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Eine kleine Dose soll im Notfall in Erlangen helfen

"Notfalldose" birgt einen Zettel mit wichtigen medizinischen Informationen - 12.02.2019 05:55 Uhr

Am besten, so Gertrud Fleisch, deponiert man die Notfalldose im Kühlschrank. © Fotos: Klaus-Dieter Schreiter


Während eines Pausengesprächs im Rahmen eines Seminars hatte Gertrud Fleisch zufällig von einer Notfalldose gehört. Als Leiterin des Seniorentreffs in der Markusgemeinde fand sie das Thema so interessant, dass sie sich intensiv damit beschäftigt hat. "Das System ist so brillant, einfach und einsatztauglich, dass ich es auch in unserer Gemeinde vorgestellt habe", schwärmt die engagierte Seniorenbetreuerin. Und dort ist es bei den Seniorinnen und Senioren inzwischen prima angekommen.

Es geht darum, bei einem Notfall im Haushalt den herbeieilenden Rettern sofort alle notwendigen Informationen über den Patienten zu geben. Denn oft, weiß Gertrud Fleisch, sind die Menschen in Not nicht ansprechbar, darum kann wichtige Zeit vergehen, bis ein Notarzt oder Retter die richtigen Maßnahmen einleiten kann. In der sogenannten "Notfalldose" sind diese wichtigen Informationen auf einem Vordruck aufgeschrieben und geben den Rettern vor Ort genau die Auskünfte, die sie über den Patienten benötigen.

Neben dem Namen und dem Geburtsdatum wird darauf die Muttersprache, die Blutgruppe, und vor allem Krankheiten und Arzneitherapien beschrieben. Auch bereits vorhandene Diagnosen und operative Eingriffe können auf dem Notfallblatt vermerkt werden. Wo Medikamente stehen, wo sich eine Patientenverfügung befindet, und ob es einen Organspenderausweis gibt, kann in dem Blatt auch notiert werden.

Und wo finden die Retter die Notfalldose mit dem Infoblatt? "Der Hinweis für die Retter, dass es im Haushalt eine Notfalldose gibt, befindet sich bereits durch einen Kleber an der Innenseite der Haustür", erläutert Gertrud Fleisch. Ein zweiter Kleber wird dann an der Tür des Möbelstücks angebracht, in dem sich die Dose befindet. Der Kühlschrank sei dafür besonders geeignet, sagt sie.

So sieht die Notfalldose aus.


Rettungsdienstleiter Thomas Heideloff hat die Mitarbeiter der Erlanger Rettungsdienste bereits mit einem Merkblatt darüber informiert, dass es in der Stadt diese Notfalldosen gibt, und wie sie zu finden sind. Die Ärzte sind ebenfalls informiert, sie helfen auch beim Ausfüllen der Infoblätter.

Um dieses Notfallsystem "anzuschieben", hat Gertrud Fleisch zunächst auf eigene Rechnung 500 der Dosen bestellt und in der Markuskirche unter die Leute gebracht. Die Kirche verkauft das Stück für 2,50 Euro, 90 Cent davon gehen in die Seniorenkasse. "Wir wollen aber kein Verkaufsbüro für Notfalldosen sein", sagt Fleisch, und hofft, dass nun auch andere Organisationen diese Initiative unterstützen. Mit dem Seniorenamt der Stadt sei bereits der Kontakt geknüpft, es wolle die Aktion im Frühjahr ebenfalls unterstützen, freut sich Gertrud Fleisch.

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KLAUS-DIETER SCHREITER

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