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Schrittweise Annäherung an die Südtangente

Lenkersheimer diskutieren die Vorentwurfsplanung für die Ortsumgehung, deren Bau wohl frühestens 2024 beginnen wird. - 25.07.2019 17:22 Uhr

Die neue Trasse (in Violett) führt im Süden um Lenkersheim herum. Im Osten ist der Kreisverkehr, im Süden die Brücke über die Bundesstraße und im Westen die Anbindung an den westlichen Ortsrand zu sehen. Gelb markierte Abschnitte werden zurückgebaut.

© Quelle: arc.grün


2,7 Kilometer lang und 8,5 Millionen Euro teuer soll sie werden, die Südumfahrung Lenkersheims. Werner Ott, Leiter der Fachabteilung Planung am Straßenbauamt in Ansbach, und seine Mitarbeiter stellten eingangs die nunmehr ausgearbeitete Vorentwurfsplanung für den Straßenbau vor. Die Frage nach der Ausführung der westlichen Ortszufahrt ist darin nun eindeutig zugunsten jener Variante beantwortet, für welche bei einer Versammlung im August 2018 die große Mehrheit votiert hatte. Die Ausbaustrecke beginnt demnach am Kreisverkehr südöstlich von Bad Windsheim, führt in einem weiträumigen Bogen im Süden um Lenkersheim herum und dockt erst nordöstlich des Dorfes an die bestehende B 470 an. Östlich des Ortes, kurz vor der Biogasanlage, entsteht ein Kreisverkehr, über den künftig eine von zwei Zufahrten ins Dorf erfolgen soll und auf den die von Mailheim herüberführende Staatsstraße trifft.

Die westliche Zufahrt ins Dorf führt in einem engen Bogen auf die bestehende Trasse. Horst Holler als Anlieger des westlichen Dorfrands bat einmal mehr eindringlich darum, im Sinne der Sicherheit dort wirksame geschwindigkeitsreduzierende Maßnahmen vorzunehmen. Die Last des Bauunterhalts wird künftig nach entsprechender Umwidmung bei der Stadt Bad Windsheim liegen.

Auch andere Anregungen waren nicht neu. Hermann Schäff plädierte dafür, einen bestehenden Feldweg zwischen der B 470 und dem Dorf für den Verkehr zu den Einrichtungen der Lebenshilfe auszubauen, doch befürchten die meisten dadurch eher mehr Verkehr im Dorf. Laut Werner Ott ist dies ohnehin aus Sicherheitsgründen abzulehnen.

Hans Goller sprach den Hochwasserschutz an. Er erachtet die geplanten Maßnahmen, den Bau eines Regenrückhaltebeckens zwischen bestehender und neuer Trasse östlich des Ortes eingeschlossen, als unzureichend für den Bereich Seemühlengasse und plädierte dafür, im Sinne von Hochwasser- wie Lärmschutz den Damm der derzeitigen Straße zu erhalten, diesen aufzuschütten und zu bepflanzen. Und er sagte, was er von jener Brücke mit einer lichten Höhe von 4,70 Metern hält, welche einen Feldweg über die neue B 470 führen soll: "Einen solchen Monsterbau in die Flur reinzubauen, ist nicht eben ein glücklicher Vorschlag."

Den Brückenbau nannte Werner Ott allein aus rechtlichen Gründen unverzichtbar. Zu manch anderen Anregungen merkte er nicht zum ersten Mal an, dass diese nicht in der Zuständigkeit seines Amtes lägen.

Nicht verschweigen mochte Ott eine Stellungnahme der Oberen Naturschutzbehörde. So wolle diese wissen, warum man sich bei der Trassenwahl der Tangente nicht für jene Variante entschieden habe, welche näher ans Dorf herangerückt und rund 135 000 Euro günstiger gewesen wäre. Und dann fragte die Behörde noch, warum man nicht komplett auf die westlichen Ortszufahrt verzichtet habe.

Verschwinden soll im Zuge des Bauprojekts jener Teil der "ganz alten Straße" (Ortsteilbeauftragter Jürgen Heckel) westlich des Dorfes, welcher regelmäßig als Lastwagen-Parkplatz dient. Da dieser Abschnitt zugleich Teil eines Radweges ist, bleibt die Frage, wie ebendieser durchgängig erhalten werden kann, was Bernhard Kisch als Ziel formulierte. "Da diskutieren wir noch mal mit Ihnen", sagte der Bürgermeister an die Behördenvertreter gewandt.

Ausgleich für den Artenschutz

Einen anderen Aspekt beleuchtete Landschaftsarchitekt Achim Müller vom Büro arc.grün. Er erläuterte die Auswirkungen des Straßenbaues auf die umgebende Flora und Fauna und die daraus abzuleitenden landschaftspflegerischen Erfordernisse und Artenschutzmaßnahmen. Vom Projekt betroffen sind demnach diverse Vögel, darunter fünf Brutpaare der Feldlerche. Als Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen sind Gehölzpflanzungen, die zugleich als Überflughilfen für Fledermäuse dienen, ein trassennahes Zauneidechsen-Habitat und zwei naturnahe Unterführungen für Amphibien und Kleintiere. Für zwei Feldlerchen-Brutpaare werden Ersatzlebensräume geschaffen.

Blieb noch eines: Die Frage nach dem voraussichtlichen Baubeginn. Hier gab sich Werner Ott angesichts der einzuhaltenden Verfahrensschritte, erforderlichen Beschlüsse und Genehmigungen zurückhaltend, um dann zu sagen: "Baubeginn könnte 2024 sein – wenn alles glattgeht."

GÜNTER BLANK

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