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Debatte mit Erlanger OB-Kandidaten sorgt für Ärger

Florian Janik und seine Herausforderer stellten sich den Fragen von Migranten - 25.01.2020 11:00 Uhr

Wird bei der Kommunalwahl gegen viele Herausforderer antreten: Erlangens Oberbürgermeister Florian Janik (links), hier in einem Interview mit den Erlanger Nachrichten. © Edgar Pfrogner


Schon jetzt wollen mit Amtsinhaber Florian Janik (SPD) sowie seinen Herausforderern Jörg Volleth (CSU), Susanne Lender-Cassens (Grüne), Holger Schulze (FDP), Joachim Jarosch (ÖDP), Anette Wirth-Hücking (FWG) und Johannes Pöhlmann (Erli) sieben Frauen und Männer ins Erlanger Rathaus. Möglicherweise werden es bis zur Abstimmung am 15. März noch mehr: Etwa dann, wenn bis 3. Februar mindestens 385 Unterstützerunterschriften für die Klimaliste zusammenkommen.

Auf dem Podium am Mittwochabend saßen aber lediglich vier Bewerber: nämlich Janik, Volleth, Lender-Cassens und Schulze. Weitere habe das Büro für Chancengleichheit und Vielfalt der Stadt Erlangen für den Ausländer- und Integrationsbeirat (AIB) trotz heftiger Proteste nicht eingeladen, sagen die Kritiker.

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"Mit Chancengleichheit hat diese Teilnehmerliste nichts zu tun", betont Sebastian Hornschild im EN-Gespräch. Falls die Klimaliste zur Kommunalwahl 2020 in der Hugenottenstadt zugelassen wird, ist der frühere Aktivist von Fridays for Future (FFF) einer von Janiks Rivalen.

Mehr Interesse an Klimaschutz

Auch wenn bei der Debatte auf den Umstand, weshalb nur vier OB-Kandidaten den Besuchern Frage und Antwort stehen, eingegangen wurde, beharrt Hornschild auf seiner Kritik: "Die etablierten Parteien blieben unter sich." Die letzten Monate hätten gezeigt, dass sich viele mehr Einsatz für Umwelt- und Klimaschutz von Seiten der Politik wünschten und dazu auch Informationen wollten: "Das wurde bei der Auswahl der Diskutanten nicht berücksichtigt".

Erlanger Linke (Erli), FWG und ÖDP fühl(t)en sich ebenfalls übergangen. Ihren Unmut adressierten die drei "Kleinen" im Stadtrat direkt an die Mitglieder des AIB. In dem Schreiben, das den EN vorliegt, äußern sie ihr Unverständnis über die Besetzung auf dem Podium. Es erschließe sich ihnen nicht, auf welch "halbwegs objektive Maßstäbe" sich die Organisatoren berufen, mit den ausgewählten Kandidaten die "vier aussichtsreichsten" gefunden zu haben. "Wir", so heißt es in dem Brief, "halten das für ein willkürliches Kriterium." Der Verfasser des Papiers, Erli-Stadtrat und OB-Kandidat Johannes Pöhlmann, sieht das Ganze weiterhin skeptisch: "Das Parteien-Spektrum war nicht repräsentiert", sagt er den EN, "das ist nicht gut."

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Die AIB-Vorsitzende selbst widerspricht dieser Darstellung: "Das stimmt so nicht", betont Lütfiye Yaver auf Nachfrage. Das Gremium habe zunächst weit mehr als vier Kandidaten zur Diskussion eingeladen, sei allerdings durch das "neue Veranstaltungsformat", wie sie die Debatte in einfacher Sprache nennt, zu einer anderen Entscheidung gelangt: "Wir wollten mit der Debatte jene erreichen, die sonst eher nicht zu solchen Veranstaltungen gehen; zu viele Gäste auf dem Podium hätten da den Rahmen einfach gesprengt." Pöhlmann indes bezweifelt diese Aussage: "Das war keine Ausladung", sagt er, "das war ein Ausschluss".

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