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Am Erich Keller findet die erste Taufe auf der Bergkirchweih statt

Ein Höhepunkt während dem traditionellen Gottesdienst am Sonntag am Erlanger Berg - 15.06.2019 16:06 Uhr

Hier am Erich Keller findet der Berggottesdienst statt. © Harald Sippel


Manche Bergbesucher kritisieren, dass der "Berg" immer mehr zur Party-Meile verkommt. Hat es denn heutzutage überhaupt noch eine Bedeutung, dass im Wort "Kirchweih" auch das Wort "Kirche" steckt?

Das ist natürlich in Franken bei einigen Kirchen eine Grundsatzfrage (lacht). Aber jetzt zur Altstädter Kirche: Diese ist eine Dreifaltigkeitskirche, und es ist der Trinitatis-Sonntag, an dem wir auf dem Berg den Gottesdienst haben. Auch wenn das vielen vielleicht gar nicht bewusst ist, aber die Bergkirchweih fällt immer auch auf den Dreifaltigkeitssonntag.


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Fühlen Sie sich auf dem Berg mit dem Gottesdienst am richtigen Platz?

Der Braumeister Christoph Gewalt

Ja. Es kommen immer sehr viele Leute, sicher nicht alle nur wegen dem Gottesdienst, aber das ist ja überhaupt kein Problem. Es ist eine schöne Veranstaltung, bei der auch der Posaunenchor des CVJM mitspielt. Natürlich ist es eine Herausforderung, weil man nicht die brave Gemeinde hat, die man sonst in der Kirche hat — manche reden halt, manche sind auch gar nicht bei der Sache. Aber von der Stimmung her ist es sehr schön. Und es ist ja auch so, dass sich die Kirchengemeinde nicht verstecken will in der Kirche, sondern dass man einfach unter die Leute gehen will. Auf dem Berg ist es ein niedrigschwelliges Angebot.

Gibt es etwas Spezielles, das Sie anders machen als bei der Predigt in der Kirche?

Peter Baumann ist seit vier Jahren 1. Pfarrer in der Altstädter Kirchengemeinde, zuvor war er als Pfarrer in Henfenfeld im Hersbrucker Land tätig. Über die Kirchen in der Hersbrucker Alb zur Zeit des Barock schrieb der Hobby-Historiker ein Buch. Auf der Erlanger Bergkirchweih hält er nun zum vierten Mal eine Predigt. © Foto: Klaus-Dieter Schreiter


Der Gottesdienst ist ja kürzer, etwa eine halbe Stunde. Ich muss mich also knapp halten. Und ich muss natürlich noch mehr als in der Kirche schauen, dass ich die Leute erreiche mit dem, was ich sage. In der Kirche hört man dem Pfarrer automatisch zu. Auf dem Berg muss ich viele auch erst abholen, da mache ich vielleicht eher mal noch einen Witz oder einen Gag.

Diesmal kommt ja in der halben Stunde auch noch eine Taufe dazu. Das ist noch mal eine Herausforderung mehr. Wie kam es denn dazu?

Die Eltern haben mich angefragt. Das Kind wächst keine 50 Meter vom Erich Keller entfernt auf. Insofern habe ich dann auch zugesagt, das zu machen. Ich habe schon überlegt, ob es überhaupt sinnvoll ist, und auch die Eltern haben noch mal überlegt, ob es wirklich passend ist. Und dann sind beide Seiten zu dem Ergebnis gekommen, dass es eine schöne Sache wäre. Es ist noch ein spezieller Event dazu. Ich werde natürlich im Gottesdienst etwas zum Thema Taufe sagen. Es ist ein Gottesdienst, der da oben am Berg viele Menschen zusammenbringt mit einer Familienfeier.

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Wie alt ist das Kind? Wird es später davon erzählen können?

Es ist ein acht Monate alter Junge. Er wird, glaube ich, schon wahrnehmen, dass da etwas Komisches um ihn herum passiert, aber wie der Großteil der Kinder wird er sich über die eigene Taufe irgendwann mal von den Eltern erzählen lassen müssen.


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Und das ist dann etwas Besonderes, denn eine Taufe am Berg gab es außer bei den Schaustellern noch nicht, oder?

Bei den Schaustellern kommt das ja immer wieder mal vor, und erst am Anfang dieser Bergkirchweih gab es da eine Taufe. Aber bei den Anwohnern hatten wir das noch nicht. Die Eltern haben erzählt, dass sie oft auf der Bergkirchweih sind, die Mutter ist hier im Eck aufgewachsen, für sie ist es so einfach stimmig.

 

Interview: Eva Kettler

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