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Dienstag, 23.07.2019

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Schwammspinner wird auf 250 Hektar bekämpft

In wenigen Wochen startet Mimic-Einsatz in einigen Eichenwäldern rund um Bad Windsheim - 14.04.2019 00:47 Uhr

So geht’s auch, wenngleich mit geringerer Opferzahl als beim Einsatz von Mimic: Eine Larve des Großen Puppenräubers, eines Laufkäfers also, vertilgt eine Raupe des Schwammspinners. Foto: Sven Finnberg


Die in der Zuständigkeit des Uffenheimer Amts liegenden Eichenwaldflächen summieren sich auf 250 Hektar, im Vorjahr waren es 200 Hektar.

Bei einer Veranstaltung in Rappenau informierten AELF-Leiter Dr. Ludwig Albrecht sowie seine leitenden Mitarbeiter Nadja Fischer und Hans-Jürgen Beetz die rund 25 anwesenden Waldbesitzer, Abgeordneten von Gemeinschaftsbetrieben und Behördenvertreter über den aktuellen Planungsstand zur Bekämpfung, mit der im hiesigen Landkreis frühestens am 26. April zu rechnen sei. Dann wird, wie schon im Vorjahr, ein Hubschrauber aufsteigen, um das wahlweise als Häutungsbeschleuniger oder Fraßgift beschriebene Präparat Mimic mit seinem Wirkstoff Tebufenozid auf die Waldstücke herabregnen zu lassen. Diese Flächen befinden sich beispielsweise südlich von Weimersheim im Lenkersheimer Wald, nördlich von Breitenau und Rappenau, südöstlich von Sontheim, im einem kleinen Teil des Kehrenberggebietes an dessen südwestlichem Rand, nördlich und südlich von Ullstadt sowie nordwestlich von Altheim. Noch immer sind dabei Änderungen möglich, doch kommenden Montag sollen die Gebiete festgelegt sein.

Imker bitte melden

Umfassten die ursprünglich allein unter dem Aspekt der Befallsdichte mit Schwammspinnergelegen als sogenannten Bekämpfungskulisse ins Auge gefassten Gebiete insgesamt rund 1100 Hektar, so blieben davon – Stand Mittwoch – 250 Hektar übrig. Der Rest wurde aus natur- beziehungsweise pflanzenschutzrechtlichen Gründen herausgenommen oder aber die Waldbesitzer machen nicht mit. Wie berichtet mussten diese erstmals ihre bei der frühen Prognose in die Kulisse aufgenommenen Flächen bei der LWF anmelden, wenn sie diese tatsächlich behandeln lassen möchten. Die Kosten der Aktion von rund 200 Euro pro Hektar trägt die Forstverwaltung.

Wie viele der Waldbesitzer im hiesigen Raum ihre Wälder zur Behandlung angemeldet hatten, vermochte Ludwig Straßer von der LWF noch nicht zu sagen, diese Zahlen seien noch nicht ausgewertet. Während die einen, darunter erneut die Stadt Bad Windsheim, ihre Wälder nicht behandeln lassen, beklagen andere, wie Manfred Schmidt, Geschäftsführer der Ickelheimer Waldgenossenschaft, dass Flächen, die "wie seit 50 Jahren nicht" vom Schwammspinner befallen seien, gar nicht erst berücksichtigt wurden, weil die Besitzer in die Auswahl nicht eingebunden wurden.

Zwar hatte die LWF schon im Vorjahr Mimic als "bis zur höchsten zugelassenen Aufwandmenge nicht bienengefährlich" bezeichnet, gleichwohl ist man seitens des AELF diesbezüglich vorsichtig. Nach den Worten von Nadja Fischer würden die Imker im Befallsgebiet "zeitnah über potenzielle Behandlungsflächen informiert", damit sie ihre Völker entweder vorübergehend aus diesen Gebieten umsiedeln oder aber zumindest die Stöcke abkleben können, um die Bienen vorübergehend am Ausfliegen zu hindern, so sie dies als sinnvoll erachten. Damit dies funktioniert, sollten Imker, die wissen möchten, ob ihre Stöcke in der Bekämpfungskulisse stehen und über den Zeitpunkt der Befliegung informiert werden möchten, umgehend, spätestens jedoch am Montag, 25. April, Kontakt mit Nadja Fischer, Telefon 09842/208-21 18, aufnehmen.

Für Menschen gilt es ebenfalls, Verhaltensregeln zu beachten. So sollten nach dem Mimic-Einsatz drei Wochen lang keine Pilze, Früchte und Wildkräuter aus den Gebieten verzehrt werden. Während der Befliegung und dann bis zum Abtrocknen des Spritzbelages dürfen die Flächen nicht betreten werden, entsprechende Schilder werden angebracht. 

Günter Blank

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