Mittwoch, 13.11.2019

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Nach Brand bei Bosch in Bamberg: Halle droht einzustürzen

Die Polizei warnte Bürger vor starker Rauchentwicklung - 08.11.2019 14:20 Uhr

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Dunkle Rauchsäulen: Feuer in Bamberger Bosch-Werk ausgebrochen

Auf dem Bamberger Bosch-Werksgelände ist am Donnerstagnachmittag ein Feuer ausgebrochen. Die Polizei warnte Anwohner, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Feuerwehr konnte die Flammen nach zwei Stunden bekämpfen. Verletzt wurde niemand. Die Ermittlungen werden noch mehrere Tage andauern, so ein Sprecher der Polizei.


Dichte Rauchsäulen stiegen am Donnerstagmittag aus dem Bosch-Werk in der Robert-Bosch-Straße in Bamberg auf: Wie die Polizei berichtet, brach kurz vor 13.30 Uhr aus bislang unbekannter Ursache in einer Halle ein Feuer aus. In dem Werk arbeiten mehr als 7000 Beschäftigte - es ist damit der größte deutsche Produktionsstandort von Bosch.

Wegen der starken Rauchentwicklung hatte die Polizei die Bürger in der Umgebung der Fabrik aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Insgesamt waren 200 Einsatzkräfte vor Ort, auch ein Polizeihubschrauber wurde zur Unterstützung aus der Luft angefordert. Nach zwei Stunden waren die Flammen unter Kontrolle und die Warnung konnte aufgehoben werden. Da noch nicht geklärt ist, ob die Statik beeinträchtigt wurde, darf die betroffene Halle derzeit nicht betreten werden.

Laut bisherigen Informationen der Polizei gab es keine Verletzten. Alle Mitarbeiter der Firma konnten sich rechtzeitig aus dem Gefahrenbereich retten und sich zum Sammelplatz begeben. Nach ersten Schätzungen entstand ein Sachschaden in Millionenhöhe. Das Fachkommissariat für Branddelikte der Kripo Bamberg hat vor Ort die Ermittlungen zur unklaren Brandursache aufgenommen.

Brandursache noch immer unklar

Am Freitagnachmittag konnte die Kriminalpolizei noch immer keine neuen Ergebnisse aus Bamberg verkünden. In der Halle herrscht möglicherweise Einsturzgefahr. Ein Sachverständiger konnte deshalb den Ort des Brandausbruchs nicht betreten. "Die Beamten versuchen nun mit Zeugenaussagen und Begutachtungen - soweit wie möglich - die Brandursache herauszufinden", teilt ein Sprecher der Polizei Oberfranken auf Nachfrage mit. Deshalb werden sich die Ermittlungen im Bamberger Bosch-Werk noch mehrere Tage hinziehen. Ob überhaupt jemals der Grund für das Feuer ermittelt werden kann, ist aufgrund der Statik ungewiss.

Am Donnerstag wurde zudem nach monatelanger Unsicherheit die Zukunft von Bosch in Bamberg geklärt. Die Beschäftigten des Autozulieferers reduzieren für die kommenden sechs Jahre ihre Arbeitszeit und müssen auf einen Teil ihres Geldes verzichten. Im Gegenzug schließt das Unternehmen betriebsbedingte Kündigungen bis ins Jahr 2026 aus und investiert in eine Neuausrichtung des Werks.

Dieser Artikel wurde am Freitag gegen 14.30 Uhr aktualisiert.


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jm/dpa/vek

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