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Aktion in Erlangen gegen den Pflegenotstand

Am Uniklinik können Beschäftigte und Besucher am Montag unterschreiben - 25.05.2019 15:00 Uhr

Immer wieder machen Beschäftigte auf die Missstände im Pflegebereich aufmerksam. © Carmen Jaspersen/dpa


Die Schriftrolle wird lang und länger: Inzwischen umfasst der sogenannte Olympische Brief gegen den Pflegenotstand mehr als 400 Meter. In zahlreichen Städten setzten Klinikbeschäftigte, aber auch Angehörige und Patienten bereits ihre Unterschrift unter das Protestschreiben an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Am Montag, 27. Mai, kommt das Bündnis, dem weit mehr als 20 lokale Gruppen angehören, mit ihrer Initiative an das Erlanger Universitätsklinikum.

Die beiden Personalrätinnen Ines Meissner und Nancy Petzold, die für die ver.di-Betriebsgruppe am Uniklinikum die hiesige Aktion mitorganisieren, hoffen dabei auf große Resonanz. Denn in der Klinik, so berichten die beiden im EN-Gespräch, fehle das Personal an allen Ecken und Enden. "Es betrifft das gesamte Haus", sagt Meissner, "und reicht von der Pflege, über Verwaltung und Küche bis hin zu den Ärzten."

Sie selbst beobachtet die Veränderungen als gelernte Krankenschwester besonders in ihrem Beruf: "Die Kollegen rennen nur noch durch die Gänge und arbeiten schnell ihre Prioritätenliste ab, da bleibt keine Zeit, einem Patienten in Ruhe beim Essen zu helfen." Als die 50-Jährige ihre Ausbildung 1990 in Erlangen begonnen hatte, sei das anders gewesen.

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Doch obwohl die Aufgaben der Kranken- und Gesundheitspfleger mit steigenden Patientenzahlen und zusätzlichen Dokumentationspflichten zunehmen, fehle es an Personal, kritisieren die zwei Mitglieder der Betriebsgruppe der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di).

Permanente Überlastung

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Die Folgen der permanenten Belastung ließen nicht lange auf sich warten — bei Patienten und Beschäftigten. 

Hier gibt´s alles zur FAU

Organisatoren und Unterzeichner fordern daher laut Petition unter anderem eine Personalbemessung am Bedarf für alle Berufsgruppen im Krankenhaus, die Finanzierung aller Investitionskosten und die Abschaffung der Fallpauschalen als Abrechnungssystem.

Endstation Leipzig

Die Mitglieder der ver.di-Betriebsgruppe stehen mit dem Infostand zwischen 11 und 12 Uhr in der Kopfklinik (Schwabachanlage), zwischen 12.15 und 13.45 Uhr beim Internistischen Zentrum/Palmeria (Ulmenweg) und zum Abschluss von 14 bis 15 Uhr im Chirurgischen Zentrum (Krankenhausstraße).

Danach geht der Brief, der Anfang 2019 in Kiel gestartet war, weiter nach Würzburg. Endstation ist am 5. Juni Leipzig: Dort übergeben die Initiatoren die Petition bei der Gesundheitsministerkonferenz an den Chef des Bundesressorts Jens Spahn persönlich.

  

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