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Montag, 21.10.2019

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Der neue Supermarkt in Uttenreuth darf kein Flachbau sein

Die Jugendklimakonferenz stellt ähnliche Forderungen wie der Gemeinderat und sucht Wege - 30.06.2019 17:01 Uhr

Eine lange Liste an Themen und Ideen arbeiteten die Kinder und Jugendlichen bei der zweiten Jugendklimakonferenz ab und gossen sie teils in konkrete Anträge an den Gemeinderat. © Alexander Hitschfel


Die in der Gemeinde ins Leben gerufene Jugendklimakonferenz erfreut sich bei Kindern und Jugendlichen größter Beliebtheit. Jetzt traf man sich erneut, um nicht nur über Klimaschutz zu reden, sondern Maßnahmen anzustoßen, die auch konkrete Ergebnisse bringen sollen.

"Mit so einer Resonanz habe ich nicht gerechnet", freut sich Uttenreuths Bürgermeister Frederic Ruth und ist gleichzeitig mächtig stolz auf die Uttenreuther Jugend. Nach einer bereits starken Beteiligung bei der "1. Uttenreuther Jugendklimakonferenz" im April dieses Jahres trafen sich am vergangenen Montagabend im Pfarrsaal von Sankt Kunigunde nun erneut 40 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, um nicht nur über Klimaschutz zu reden, sondern auch zu handeln.

"In naher Zukunft werden die Sitzungen des Gemeinderates wohl noch um ein paar Tagesordnungspunkte und Beschlussanträge aufgestockt", schmunzelt Ruth, denn die rund 40 Teilnehmer formulierten im Rahmen ihres zweiten Treffens konkrete Anträge und Empfehlungen, mit deren Umsetzung sich der Uttenreuther Gemeinderat in seinen nächsten Sitzungen beschäftigen wird. Bürgermeister Frederic Ruth, der die Veranstaltung moderierte und gemeinsam mit Gemeinderatsmitgliedern der Unabhängigen Bürger, der SPD und der Grün-Alternativen Liste organisiert hatte, hielt sich mit seiner Meinung zurück; vielmehr überließ er dem Nachwuchs das Geschehen.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung wurde von einem Jugendlichen gefordert, doch den vielfältigen Themenkatalog einmal nach dem Buchstaben "K" für Klimaschutz und "A" für Artenschutz zu kategorisieren. Schnell merkten die Teilnehmer, dass es beim Thema "Klimaschutz" auch schnell zu Zielkonflikten kommen kann, nämlich dann, wenn man Klimaschutz und Sozialverträglichkeit miteinander in Verbindung bringt.

Im Rahmen der rund zweistündigen Arbeitssitzung wurde eine Vielzahl an Anträgen formuliert, die demnächst im Gemeinderat behandelt werden sollen. So forderten die jungen Leute, dass der neue Supermarkt in der Erlanger Straße nicht einstöckig gebaut werden soll, sondern mit Stockwerken überbaut werden soll. Hier habe der Gemeinderat bereits entsprechend gehandelt und habe noch im Vorfeld der Konferenz einen ähnlich lautenden Beschluss gefasst, so Ruth. Über das Thema "gemeindliche Subventionen für Dämmen und Isolierglas" wurde unter den Jugendlichen kontrovers diskutiert. Während einige Jugendliche der Meinung waren, dass die Gemeinde hier mit Steuergeldern im Rahmen eines erweiterten, kommunalen Fassadenförderungsprogrammes energetische Sanierungsmaßnahmen bezuschussen sollte, wurde von anderen Teilnehmern mit dem Thema "Sozialverträglichkeit" dagegengehalten. Schließlich einigte man sich darauf, dass von Seiten der Konferenz das Thema nicht zusätzlich "befeuert" wird, sondern nur eine untergeordnete Rolle spielen soll.

In einem weiteren Antrag will man die Gemeinde dazu verpflichten bei kommunalen Neu- und Umbauten möglichst energieeffizient zu bauen. Intensiver wurde auch über das Thema "Bodenversiegelung" diskutiert. Die ursprüngliche Idee aus der April-Sitzung Kiesgärten im Gemeindegebiet gänzlich zu verbieten, wurde nach einer intensiven Diskussion im Plenum wieder verworfen. Zu sehr würde man mit dieser Forderung die Rechte der Uttenreuther Bürgerinnen und Bürger beschneiden. Der Punkt wurde schließlich von der Agenda gestrichen. Einig war man sich aber darin, dass man Mittel und Wege finden solle, die Bodenversiegelung, auch bei der Realisierung von neuen Baugebieten möglichst gering zu halten. Die Liste der abzuarbeitenden Themen im Rahmen der Jugendklimakonferenz war an diesem Abend lang. Die in der Konferenz gefassten Beschlüsse sollen nun dem Gemeinderat zur Entscheidung vorgelegt werden.

Für Bürgermeister Frederic Ruth eine gelungene Veranstaltung, denn einerseits werde in der Gemeinde nachhaltiger Klimaschutz im Rahmen des Machbaren betrieben, zum anderen sei es gelungen, mehrere Dutzend Kinder und Jugendliche für die Arbeit in der Kommunalpolitik zu begeistern, so Ruth am Rande der Veranstaltung, der sich freute mit dieser Veranstaltung gleich "mehrere Fliegen mit einer Klappe erschlagen" zu haben.

ALEXANDER HITSCHFEL

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