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BN: Geplante Stromtrasse ist "Sackgasse für Energiewende"

Genauer Verlauf noch unklar - Proteste gegen Vorhaben - 15.05.2017 12:44 Uhr

Der Bund Naturschutz in Bayern kritisiert die geplante Stromtrasse. © dpa


Um den konkreten Verlauf der Stromautobahn "Südlink" verbindlich festlegen zu können, hat die Bundesnetzagentur auch in Nordbayern Hinweise zur geplanten Trasse eingesammelt. Am Montag sprachen sich bei der sogenannten Antragskonferenz in Bad Kissingen mehrere Bürgermeister und Verbände Unterfrankens für alternative Trassenverläufe aus, weil sie in ihrer Region negative Auswirkungen beispielsweise auf Wald, Wasservorräte, Tierarten und ähnliches fürchten.

"Diese Hinweise kommen schließlich ins Hausaufgabenheft für den Netzbetreiber Tennet", sagte Bundesnetzagentur-Sprecher Fiete Wulff. Tennet muss nun allen gesammelten Hinweisen nachgehen und dazu Stellung beziehen. Am Ende dieser sogenannten Bundesfachplanung, voraussichtlich Ende 2018, soll ein 500 bis 1000 Meter konkreter Trassenkorridor verbindlich festgelegt sein.

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Der Netzbetreiber Amprion plant eine rund 450 Kilometer lange Hochspannungsleitung von Sachsen-Anhalt bis ins schwäbische Meitingen. Ursprünglich verlief der bevorzugte Trassenkorridor quer durch Ober- und Mittelfranken sowie durch die Oberpfalz. Im Juni 2015 präsentierte Wirtschaftsminister Gabriel einen neuen Verlauf.


Auch der Bund Naturschutz in Bayern (BN) nutzte die Gelegenheit und kritisierte die geplante Stromtrasse vom Norden in den Süden. Die Umweltschützer protestierten vor Beginn der öffentlichen Veranstaltung mit Trillerpfeifen und Plakaten gegen den Ausbau. Die Stromautobahn vom Norden in den Süden sei eine "Sackgasse für die Energiewende". "Die Trasse, ob als Freileitung oder als Erdkabel, ist der falsche Weg und führt uns nicht auf den Weg der Energiewende", sagte der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Bad Kissingen, Franz Zang.

BN kritisiert Vorhaben

Der BN ist generell gegen die etwa 700 Kilometer lange Gleichstromtrasse, die hauptsächlich mit Erdkabeln Strom vom Norden in den Süden führen soll. Der BN ist davon überzeugt, dass die geplante zentrale Stromversorgung unnötig ist. Eine dezentrale Energieversorgung sei jedoch nicht untersucht worden, kritisieren die Naturschützer.

Bundesnetzagentur-Sprecher Wulff sagte dazu, dass die dezentrale Stromversorgung ein wichtiger Bestandteil der Stromversorgung sein werde. In Bayern beispielsweise würde sie allein jedoch nicht ausreichen, um den Bedarf komplett zu decken. "Ohne diese Leitung wird es nicht gehen."

Weiterer Kritikpunkt der Gegner ist, dass die Trasse oft als Windstrom-Trasse bezeichnet werde, obwohl auch Strom aus Steinkohle darüber in den Süden transportiert werden soll, so Zang weiter. "Wir wissen, dass das so ist. Diese Falschdeklarierung können wir nicht hinnehmen." Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass der Anteil der Stromkohle an der Stromversorgung in Deutschland in den kommenden Jahren gleich bleiben wird. "Im Stromnetz ist immer der Strommix, der gerade da ist", sagte Bundesnetzagentur-Sprecher Wulff dazu.

Das Projekt "Südlink" vereinigt zwei Leitungen, die weitgehend auf der gleichen Trasse verlaufen - von Wilster und Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) nach Grafenrheinfeld (Landkreis Schweinfurt) und Großgartach (Baden-Württemberg). "Das einzige, was bislang fest steht, sind Start und Ende. Alles dazwischen ist offen", sagte Sprecher Wulff dazu. 

dpa

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