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Kommunalwahl: Zwischen Krisenstab und Übergang

Bernhard Kisch bleibt gefordert, für Nachfolger Jürgen Heckel hat "die Arbeit schon begonnen". - 01.04.2020 16:00 Uhr

Die Mut-Mach-Beutel warten in Zeiten des Coronavirus in einem Garten am Südring auf Fußgänger, die sie mit nach Hause nehmen.

© Foto: Anna Franck


Bernhard Kisch kam gestern beispielsweise frisch aus einer Sitzung des Corona-Krisenstabs in der Verwaltung (siehe nebenstehenden Bericht), als die WZ ihn ans Telefon bekam. Ein Thema, das auch in der Stadtverwaltung viele Ressourcen bindet. Außerdem seien die Grundlagen geschaffen worden, am Montag, 6. April, eine Stadtratssitzung in reduzierter Besetzung – Stichwort: Ferienausschuss – durchführen zu können. Da wolle man sich auf "die wichtigen und dringenden Dinge" konzentrieren, erklärte Kisch.

Die letzten knapp vier Wochen seiner sechsjährigen Amtszeit quasi ausklingen zu lassen, davon halte Kisch nichts. "Man hat ein Amt zu erfüllen. Ich bin da pflichtbewusst", betonte er. Grundsätzlich hielt der 46-Jährige rückblickend fest: "Die Arbeit ist mir nie ausgegangen. Wenn, dann ist viel daheim liegengeblieben. Sehen Sie, in der Stadtentwicklung ist ja nie etwas abgeschlossen." Viel laufe da aber natürlich auch über die Mitarbeiter der Verwaltung, denen er sehr dankbar für die Zusammenarbeit sei.

Auf jene etablierten Strukturen im Rathaus setzt Jürgen Heckel in den kommenden Wochen. Er erwarte "einen fließenden Übergang" vom alten zum neuen Bürgermeister und er betonte gestern: "Die Arbeit für mich hat schon begonnen." Beispielsweise wolle er sich die Geschäftsordnung anschauen und mögliche Änderungen mit allen Parteien besprechen. "Ich habe da gewisse Vorstellungen." Bis zur konstituierenden Stadtratssitzung im Mai sollte die neue Geschäftsordnung fix sein. Auch ein Gespräch der beiden Stichwahl-Konkurrenten habe es schon gegeben, bestätigten beide. Man wolle sich noch diese Woche zusammensetzen und über die Amtsübergabe reden.

Ungewöhnliche Konstellation

Wie die zu gestalten ist, das sei für beide völlig offen. In Baden-Württemberg habe Bernhard Kisch schon mal eine "feierliche Zeremonie" miterlebt. Das erwarte er hier in Bad Windsheim eher nicht, aber es werde alles seinen Gang gehen. Ein weiteres ungeklärtes Thema sind die Stadtratsmandate, welche die beiden Bürgermeister-Kandidaten jeweils gewonnen haben. Für Jürgen Heckel wird es aus dem Lager der WiR einen Nachrücker geben. Hierfür ist kurioserweise seine Tochter Dr. Isabel Heckel an der Reihe. Stand jetzt, sagte der designierte Bürgermeister gestern, wird es die ungewöhnliche Familien-Konstellation ab Mai geben.

Bei Bernhard Kisch ist die Lage in der CSU-Fraktion noch nicht abschließend geklärt, wie er sagte. Er machte aber mehr als klare Andeutungen: "In der Niederlage zeigt man auch Größe. Ich bin ja nicht aus der Stadt gejagt." Er habe viele Stimmen bekommen und habe dafür Verantwortung zu übernehmen. Sein Lebensmittelpunkt sei nun Bad Windsheim und da werde er mit seiner Familie auch zukünftig eine Rolle spielen. Und: "Ich übernehme gerne auch in der Zukunft Verantwortung."

Bastian Lauer

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