Dienstag, 12.11.2019

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Erlangen: "Es schlägt schon Zwölf"

OB Florian Janik warnt bei Solidaritäts-Kundgebung für die Opfer des Anschlags von Halle vor erstarkendem Rechtsextremisums - 14.10.2019 11:00 Uhr

Solidaritäts-Kundgebung auf dem Rathausplatz für die Anschlag-Opfer von Halle. © Harald Sippel


Es sei "Glück und Geschenk, dass wir nach 1945 nun wieder jüdisches Leben in unseren Städten haben", so Janik, das man sich von Rechtsextremisten nicht kaputtmachen lasse. Deutliche Worte richtete Janik an die Adresse der AfD: die Partei sei mitverantwortlich, dass "Gewalt wieder salonfähig" werde, und deren Führungspersonal spiele dabei die Rolle der "geistigen Brandstifter". Es dürfe spätestens ab jetzt "keinerlei Toleranz auch nur gegen den leisesten Anflug von Rassismus" mehr geben. Es gehe nicht um einen "Einzeltäter": Der Neonazismus und sein Terror seien inzwischen zu einer "realen Gefahr" herangewachsen. "Es ist nicht mehr fünf vor Zwölf, es schlägt schon Zwölf, und wir alle sind gefordert zu handeln", rief der OB unter großem Beifall die Bürger auf.

Gegen "die Hetzer im Hintergrund" nahm auch Ester Limburg-Klaus, Vorsitzende der Jüdische Kultusgemeinde Erlangen, dezidiert Stellung. Sie initiierte eine Schweigeminute für die Toten und Verletzten von Halle, erinnerte an die Morde an Shlomo Lewin und Frieda Poeschke in Erlangen Anfang der 80er und bilanzierte: "Der Judenhass hat wieder eine schreckliche Dimension in Deutschland erreicht". Dennoch dürfe sich keinesfalls Angst durchsetzen: "Wir leben unser Judentum, und jetzt erst recht".

"Der ekelhafte Anschlag von Halle erfordert eine Antwort!", so Frank Riegler von der "Aktion Courage" die Motive der gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Erlangen organisierten Kundgebung. Der jüngste Anschlag sei nicht nur einer gegen Juden, sondern "gegen jeden Demokraten, gegen die offene Gesellschaft und gegen die unantastbare Menschenwürde" gerichtet. Dagegen gelte es aufzustehen: "Wir sind mehr als die, die unseren Staat und unsere Demokratie angreifen", betonte Bürgermeisterin Elisabeth Preuß.

hgb

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