24°

Mittwoch, 05.08.2020

|

Mehr Blühflächen entlang von Radwegen

Straßenbauamt und Landwirtschaftliche Lehranstalten stellen ein Projekt vor. - 12.07.2020 06:00 Uhr

An viel mehr Radwegen sollen Blühflächen entstehen.

© Foto: Fritz Arnold


Das für Westmittelfranken zuständige Staatliche Bauamt Ansbach hat, unterstützt von Pflanzenbaufachleuten der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf, Mischungen mit bis zu 40 Blühpflanzen eingesät. Deshalb blüht es entlang der Staatsstraße von Triesdorf Richtung Ornbau und im Bereich hin zum Parkplatz der Hochschule. Auch am neuen Radweg bei Unterwurmbach (Stadt Gunzenhausen) wurde bereits ein Blühstreifen angelegt. Solche Streifen sollen künftig an möglichst vielen weiteren Radwegen an Staatsstraßen und Bundesstraßen entstehen.

Mit dem erfolgreichen Volksbegehrens "Rettet die Bienen" war unter anderem das Abräumen von Wegrändern mit Mulchgeräten stark in den öffentlichen Fokus gerückt. Wie zukunftsträchtige Lösungsansätze aussehen könnten, hatten die Lehranstalten des Bezirks bereits im Frühjahr in einer Schulung und Vorführung mit Beschäftigten der Kommunen aufzeigen wollen. Das Treffen musste jedoch aufgrund der Einschränkungen in der Corona-Pandemie ausfallen.

Wie Markus Heinz als Leiter der Triesdorfer Pflanzenbauabteilung und Gärtnermeister Simon Schnell erläuterten, gehe es darum, entlang von Straßen mehr Nahrungsquellen und Winterquartiere für Insekten zu schaffen. Simon Schnell nennt dies "geordnete Unruhe". Damit bezieht er sich darauf, dass einerseits entlang der Fahrbahn ein schmaler Streifen gemulcht wird, und dann ein Blühstreifen folgt. Wo sich noch eine Böschung anschließt, soll ein Altgrasstreifen als Rückzugsort für Insekten im Winter erhalten bleiben.

Das Bauamt prüfe derzeit zudem, wie die Problematik um ein insektenschonenderes Mulchen oder Mähen der Streifen unmittelbar neben der Fahrbahn gelöst werden kann – im Hinblick auf die Verkehrssicherheit. Dies erläuterten Sandra Eichelberger und Manuela Wundel von der Abteilung Landschaftspflege. Die technischen Möglichkeiten reichten von Vorrichtungen, die Insekten von dem Mähaggregat abstreifen, bis hin zum Aufsammeln des Mähgutes. Früher, als Landwirte den Aufwuchs für die Tiere holten, war das Mulchen nicht notwendig.

Die an die Mulchstreifen anschließenden Blühstreifen richten sich in ihrer Zusammensetzung in puncto Samenmischung nach den Bodenarten. Neben dem Beitrag für die Artenvielfalt beziehungsweise als Nahrungsquelle für Insekten, dürften sie von Radfahrern auch als optische Bereicherung angesehen werden. Dies wird im "Blühpakt Bayern" des Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr hervorgehoben.

FRITZ ARNOLD

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Triesdorf