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Das James-Webb-Teleskop: Schärfer, weiter, teurer

Mit reichlich Verspätung könnte es das neue Superauge im Universum werden - 02.04.2020 15:33 Uhr

Diese Computeranimation zeigt das Weltraumteleskop James Webb, das 2021 endlich Hubble im All ablösen soll.

© Nasa/dpa


Wenn das Gemeinschaftsprojekt von Nasa, Esa und der kanadischen CSA dann doch mal von einer Ariane-Rakete ins All gebracht wird und funktioniert, könnte das 6,5 Tonnen schwere James-Webb-Weltraumteleskop noch weiter in die Vergangenheit blicken und vielleicht sogar fernes Leben entdecken.

Schon die Parameter lassen auf Großartiges hoffen: Der Spiegel aus 18 Segmenten entfaltet sich erst im Weltall und hat dann einen Durchmesser von 6,5 Metern respektive eine Fläche von 25 Quadratmetern. Neueste Kameratechnik – in Ottobrunn und Friedrichshafen entwickelt - fängt bis zu zehnmal mehr Licht als das Hubble-Teleskop vor allem aus dem Infrarotbereich ein.

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Die schönsten Fotos des Weltraumteleskops Hubble

Am 24. April 1990 reiste das bislang mit Abstand teuerste astronomische Gerät im Bauch des Shuttles Discovery ins All, von vielen mit Argwohn begleitet. Die ersten Fotos waren ein Desaster, doch seit einer Reparaturmission sendet Hubble unentwegt atemberaubende Bilder zur Erde. Die zeigen uns unter anderem den Urknall oder beweisen die Existenz schwarzer Löcher.


Das Gerät wird stets auf der sonnenabgewandten Seite der Erde in Bezug zu ihr unbeweglich verharren und mit ihr um die Sonne kreisen. Dabei schützt es die sensible Optik mit einem tennisplatzgroßem Solarschirm vor Hitze und Licht.

Statt der ursprünglich veranschlagten 3,5 kostet Webb schon knapp zehn Milliarden US-Dollar. Das ist auch gut das Dreifache dessen, was der riesige Teilchenbeschleuniger Cern bei Genf gekostet hat.

In der thermischen Vakuumkammer wird das James Webb Teleskop testweise aufgebaut und die Bedingungen im All werden simuliert.


Die Mission ist also zum Erfolg auf den ersten Anlauf verdammt, was die mehrfache Verschiebung erklärt - die Ingenieure müssen sicher sein, dass im All jedes Instrument funktioniert und prüfen jedes Teil noch am Boden auf Herz und Nieren.

Das Teleskop wird nämlich 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt Station beziehen – zu weit weg, um Astronauten bei technischem Versagen auf Reparaturmission zu schicken.

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