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Sonntag, 18.08.2019

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Bluttat in Lauf: Toter Mann hat Stichverletzungen am Körper

Zwei Verdächtige bereits gefasst - Opfer war ein 27-jähriger Laufer - 15.07.2019 18:06 Uhr

Wenige Meter von der Stelle entfernt, an der in einem Wald nahe Lauf die Leiche gefunden worden war, sicherten Kripo-Mitarbeiter Blutspuren. © Foto: Andreas Kirchmayer


Ein weißes Zelt vor einem Müllcontainer, am Boden eine gelbe Markierung, wie man sie aus Krimis kennt. Zwei Beamte der Spurensicherung nehmen den Boden genau unter die Lupe. Die Kurve eines Schotterwegs ist weiträumig abgesperrt.

Wer am Montagvormittag unbedarft zwischen der südlichen Laufer Autobahnausfahrt und Schönberg nahe dem Landratsamt im Wald spazieren gehen will, wird von einem Absperrband der Polizei gestoppt. Unweit der Stelle, an der ein Pilzsammler am Sonntagmorgen einen schrecklichen Fund gemacht hatte, ist die Kriminalpolizei Schwabach noch immer im Einsatz.

Das Zelt steht dort, um Blutspuren, die am Wegesrand gefunden wurden, nicht der Witterung preiszugeben. So erklärt es Rainer Seebauer, ein Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken, auf Nachfrage. Die Leiche ist sechs bis sieben Meter vom Schotterweg entfernt in einem Gebüsch gefunden worden. Der Pilzsammler hatte die Polizei informiert, die wegen des Zustands der Leiche bald von einem Tötungsdelikt sprach.

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Grausamer Fund: Pilzsammler entdeckt Leiche in Wald bei Lauf

In einem Wald zwischen Lauf und Schönberg machte ein Pilzsammler am frühen Sonntagmorgen eine grausame Entdeckung: Einen Kilometer entfernt von der Straße fand er eine männliche Leiche. Laut Angaben der Polizei weise der Tote Verletzungen auf, die auf ein Gewaltverbrechen hindeuten. Ermittler der Spurensicherung und der Kripo Schwabach haben vor Ort die Ermittlungen aufgenommen.


Opfer war 27-jähriger Laufer

Eine schnell gegründete 25-köpfige Sonderkommission mit dem Namen "Pilz" konnte mittlerweile einen Fahndungserfolg verbuchen. Durch "umfangreiche Ermittlungen" habe man einen Mann und eine Frau festnehmen können, die als dringend tatverdächtig gelten. Sie wurden inzwischen einem Haftrichter vorgeführt.

Das Opfer war, wie die Polizei inzwischen bestätigt, ein 27-jähriger Laufer. Nach Informationen der Pegnitz-Zeitung wohnte er in Lauf links der Pegnitz und damit nicht weit vom Fundort entfernt.

Bei den Verletzungen, die seine Leiche aufwies, handelt es sich laut Seebauer um Stichverletzungen am Körper und Spuren von stumpfer Gewalt gegen den Kopf. Nähere Angaben machte das Nürnberger Polizeipräsidium nicht.

Hinweise auf Beziehungstat?

So bleibt zunächst vieles unklar. Geschah das Gewaltverbrechen im Wald, dort also, wo die Blutspuren gefunden wurden? Oder wurde die Leiche nur dort abgelegt? Kannten sich Täter und Opfer? Der schnelle Fahndungserfolg könnte dafür sprechen. Auch die möglicherweise hohe Zahl der Stiche könnte ein Hinweis auf eine Beziehungstat sein.

Doch zu diesen Details schweigt die Polizei aus gutem Grund: Nur die Täter selbst kennen die Einzelheiten des Verbrechens, sie sollen sich offenbaren. Bei den Vernehmungen geht es zunächst um eine klare Beweisführung. Immer wieder werden deshalb die Abläufe rekonstruiert, um die Grundlage für die spätere Anklage zu schaffen. 

Andreas Kirchmayer/Andreas Sichelstiel E-Mail

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