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Ärger um Exerzierplatz: Bedrohen Baumaßnahmen Erlanger Biotop?

Bund Naturschutz blickt besorgt auf Areal rund um Max-Planck-Institut - 17.07.2019 05:54 Uhr

Seit zehn Jahren steht das architektonisch anspruchsvolle Max-Planck-Institut in Erlangen. © Udo B. Greiner


Auch wenn das Max-Planck-Institut (MPI) für die Physik des Lichts in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum feiert und bereits 2016 das neue Gebäude auf dem ehemaligen Exerzierplatz bezogen hat, hält der Bund Naturschutz (BN) an seiner Normenkontrollklage gegen den zugrunde liegenden Bebauungsplan der Stadt Erlangen fest. Er will damit verhindern, dass eine ökologisch wertvolle Fläche im Süden des ehemaligen Exerzierplatzes noch weiter zerstört wird. Der BN fordert die Stadt Erlangen auf, den Bebauungsplan unverzüglich dahingehend zu ändern, dass keine weiteren Gebäude auf dem Areal entstehen können.

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Richtfest beim Neubau des Max-Planck-Instituts in Erlangen

In zwei Jahren soll mit der Forschung begonnen werden, doch zuvor gab es am Donnerstag das Richtfest beim Neubau des Max-Planck-Instituts für die Physik des Lichts in Erlangen. Naturschützer kritisieren den Bau.


Das MPI entstand auf einem 15 Hektar großen Gelände, das im Gegensatz zum restlichen Teil des Exerzierplatzes und gegen die Forderungen der Naturschützer nicht als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde. Nur 25 Hektar blieben geschützt, obwohl das gesamte, 40 Hektar umfassende Areal als landesweit bedeutsames Biotop ausgewiesen war.


Hier gibt es alles rund ums Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts


Doch die Stadt als Eigentümer gab das Teilstück im März 2011 zur Bebauung frei. Grundlage war der Bebauungsplan 380 ("Exerzierplatz"), der zwar formal korrekt zu Stande gekommen war, nach Meinung des BN aber unter Missachtung von zwingenden Naturschutzrechten. Deshalb hätte aus Sicht der Naturschützer das MPI keine Baugenehmigung bekommen dürfen.

Rund 60 Millionen Euro hat der Freistaat in den Neubau der MPI-Stelle investiert. © Harald Sippel


Rainer Hartmann, Vorsitzender der Erlanger BN-Kreisgruppe, kritisiert die aktuellen Baumaßnahmen östlich des MPI. Durch ein Gutachten im Auftrag des BN wurden im Umkreis des MPI, insbesondere entlang der Staudtstraße, zahlreiche Zauneidechsen nachgewiesen. Diese Fläche wird zurzeit als Ablageplatz für Bauaushub verwendet. Dadurch wird laut BN der Lebensraum der streng geschützten Art nachhaltig zerstört.

Gegen den zugrunde liegenden Bebauungsplan strengte der BN-Landesverband im April 2012 eine Normenkontrollklage vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) an. Dennoch wurde im Juli 2013 mit dem Bau begonnen. Die Klage, die vom Landesbund für Vogelschutz und der Bürgerinitiative "Rettet den Exer" unterstützt wurde, hatte keine aufschiebende Wirkung. Der Verhandlungstermin 2016 beim VGH wurde aufgrund des Nichterscheinens des städtischen Vertreters aus gesundheitlichen Gründen vertagt, der für 2017 angekündigte Ersatztermin bis heute nicht vollzogen. 

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