkirchweih: Das Kettenkarussell "Volare"

Fahrgeschäft ist nach zehnjähriger Pause wieder zurück am Erlanger Berg - 15.06.2019 17:30 Uhr

Der Wellenflieger Volare auf der Erlanger Bergkirchweih 2019.


Die Fürther Schaustellerfamilie Sandra und Robert Drliczek haben zusammen mit Sohn Kai ihr Kerwa-Sortiment erweitert und kräftig in ein Familiengeschäft investiert. Ein Karussell für alle Altersgruppen, für die Oma mit dem Enkel und für frisch Verliebte. Die Fahrt hat sich im Vergleich zu Riedmüller’s Kettenflieger von einst ganz schön verändert – es geht zwar weiterhin durch die Luft, aber die wellenförmigen Auf- und Abbewegungen im beschwingten Tempo sind neu dazugekommen.


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Große Zugvögel mit weit gespannten Flügeln begleiten die Fahrgäste und eine große Elfe thront auf der Karussell-Spitze. Damit und mit dem behindertengerechten Auf- und Abgängen statt den Treppen ist es unvergleichlich und bundesweit einmalig. Die Liebe zu Italien zeigt sich in der Optik und natürlich auch im Namen.

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"Volare" bedeutet in der italienischen Sprache "fliegen". Das Lied von einst, haben viele bestimmt noch im Ohr. Dean Martin, Caterina Valente und Luciano Pavarotti haben es beispielsweise gesungen. Falls Sie es gerade nicht im Kopf haben – kein Problem. Bleiben Sie einfach ein paar Minuten stehen – und Sie werden es hören.


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Das Kettenkarussell ist der Klassiker der Karussell-Geschichte. Auch in der Familienhistorie von Robert Drliczek findet sich eine alte Aufnahme, undatiert, mit einem Kettenkarussell. Die Weiterentwicklung zum Wellenflieger liegt genau 50 Jahre zurück. Es ist bis heute eine unbeschreibliche Erfolgsgeschichte geworden und die optisch so ansprechende Konstruktion hat sich weltweit über 200 Mal verkauft – ein Rekord.

Keller-Geflüster mit der Chefin des Riesenrads

Auf jedem großen Festplatz gastiert ein Wellenflieger, 15 Exemplare sind allein in Deutschland unterwegs. Sie finden das Karussell über die ganze Welt verteilt und in unterschiedlichen Thematisierungen (als Schuh oder als Apfel) auch in nahezu jedem Freizeitpark.

Weitgehend unbekannt ist die Tatsache, dass es ohne einen fränkischen Schausteller den Wellenflieger und diese Erfolgsgeschichte nie gegeben hätte. Gebaut wurde einst ein neues Bodenkarussell mit einer wuchtigen und neubarocken Dekoration.

Für den Hersteller gab es aber keine Folgeaufträge. Der Konstrukteur Franz Schwarzkopf war von der Optik des Bodenkarussells beeindruckt und grübelte über eine weitere Verwendung. Mit Stift und Papier arbeitete er an Entwürfen, bis er aus dem altbekannten Kettenflieger einen innovativen Wellenflug erschaffen hatte.

Die Schausteller-Geschichte der Familie Drliczek reicht knapp 190 Jahre zurück. Die Reiseroute lag früher in Bayern, Böhmen, Österreich, Ungarn und reichte bis zum Balkan. Nach dem Krieg wurde Fürth die neue Heimat und Süddeutschland das bevorzugte Reisegebiet. Zum Unternehmen gehören auch drei Riesenräder sowie ein Ausschank- und Imbissbetrieb.

  

HELMUT BRESLER

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