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Sonntag, 20.10.2019

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Baiersdorfer kämpfen gegen die Schneemassen an

15 Männer des örtlichen THW befreien momentan vor allem die Dächer öffentlicher Gebäude von der schweren Last in Weiß - 12.01.2019 06:00 Uhr

Mit den Kollegen anderer Ortsgruppen, die hier mit einem Radlader anrücken, helfen auch die Baiersdorfer THWler eifrig mit, die Folgen des Schneechaos in den Alpen zu mildern. © Foto: Sabine Dobel/dpa


Um 3 Uhr früh brachen gestern zwölf THWler aus Baiersdorf mit zwei Mannschaftstranport- und einem Gerätekraftwagen in das Katastrophengebiet auf. Um 8 Uhr trafen sie im Landkreis Traunstein ein.

Die zentrale Einsatzleitung hat das dortige Landratsamt übernommen. Außer Abordnungen des THW versuchen noch Einheiten der Bundeswehr, der Feuerwehren und der DLRG, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, die Auswirkungen der extremen Wetterbedingungen halbwegs in den Griff zu bekommen.

Die Baiersdorfer haben den Auftrag, in erster Linie dafür zu sorgen, dass die Dächer öffentlicher Gebäude aufgrund der Unmenge an Schnee nicht einbrechen. Ortsbeauftragter Jonathan Wedler: "Am stärksten gefährdet sind natürlich die Flachdächer. Bei Giebelhäusern rutscht dagegen ein Großteil des Schnees ab, was aber dann wiederum für Fußgänger, die unten vorbeilaufen, gefährlich werden kann."

Noch schlimmer als die momentanen Schneefälle wäre es, wenn es bei leichten Plusgraden zu regnen beginnen würde. In diesem Fall pappen die Kristalle zusammen und das Gewicht der Last auf den Dächern nimmt noch einmal deutlich zu.

Bis Sonntag läuft vorerst der Einsatz der Baiersdorfer. Falls keine Wetterberuhigung eintritt, könnte er verlängert werden.

Bei den Räumarbeiten wird auf regelmäßige Ruhepausen geachtet. "Es macht keinen Sinn, wenn unsere Leute ohne Unterbrechung schuften. Dann sind sie irgendwann fix und fertig — und es geht gar nichts mehr", erläutert Wedler. Stattdessen werden von der Regionalstelle des THW in Nürnberg bei Bedarf weitere Trupps angefordert.

Und so war es auch gestern Nachmittag während des Telefonats unserer Zeitung mit dem Baiersdorfer Ortsbeauftragten. Mitten im Satz musste er stoppen, denn in diesem Augenblick wurde um zusätzliche Verstärkung gebeten.

Den Alarm leitete er sofort weiter, drei weitere THWler aus Baiersdorf schnappten sich ihre Schutzanzüge und machten sich diesmal mit einem Unimog-Kran nach Traunstein auf.

SCOTT JOHNSTON

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