Samstag, 14.12.2019

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Gasthaus Drei Linden in Kalchreuth braut neues, eigenes Bier

Schwiegersohn Manuel Reiter stellt ein rotes naturtrübes Kellerbier her - 16.07.2019 06:00 Uhr

Vor den brautechnischen Anlagen bei der Bierprobe des Kalchreuther Gerstensaftes stehen (v. li.): Erwin Lohne, Helmut Friedrich, Günther Spickenreuther, Otto Klaußner, Walter Gemmel und Richard Bergler mit Brauer Manuel Reiter (3. von rechts).


Eines der wenigen original erhaltenen altfränkischen Gasthäuser rund um Nürnberg, das seit über 100 Jahren im Familienbesitz befindliche Traditionsgasthaus hat jetzt mit der "Brauerei Drei Linden Kalchreuth" seine eigene Biermarke und ist somit "Brauerei-Gasthof". Das neue hauseigene Bier ist ein rotes naturtrübes Kellerbier, das sich am traditionellen Nürnberger Rotbier orientiert.

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Der Verkauf des süffigen "Gasthaus-Bieres" aus eigener Brauerei hat bereits nach Ostern begonnen. Momentan ist es im Ausschank exklusiv über die Theke im Wirtshaus, frisch vom Fass gezapft nur im Gasthaus "Drei Linden" erhältlich.

Das Brauen ist "Berufung und seine große Leidenschaft"

Der gebürtige Moosburger Manuel Reiter, 32-jähriger Ehemann der Wirtstochter Jula, somit Schwiegersohn der Wirtsleute Martina und Jürgen Key ist gelernter Brauer und Mälzer und hat sich an der TU München am Campus Weihenstephan zum Dipl.-Ing. (TUM) Brauwesen und Getränketechnologie weitergebildet. Das Brauerhandwerk ist, wie er sagt, seine "Berufung und seine große Leidenschaft".

Also hat er sich aufgemacht mit der Gründung einer kleinen Brauerei seinen Traum zu verwirklichen. Die Wirtsleute haben die Unternehmung jederzeit unterstützt. Und so wurde zuerst mit dem zirka 25 Quadratmeter großen früheren Schlachthaus ein geeigneter multifunktioneller kleiner Raum als Sudhaus und Braustätte für den Anfang gefunden. Reiter hat bisher beruflich Brauereianlagen geplant und gebaut, so hat er seit November die Geräte und die Ausrüstung für seine kleine Brauerei ganz nach seinen Vorstellungen zusammengestellt.

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Es brauchte einige Testbrauvorgänge um das Zusammenspiel aller Komponenten anzupassen, natürlich nicht nur die technische Seite. Besonders wichtig vor allem die Abstimmung der Zutaten sowie der Arbeitsabläufe. Die Rohstoffe sind Kalchreuther Quellwasser, Spalter Hopfen, Malz aus Kulmbach und Hefe aus der Augsburger Gegend. Mit seinem Brau-Ergebnis ist er mehr als zufrieden, es ist ja vorerst nur als "Zuckerl" für die Gasthaus-Gäste gedacht.

Eine "100-prozentige Ein-Mann-Show"

Die ganze Sache ist eine "100-prozentige Ein-Mann-Show" wie er sich ausdrückt, vom Rohstoffeinkauf bis zum Fässer waschen über das Abfüllen erledigt er also alle anfallenden Arbeiten alleine. Aktuell ist keine Expansion geplant, seine glänzenden Augen aber verraten ein eventuell perspektivisches Denken, wobei im Moment mit dem zu erwartenden zweiten Kind die Familienplanung absoluten Vorrang hat, wie er meint. Momentan produziert er vier mal 50 Liter, ausschließlich Fassbier (keine Flaschenabfüllung) in der Woche. Auf Wunsch und Vorbestellung verkauft er sein Bier im 10 und 20 Liter Fass in der Umgebung auch über die Straße.

Bier aus Franken gesucht: Quizrunde Nr. 2

© Montage: Sabine Schmid

Erkennen Sie fränkische Landbiere am Wappen? Machen Sie den Test!

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Frage 1/10:

Hier sitzt es sich gut. Ein Prost auf welche Brauerei?

Die Brauerei Schleicher ist in der Gemeinde Itzgrund daheim, eingebettet in eine Hügellandschaft, links und rechts des Flüsschens Itz, zwischen Bamberg und Coburg. 1880 von Andreas Schleicher gegründet, hat sich die Brauerei in den vergangenen Jahren auch einen Namen für Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung gemacht und ist inzwischen Forschungsstelle für Malz und innovative Getränke. So gibt es beispielsweise auch ein glutenfreies Demeter-Bier im Sortiment, das Schleicher "Natural". Aber warum ein Storchen-Pils? Ganz einfach: Seit vielen Jahren lebt und nistet auf dem Dach der Brauerei ein Storchenpaar, das inzwischen weit über Itzgrund bekannt ist.

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Frage 2/10:

Ritter mit Flügeln: Wer braut denn den?

Die Brauerei Gradl befindet sich in Leups, nördlich von Pegnitz, im Naturpark Fränkische Schweiz/Veldensteiner Forst. Seit 1683 im Familienbesitz, wird hier vor allem das eher dunkle Leupser Bier nach altem Rezept gebraut. Ein Pils gibt es auch, im Mai und zu Weihnachten wird auch ein kräftiger Bock ausgeschenkt.

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Frage 3/10:

Tierisch gut: Wer steckt hinter diesem Verschluss?

Exakt im Jahr 1900 begannen Josef und Maria Reh in Lohndorf, im Ellertal östlich von Bamberg, eine Metzgerei und einen Flaschenbierhandel zu führen. Ein Jahr später bauten sie schon ein Brauhaus, das Bier lagerten sie in einem nahen Felsenkeller am Waldrand. Gut 120 Jahre später wird hier in der vierten Generation erfolgreich gebraut, mit Bergquellwasser aus dem Ellertal.

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Frage 4/10:

Ein Hauch von Afrika: Wer kennt's?

Keller, Lager, Vollbier, Pils: Die Buttenheimer Löwenbräu ist ein Familienunternehmen, das seit 1880 von einer Generation an die nächste weitergegeben wird.

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Frage 5/10:

Ein stolzes Wappen! Wer braut hier seit 1467?

In Zentbechhofen (Höchstadt) wird seit über 550 Jahren gebraut. Vollbier, Landbier, Kellerbier, Hell und Hefeweizen hat Braumeister Timo Baier im Angebot.

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Frage 6/10:

Was sprudelt vor dieser Wehrmauer?

Ein Bier aus Altmühlfranken: Die Brauerei Ritter St. Georg ist in Nennslingen daheim, wenige Kilometer östlich von Weißenburg. Hopfen und Malz stammen aus der Region, das Wasser aus den Tiefen des Jura und der Fränkischen Alb. 1654 gründete der Bierbrauer Georg Engelhardt die Brauerei, 1778 kaufte sie ein Johann Daniel Gloßner, seitdem ist sie im Familienbesitz der Gloßners.

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Frage 7/10:

Seit 1678 an der Quelle: Wer ist's?

Oberlaleida-Obaladara! Eine Brauerei und eine Schankwirtschaft gibt es seit 1687 im Oberleinleitertal bei Heiligenstadt. Die Familie Ott übernahm 1822 das Anwesen Oberleinleiter Nr. 6, und schenkt dort unter anderem auch das süffige "Obaladara" aus. Bergquellwasser, Malzschrot, Hopfen und eine ganz leichte Karamelnote - das passt!

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Frage 8/10:

Hopfen, Malz und Brauwerkzeug: Wer ist's?

Nicht nur Wanderfreunde in der Fränkischen schätzen das "Hetzelsdorfer": Im Gasthaus Penning-Zeißler gegenüber der St. Matthäus-Kirche kehrt man meist länger ein als nur für eine Verschnaufpause. Das liegt auch am süffigen, dunkel-würzigen Bier, das hier in der Privatbrauerei Penning-Zeißler gebraut wird.

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Frage 9/10:

Ein Bier mit Aussicht: Welches ist's?

Die 1872 gegründete Privatbrauerei Schübel liegt im Herzen von Stadtsteinach im Landkreis Kulmbach, südlich der auf dem Verschluss abgebildeten Burgruine Nordeck. In der inzwischen schon fünften Generation wird das Familienunternehmen von Jürgen Münch und Andrea Schübel-Münch geleitet. Insbesondere das "A fränkisch" und das "Drachenseidla" sind auch im Raum Nürnberg keine Unbekannten mehr. Letzteres, ein unfiltriertes Kellerbier, wurde ursprünglich für den Georgimarkt in Presseck gebraut, wenn die Gemeinde im Zeichen des Drachen feiert.

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Frage 10/10:

Zwei gekrönte Löwen - und welche Brauerei?

Im wunderschönen Ahorntal, am Tor der Fränkischen Schweiz zu Bayreuth, begann im Jahr 1866 der Landwirt Bernhard Stöckel mit dem Bierbrauen - und das mit anhaltendem Erfolg. Die Stöckels integrierten über Jahrzehnte die Brauerei mit viel Erfindergeist in den Bauernhof in Hintergereuth, der heutige Brauereichef Georg Stöckel schenkt vor allem Pils, Helles Lager, Landbier und Premium Weisse aus.

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Lust auf ein weiteres Quiz?

Dann hier entlang!

Man hat ja schon länger davon gehört, Insider haben es natürlich schon getrunken, das neue Kalchreuther Bier. Jetzt haben sich die Kleinbrauerei und ihr Besitzer Manuel Reiter erstmalig mit einer kleinen Brauereiführung der Öffentlichkeit präsentiert.

Brauerei-Info und Kontakt: Brauerei Drei Linden Kalchreuth , Manuel Reiter , Brauer & Mälzer, Dipl.-Ing. (TUM) Brauwesen und Getränketechnologie, Buchenfühler Straße 2a, 90562 Kalchreuth, Tel. 01 51 / 68 48 63 90 oder online

GEORG HECK

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