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Arcaden Erlangen verkauft: Das plant der neue Eigentümer

Eine Surferwelle soll beliebtes Einkaufszentrum noch attraktiver machen - 14.01.2020 10:02 Uhr

Die Erlanger Arcaden sind eines der größten Einkaufszentren der Region.

© Harald Sippel


Die Erlangen Arcaden haben einen neuen Besitzer. Das Einkaufszentrum ist von der Firma "ECE" übernommen worden. Das ece-Projektmanagement mit Hauptsitz in Hamburg entwickelt Einkaufszentren und gehört der Familie Otto ("Otto Versand").

Neuer Center Manager ist Marius Lorbach (38), der die Arcaden seit 1. Juli 2019 leitet, der eigentliche Verkauf wurde im Dezember 2019 abgewickelt. Die Erlangen Arcaden sind, laut dem Branchenblatt Handelsimmobilien Heute, mit zehn Millionen Besuchern pro Jahr "die stärkst frequentierte Shopping Mall der Metropolregion Nürnberg." Das rund 32.000 Quadratmeter große Einkaufszentrum befinde sich in einer der kaufkraftstärksten Regionen Deutschlands, schreibt das Blatt.

Erlanger Arcaden: "Fokus bei der Nachvermietung"

Lorbach, der vorher sieben Jahre in Berlin unter anderem das Linden-Center geleitet hatte, hat sieben leer stehende Geschäfte in den Arcaden neu beleben können. "Auch für die Zukunft liegt der Fokus bei der Nachvermietung darauf, den Besucherinnen und Besuchern einen ausgewogenen Branchenmix zu bieten und auch neue Ideen und Einzelhandelskonzepte nach Erlangen zu bringen", sagt Lorbach. 

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Die Arcaden in Erlangen: Gestern und heute

Von der Hauptpost zum Einkaufsparadies. 2007 öffneten die Arcaden in Erlangen. Das große Einkaufszentrum entstand auf dem Gelände der ehemaligen Hauptpost in der Stadtmitte neben dem Hauptbahnhof.


Mit den neuen Ideen geht es gleich los. Demnächst wird es Ende Januar eine Aktion zum Thema "Augmented Reality" geben. Die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung wird sich im ersten Stock des Einkaufszentrums auf einer großen Leinwand abspielen.

Arcaden-Investor betreibt auch "Franken-Center"

"Zu Ostern planen wir eine bunte und vielfältige Aktion und Dekoration zusammen mit Kindergartengruppen aus der Region", so Lorbach, bevor dann zu Beginn der Sommerferien ein Erlebnis auf dem Programm steht, das buchstäblich Wellen schlagen wird: "Wir wollen mit einer spektakulären Aktion unseren Besucherinnen und Besuchern ermöglichen, auf einer stehenden Welle das Surferlebnis hautnah zu erleben".

Das Unternehmen "Einkaufs-Center Entwicklung" (ece) sieht sich selbst als langfristiger Investor. Unter anderem betreibt es seit 1969 das "Franken-Center" in Nürnberg. Ece ist bei den Einkaufszentren in Innenstädten Marktführer in Europa und hat die Stiftung "Lebendige Stadt" ins Leben gerufen, von der von Kommunen und sich engagierenden Wirtschaftsvertretern kreative und umsetzbare Ideen zur Stadtgestaltung ausgezeichnet werden. Ece betreibt rund 200 Shoppingcenter in Europa und das "City Center Doha" in Qatar, ein Einkaufszentrum der Superlative mit 370 Geschäften.

Erste Pläne sorgten für Widerstand

Die Erlangen Arcaden, die 2007 eröffnet wurden, waren in der Stadt seinerzeit nicht unumstritten. Als das damalige "Management für Immobilien AG" (mfi) im Jahr 2001 erste Pläne für ein Einkaufszentrum mitten in der Stadt einreichte, regte sich Widerstand.

Mfi, das inzwischen zu einem französischem Investor gehört, lenkte 2002 ein und verkleinerte die Einkaufsmeile von der erst angedachten Fläche zwischen Güterhallenstraße und Hochstraße auf das damalige Hauptpost-Gelände. Diese Lösung fand zwar deutlich mehr Anhänger als die erste Planung, doch die Kritik hielt an. Deshalb wurde das von der damaligen Stadtratsmehrheit aus CSU und FDP favorisierte Modell am 13. Juni 2004, am Tag der Europawahl, einem Bürgerentscheid unterzogen. Dabei wurde das Einkaufszentrum von rund 60 Prozent der Wähler befürwortet.

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Umfrage: Gefährden die Arcaden die Vielfalt in der Erlanger Innenstadt?

Die Arcaden in der Erlanger Innenstadt polarisieren. Die Einwohner sind sich nicht einig, welche Auswirkungen der Einkaufskoloss auf das Geschäftsleben in der Innenstadt hat. Praktische Einkaufsmöglichkeit oder der Anfang vom Ende für die Vielfalt in der Innenstadt? Wir haben die Erlanger gefragt:


Die Bürgerinitiative "Stadtverträgliche Arcaden" sammelte trotz diesen Ergebnisses jedoch rund 11.000 Unterschriften mit dem Ziel, ein kleineres Einkaufszentrum an gleicher Stelle umzusetzen. Ziel der Bürgerinitiative war, den befürchteten Kaufkraftentzug der Geschäfte in der Innenstadt aufzuhalten.

Der Stadtrat hatte den zweiten Bürgerentscheid abgelehnt, doch der Verwaltungsgerichtshof in München billigte ihn. Am 18. September 2005 stimmten die Bürger für die Arcaden.

Egbert M. Reinhold

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