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Bürgerbus für Uttenreuth und Marloffstein

Seniorenbeirätin Ute Weinecke stellte Konzept im Gemeinderat Uttenreuth vor - 23.12.2018 15:00 Uhr

Das Vorbild von Heßdorf macht Schule: Auch die Gemeinden Uttenreuth und Marloffstein überlegen nun, gemeinsam einen Bürgerbus anzuschaffen. © Klaus-Dieter Schreiter


Das Gemeindegebiet Uttenreuth/ Weiher sei sehr weitläufig und die Bewältigung der langen Wege für viele Mitbürger eine Herausforderung, so Weinecke in ihrem Sachvortrag. Gerade ältere und behinderte Bürger würden die weiten Wege nicht mehr schaffen und seien auf Nachbarn oder Angehörige angewiesen, wenn sie einkaufen gehen möchten, so die Seniorenbeirätin. Der geplante Bürgerbus solle den Bewohnern der Gemeinde die Möglichkeit geben, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen zu erreichen. Nach ihrer Planung soll der Bürgerbus kostenfrei sein und der Bus allen Mitbürgern zur Verfügung stehen. Den Unterhalt des Busses will Weinecke über Spenden finanzieren.

Fertiges Konzept

Seit der Gemeinderatssitzung vom 19. Juni 2018, in der der Gemeinderat die Grundidee bereits begrüßt hatte, ist viel passiert. Inzwischen wurde ein fertiges Konzept ausgearbeitet. Dieses Konzept sieht für Uttenreuth und Weiher einen Rundkurs mit insgesamt 18 Haltestellen, verteilt quer über das Gemeindegebiet, vor. Als Bus ist ein Neunsitzer-Kleinbus vorgesehen, der mit einem normalen Autoführerschein gefahren werden kann. Die Haltestellen will Weinecke allesamt mit kleinen Haltestellen-Schildern kenntlich machen.

In der Erprobungsphase sei vorgesehen, dass der Bürgerbus in Uttenreuth/Weiher an einem Tag in der Woche fahren soll. Wird der Bus gut angenommen, könnten weitere Tage und/oder Runden eingeplant werden, ist die Seniorenbeirätin der Meinung. In der für die Bürgerbeförderung ungenutzten Zeit könnte der Bürgerbus von den örtlichen Vereinen genutzt werden, so Weinecke.

Realisierbar sei das Projekt aber nur, wenn es gelinge, eine ausreichende Anzahl an freiwilligen Fahrern zu finden, die ein- bis zweimal pro Monat einen solchen Bürgerbus steuern. Gesucht würden deshalb rüstige Bürgerinnen und Bürgern, die bereit sind, pro Monat etwas Zeit für das Allgemeinwohl zu opfern. Wer sich hier engagieren würde, der könnte sich im Rathaus unter der Telefonnummer  (0 91 31) 5 06 91 05 melden. Die ehrenamtlichen Fahrer sind über die Gemeindeehrenamtsversicherung abgesichert.

Insgesamt sind fünf Haltestellen in Weiher und zwölf Haltestellen in Uttenreuth vorgesehen. Mit der Haltestelle im "Einkaufszentrum Buckenhof/ Spardorf" mit Geschäfte- und Ärztehäusern kommt eine weitere Haltestelle hinzu. Der Gemeinderat müsse nun überlegen, ob man einen solchen Bürgerbus kaufe, lease, oder anfänglich nur miete, so Weinecke.

Während die Hinfahrt nach einem genau definierten Zeitplan ablaufen soll, soll die Route für die Heimfahrt von den Fahrern an die Ziele der jeweiligen Mitfahrer gestaltet werden. Auch konkrete Kosten wurden bereits ermittelt. Dabei komme es darauf an, ob ein solcher Neunsitzer-Bus gekauft, geleast, oder gemietet wird. Oben drauf kommen die Kosten für die Haltestellen-Schilder (2000 Euro), die Flyer für den Fahrplan (400 Euro), eigene Fahrermützen (100 Euro) und eine Folierung des Busses (500 Euro). Bürgermeister Frederic Ruth hatte in seinem Beschluss-Vorschlag die Varianten bezüglich der Kosten gegenübergestellt.

Bei einem Kauf könnten sich die Gemeinden Uttenreuth und Marloffstein die Anschaffungskosten in Höhe von insgesamt rund 40.00 Euro teilen. Überlegt werden könnte auch, das Fahrzeug in den schon funktionierenden Carsharing-Betrieb einzubinden, so Ruth.

Bedarf steht fest

Aber, besteht überhaupt ein Bedarf? Nach der Meinung des Gemeinderates brauche es keine erneute Bedarfsabfrage, ein solcher sei bereits festgestellt worden. Quer durch alle Fraktionen konnte man sich mit dem vorgelegten Konzept anfreunden. Reinhard Horlamus (SPD) freute sich darüber, dass das Konzept nun erneut auf den Tisch komme. Vor acht Jahren habe die SPD einen Vorstoß gewagt. Dieser sei aber wegen der Versicherung wieder verworfen worden.

Gertrud Trabold (Die Unabhängigen) sprach sich, wie auch andere Ratsmitglieder, für die "Car-Sharing-Variante" aus, da ihrer Meinung nach diese Variante finanziell günstiger für die Gemeinde sei. Ähnlich sahen dies auch andere Ratsmitglieder. Gemeinderätin Ine Heinrich (Die Unabhängigen) erinnerte daran, dass man einen Umlageschlüssel für die Kostenaufteilung zwischen den Gemeinden Uttenreuth und Marloffstein festlegen müsse. Marloffstein wird den Fahrplan selbst beisteuern.

Weil am Ende der Diskussion noch einige Fragen offenblieben, wurde die Verwaltung beauftragt, diese zu klären.

Ein Grundsatzbeschluss, dass man aber die Einführung eines solchen Bürgerbusses wolle, wurde einstimmig gefasst und zwar bejaht. In einer der nächsten Sitzungen soll nun das Thema das endgültig behandelt werden.

ALEXANDER HITSCHFEL

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