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Dienstag, 17.09.2019

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Ignorante Autofahrer in der Neuen Straße in Erlangen

Geänderte Verkehrsführung und das Verbotsschild zeigen wenig Wirkung - 20.08.2019 08:06 Uhr

Das Schild haben am Montag etliche Pkw-Fahrer in Erlangen ignoriert und somit die Neue Straße in falscher Richtung befahren.


Seit mehreren Tagen weisen große mobile LED-Hinweistafeln in Drausnick- und Hindenburgstraße auf die veränderte Verkehrsführung rund um den Maximiliansplatz in Erlangen hin — und nun ist es soweit: Die Neue Straße ist eine "unechte Einbahnstraße". Am ersten Tag aber interessieren sich für diese Regelung nur wenige Pkw-Fahrer, ein Großteil der aus der Hindenburgstraße kommenden Autos fährt ungerührt Richtung Martin-Luther-Platz weiter: trotz des Verbotsschildes. Fährt der Vordermann unrechtmäßig in die Einbahnstraße in Fahrtrichtung Westen, dann folgen ihm die anderen ungerührt. Unter den Falschfahrern sind neben Auswärtigen auch viele mit Erlanger Kennzeichen.

Eine Überwachung durch die Polizei ist indes schwierig, da der Umstand, dass für Notfälle eine Ausnahme gilt, nicht "eindeutig abgrenzbar" sei, teilt die Inspektion auf Anfrage mit. Zudem werde das Instrument einer "unechten Einbahnstraße" im Regelwerk der Straßenverkehrsordnung nicht genannt, die neue Regelung werde auf "wenig Akzeptanz" stoßen. Zudem müsse sich der Einsatz der begrenzten polizeilichen Ressourcen im Bereich der Verkehrsüberwachung an den Unfallschwerpunkten und an der Bekämpfung der Hauptunfallursachen orientieren, so die Beamten. Die Bedenken hat die Polizei nach eigenen Angaben auch gegenüber der Stadt geäußert.

Es gibt aber auch einige (wenige), die am Montagmorgen noch kurz vor der Verbotszone stoppen; die meisten biegen in den Ulmenweg ab, um zu wenden. Dort ist durch das Internistische Zentrum (INZ) und den erlaubten Hol- und Bringbereich für Patienten ohnehin schon viel Verkehr, nun kommt noch mehr dazu. 

Das nervt den Anwohner, der gerade mit seinem Rad in den Ulmenweg biegt und sich die (Negativ-)Folgen der neuen Verkehrsführung ansieht: "Es ist ja richtig, dass die Neue Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt wird", sagt er, "aber jetzt haben wir im Ulmenweg noch mehr Wendeverkehr als zuvor." Das erhöhe das Unfallrisiko, meint er, während an ihm immer mehr Autos entweder verbotenerweise in die Neue Straße fahren beziehungsweise im Ulmenweg eine Schleife ziehen.

So wie Arnold David. Der Mann wohnt in der Neuen Straße und steht etwas verwundert mit seinem Pkw am Ulmenweg. Er ist erst am Wochenende aus dem Urlaub zurückgekommen, daher habe er von der neuen Regelung in der Neuen Straße nichts mitbekommen, berichtet er. "Besonders cool" findet der Erlanger die Sperrung nicht. Zumal es seiner Meinung nach an allen Verkehrsknotenpunkten in der Stadt derzeit Baustellen gebe.

Mit der jetzigen Maßnahme sollen die Anwohner der vielbefahrenen Achse entlastet werden. Weniger Lärm, weniger Abgase. Kommt das Arnold David nicht selbst zugute? "Wer es leise will", antwortet er, "der sollte nicht in der Neuen Straße wohnen." 

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