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SPD will Ideen anpacken, nicht wegpacken

Ziel ist es, mit Bürgermeisterkandidat Siegfried Göttfert die Potenziale auszuschöpfen - 17.02.2020 18:05 Uhr

Der SPD-Ortsverein Bad Windsheim diskutiert am Bahnhof über Vorhaben für die Kurstadt. Bürgermeisterkandidat Siegfried Göttfert (Vierter von rechts) will unter anderem rasch bezahlbaren Wohnraum schaffen. © Christine Berger


Der SPD-Ortsverein hatte am Bahnhof zum Austausch über Visionen, Pläne und Vorhaben für die Kurstadt eingeladen, die die Mitglieder gerne mit einem SPD-Bürgermeister Siegfried Göttfert umsetzen würden, denn was mehrere Stadtratskandidaten an diesem Abend durchklingen ließen war ihre Unzufriedenheit darüber, dass aktuell einfach "viel zu wenig" passiere, formulierte es Fraktionsvorsitzender Matthias Oberth.

Klar definierte Ziele

Göttfert setzt auf klar definierte Ziele, innerhalb von sechs Monaten will er im Fall seiner Wahl eine städtische Wohnungsbaugesellschaft gründen, die nicht zwingend sozialen Wohnungsbau betreibt, sondern für bezahlbaren Wohnraum steht. An die 100 zusätzliche Wohnungen strebt er für die erste Legislaturperiode an, die wahlweise neu errichtet oder aber von der Stadt aufgekauft werden sollen, um selbst die Fäden in der Hand zu halten. Beim Vergleich der Wahlprogramme für Bad Windsheim hat er einige Parallelen entdeckt, die ihn zu der Frage führten, weshalb die Punkte nicht längst angepackt wurden. Der Ersatz des Citymanagers durch einen Wirtschaftsförderer beispielsweise.

Göttfert präsentierte sich in kleiner Runde als Mann der raschen Lösungen, der kleine Probleme ohne große Anträge pragmatisch anpacken will. Auch präferiert er Teamarbeit, mehrfach verwies er darauf, dass das Wahlprogramm im Miteinander entstanden ist, nannte da den jeweiligen Experten, hob dort das Spezialwissen hervor. Bad Windsheim hat für ihn das Zeug, nicht nur im Bereich Gesundheit, sondern auch Ökologie vorne mitzuspielen, als Naturstadt könne die Kommune Trendsetter werden, wenn nur unter anderem die Flächenversiegelung verringert würde.

Dazu gehört freilich auch das Thema Fluglärm, "die einen hören ihn, die anderen nicht, Fakt ist, er ist da". Zusammengenommen mit den Emissionen und Verunreinigungen des Bodens sind nach Einschätzung Göttferts klare Grenzen unumgänglich, dazu gehört, dass nach 22 Uhr keine Flugbewegungen mehr stattfinden dürfen. "Es passt nicht zu unseren Heilquellen, zu unserem Heilbad". Weil Möglichkeiten örtlicher Handlungsträger hier rasch überschritten sind, will er nicht locker lassen bei überregionalen Mandatsträgern auf Landes- und Bundesebene.

Radverkehr, Innenstadt, Bahnhof und mehr

Auch einige der Kandidaten ergriffen das Wort. Ronald Reichenberg setzt auf das gute Miteinander der Sozialdemokraten mit der Fraktion im Kreistag, deren Vorsitzender er ist. Die Gesundheitsstadt ist einer seiner persönlichen Schwerpunkte, so sind ihm die aus dem Landkreis auspendelnden Schüler von Gesundheitsberufen ein Dorn im Auge, diese könnten in der Kurstadt beschult werden, würde diese als Gesundheitsstandort ausgebaut. Sabine Detsch zielte auf die Innenstadtbelebung ab, die sich im Wahlkampf viele auf die Fahnen schreiben, das Kloster ist für sie hingegen ein Beispiel, das bereits erfolgreich bespielt werde.

Frank Beuschel wies auf den nächsten Termin am Freitag, 28. Februar, hin. Da geht es mit dem Rad durch die Stadt nach dem Motto "geht da was?". Seinem Tenor – "es ist ja nicht ganz schlecht, aber man könnte es noch verbessern" – schlossen sich Mitbewerber um ein Stadtratsmandat an. "Es fehlt an großen Dingen", sagte Oberth. Der Pendler griff das Beispiel des Bahnhofs auf, der fern jeglicher Willkommenskultur sei. Pläne, die durchaus vorhanden sind, würden nicht angegangen, kritisierte er. Zuvor hatte Göttfert die Idee der SPD speziell für den Bahnhof vorgestellt: In Kooperation etwa mit der Lebenshilfe könnte in dem leerstehenden Gebäude ein Inklusionscafé entstehen mit verschiedenen Schnittstellen in Richtung Tourist-Info, Anrufsammeltaxi und Car-Sharing.

Christine Berger

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