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Bahn-Ärger: Škoda-Züge kommen wohl noch später

Es gibt weiterhin Schwierigkeiten bei der Zulassung der Garnituren - 14.05.2019 18:10 Uhr

Eigentlich sollten die neuen Škoda-Züge bereits Ende 2016 an den Start gegen. Doch es gibt immer noch Schwierigkeiten bei der Zulassung der Garnituren. © Arno Stoffels


Verspätungen, überfüllte Kurzzüge, alte Garnituren: Seit Monaten läuft es im Nürnberger S-Bahnnetz alles andere als rund. So kommen sowohl auf der Linie 1 zwischen Bamberg und Hartmannshof als auch auf der Linie 4 Nürnberg–Ansbach und zwischen Nürnberg und Neumarkt (S 3) immer wieder und auch in der morgendlichen Hauptverkehrszeit nur einteilige Garnituren zum Einsatz, was für viel Unmut bei Pendlern und Reisenden sorgt. Statt der Talent-2-Züge von Bombardier fahren zudem oft betagte und lokbespannte Wagen. Das bedeutet zum Beispiel auf der S 4, dass der Einstieg nicht mehr barrierefrei ist, was für Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen und gehbehinderte Reisende ein großes Problem ist.


Überfüllte Züge: Ab wann darf ich in die Erste Klasse?


Der Nürnberger SPD-Landtagsabgeordnete Arif Tasdelen hat sich jetzt speziell wegen der Zustände auf der Linie 3 schriftlich an den DB-Konzernbevollmächtigten für Bayern gewandt. "Der ÖPNV in Bayern muss attraktiver werden, wenn die Verkehrswende gelingen soll." Unter den Anwohnerinnen und Anwohner, die täglich mit der S3 aus Richtung Neumarkt nach Nürnberg pendeln, herrsche großer Unmut "über die Situation des täglichen Pendelns mit der S3", heißt es in dem Brief an Klaus-Dieter Josel.

Hoffnungslos überfüllt

Oft seien die Züge Richtung Nürnberg bereits ab Ochenbruck derart hoffnungslos überfüllt, dass sich die Türen nicht mehr schließen lassen, weshalb es auch regelmäßig zu Verspätungen komme. Ein Sprecher der Bahn wollte zu dem Schreiben keine Stellung nehmen. Er entschuldigte sich aber im Namen des Unternehmens für die derzeit schlechte und unbefriedigende Betriebsqualität.

"Bei den Fahrzeugen der Baureihe 442, die bei der Nürnberger S-Bahn im Einsatz sind, steht im Rahmen der regulären Instandhaltung der Austausch der Drehgestelle an. Die Durchführung ist jedoch komplexer als erwartet und es fallen zusätzliche Arbeiten an", erklärte die Bahn auf Anfrage der NN.

Zum Austausch der Drehgestelle kämen weitere "reguläre Wartungsarbeiten an anderen Fahrzeugen" hinzu, die nicht aufgeschoben werden könnten. "Deshalb kommt es zu Verzögerungen und in Folge leider auch noch bis mindestens Jahresende vereinzelt zu Fahrzeugengpässen", so die DB. Um gegenzusteuern seien zum 1. April zusätzliche Fahrzeuge bei der S-Bahn Nürnberg in Betrieb genommen worden. Vom 9. Juni an komme ein weiteres zusätzliches Fahrzeug dazu.

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Mehr Sitzplätze: Diese Škoda-Züge düsen ab 2019 nach München

Mit fast dreijähriger Verspätung gehen die neuen Regio-Fahrzeuge des tschechischen Herstellers Škoda auf Strecke. Die Züge sind bis zu 200 Kilometer pro Stunde schnell und schaffen die Prestigestrecke Nürnberg-München in 1.45 Stunden. Der München-Nürnberg-Express will außerdem mit neuen Garnituren punkten und bietet zudem 676 statt der bisherigen 413 Plätze. Wir haben uns in den Zügen umgesehen.


Über drei Jahre Verspätung

Daneben verzögert sich auch der Einsatz der neuen Škoda-Züge auf der Strecke Nürnberg-München weiter. Seit Deutschlands schnellster Regionalverkehr mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde schnellen Zügen im Jahr 2006 auf die neuen Gleise zwischen Nürnberg, Ingolstadt und München gesetzt wurde, strömen die Reisenden und selbst an einem durchschnittlichen Werktag herrscht oft drangvolle Enge an Bord der alten InterCity-Garnituren.


Drei Jahre zu spät: Neue Škoda-Züge bieten wenig Komfort


2013 bestellte die Bahn deshalb neue Fahrzeuge beim tschechischen Fahrzeugbauer Škoda Transportation. Ursprünglich sollten die sechs Garnituren, die jeweils aus sechs Doppelstockwagen und einer Lok bestehen und 676 Menschen Platz bieten, bereits Ende 2016 an den Start gehen. Bei der Vorstellung des ersten Zugs Ende Oktober 2018 in München hieß es, dass die Züge erst in diesem Sommer nach und nach an die DB übergeben werden sollen.

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Der Nürnberger Hauptbahnhof im Wandel der Zeit

Knapp 140.000 Reisende strömen täglich durch den Nürnberger Hauptbahnhof. Damit ist er so stark frequentiert wie kaum ein anderer Ort in Nürnberg. Und auch seine Historie kann sich sehen lassen. Wir nehmen Sie mit auf eine bewegte Zeitreise, immer am Zeiger der Zeit.


Doch jetzt gibt es zur Verärgerung der DB immer noch Schwierigkeiten mit der Zulassung der Garnituren durch das zuständige Eisenbahn-Bundesamt. "Ich erwarte von Škoda größtmögliche Anstrengungen, den Lieferverzug zu begrenzen", so der bayerische Regiochef Hansrüdiger Fritz. Bei Škoda rechnet man zwar damit, "innerhalb weniger Wochen" die Genehmigungen zu erhalten. Doch vor Ende 2019 wird es in keinem Fall zu einem Einsatz im Linienbetrieb kommen.


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1. Da sind zunächst die Regional- und S-Bahnen in Richtung Bamberg über Erlangen und Forchheim sowie die verbunden Nebenstrecken. Hier können Sie der Facebook-Gruppe beitreten!


2. Die Facebook-Gruppe für Bahnfahrer von und in Richtung Würzburg plus alle Nebenstrecken findet sich unter diesem Link.


3. Wer die Strecke Richtung Ansbach Schwabach, Roth und Treuchtlingen nutzt, ist hier genau richtig. Unter diesem Link können Sie der Gruppe beitreten.

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