Dienstag, 12.11.2019

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Bubenreuth hat jetzt auch einen Waldkindergarten

Dank einer logistischen Meisterleistung konnte jetzt die neue Einrichtung eröffnet werden - 15.10.2019 10:00 Uhr

Ab sofort wird der Wald erobert: Die selbst ernannten Strolche freuen sich auf die Kombination von Lernen und Spielen in einer einmaligen Umgebung mitten unter hohen Bäumen. © Klaus-Dieter Schreiter


Erst im Herbst 2018 hatte der Gemeinderat beschlossen, für den Bubenreuther Nachwuchs zwischen drei und sechs Jahren eine alternative Betreuungsmöglichkeit einzurichten. Obwohl in Bubenreuth bereits 155 Kindergartenplätze vorhanden waren, gab es so viele Nachfragen, dass Wartelisten geführt werden mussten.

Eine neue Bedarfsplanung hatte dann auch ergeben, dass zunächst 20 weitere Kindergartenplätze erforderlich sind. Schnell war man sich im Rat einig, dass ein Waldkindergarten die richtige Lösung sei, zumal der Musikkindergarten bereits Interesse bekundet hatte, ihn zu betreiben. Ein Standort im Wald oberhalb der Birkenallee mit Zugang vom Parkplatz an den Wertstoffcontainern war auch schon ausgemacht worden. Der Eigentümer Wolfgang Fritsch hat das etwa 500 Quadratmeter große Grundstück mitten im Wald sogar auf 25 Jahre an die Gemeinde günstig verpachtet.

Nachdem der Gemeinderat 120 000 Euro für das Projekt "Waldkindergarten" genehmigt hatte, wurde ein "Bauwagen" bei einer Leipziger Firma in Auftrag gegeben. Der Bauhof richtete das Grundstück nach den Plänen des Architekturbüros Lübeck und Summa her. Vor einigen Tagen wurde der "Bauwagen" dann angeliefert. Allerdings ist die Bezeichnung "Bauwagen" stark irreführend, denn es handelt sich um ein zehn Meter langes Holzhaus auf Rädern, das nahezu jeden Komfort bietet, den man in einem Kindergarten benötigt.

So liefert sogar ein Solarpanel den nötigen Strom, und eine gut eingerichtete Küche gibt es auch. Der Transport von der Birkenallee hinauf in den Wald sei, so erzählte Bürgermeister Norbert Stumpf während der Einweihungsfeier, eine logistische Meisterleistung gewesen. Gemeistert werden konnte die nur, weil die Landwirte Clemens Schmitt und Jan Rudolph — einer zog das lange Gefährt mit seinem Traktor durch den Wald den Berg hinauf, der andere schob es — so professionell mit ihren Maschinen umgehen konnten.

Was so da oben im Wald für die Kinder geschaffen worden ist, machte die vielen Besucher während der Einweihungsfeier sprachlos. Es wurde sogar noch eine Jurte aufgestellt, der Bauhof hatte nicht nur das Gelände hergerichtet, sondern auch noch Bänke und Tische gezimmert.

Ein Insektenhotel spendierte die Gemeinde, und der Bubenreuther Bürger Norman Treitl hat der Gemeinde sogar noch ein 1000 Quadratmeter großes Grundstück direkt neben dem des Waldkindergarten geschenkt. Das können die Kinder nun mitnutzen. 

So ist ein Idyll entstanden für die Waldstrolche — diesen Namen haben sich die Kinder nach langem Überlegen selbst gegeben — das seinesgleichen sucht. Eine unbefristete Betriebserlaubnis war dann auch kein Problem, und so können die 20 Kinder mit ihren drei Erziehern Benedikt, Daniela und Sarah nun Wald, Boden, Pflanzen und Tiere erkunden, die es in ihrer Nachbarschaft gibt. Kindergartenleiterin Christiane Bayer möchte aber auch, dass die 28 Kinder im "festen" Musikkindergarten den Waldkindergarten mitnutzen. Darum soll jeweils freitags ein "Rollentausch" stattfinden.

Gekostet hat das Projekt rund 120 000 Euro. Das sei eine Punktlandung, freute sich Bürgermeister Stumpf während der Einweihung. Und Zuschüsse von 90 Prozent werden auch noch erwartet.

kds

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