16°

Dienstag, 23.07.2019

|

Kampf den Pfunden mit Spaß und Bewegung

Sportvereine in der Region bieten ein breites Repertoire verschiedener Sportarten und Kurse an - 17.01.2019 09:22 Uhr

Ob mit oder ohne Stöcke – Bewegung tut gut und kann beim Abnehmen helfen. © Foto: Günter Distler


Ein deutlich fülligeres Gesicht mit etwas Doppelkinn: Wer heute die alten Bilder von Voss sieht, wird sie nur schwer mit dem schlanken Gegenüber in Einklang bringen können. Im Jahr 2006 war es, noch bevor Voss 2010 nach Marktbergel gezogen ist, als er den Blick in den Spiegel nicht mehr ertragen konnte. 135 Kilogramm wog der heute 46-Jährige damals, bei einer Größe von 1,79 Meter. Beim Laufen war er schnell außer Puste. Das hat ihn geärgert, wie er erzählt.

In zweieinhalb Jahren hat er mehr als 50 Kilogramm abgespeckt, bis auf das sportliche Gewicht von nur mehr rund 79 Kilogramm. Mittlerweile hat er wieder ein kleines bisschen zugelegt, ist aber weiterhin schlank.

Erst einmal ohne Sport

Angefangen mit dem Abnehmen hat er nur durch eine andere Ernährung. "Ich war nie ein Sportler", sagt der heutige Vereinsvorsitzende beim TSV. Das sei ihm schon in der Schule verleidet worden. So probierte er es erst mit der vielen Diätwilligen bekannten Kohlsuppe und mit Abnehm-Programmen. Ihm war das jedoch zu einseitig oder zu starr. Letztlich hat er sich eine Kalorientabelle besorgt und die zehn bis 15 Gerichte in seinem Repertoire kritisch unter die Lupe genommen, hat sie gegebenfalls durch andere ersetzt, die er aber "genauso gerne" isst. Auch Pellkartoffeln mit Quark, die er liebt, könne man so kochen, dass es von den Kalorien her passt. Er hat weniger süß gegessen, "sich wieder konditioniert" auf weniger süßen Geschmack. Einmal in der Woche, jeden Samstag, hat er sich etwas gegönnt, in einer bekannten Fisch-Fastfood-Kette in der Bad Homburger Innenstadt: Seelachsfilet mit Kartoffelsalat, Nachtisch und eine Cola.

Stephan Voss demonstriert die richtige Technik beim Walking. So sollten zum Beispiel die rechtwinklig gebeugten Arme in der Rückwärtsbewegung ein sogenanntes Läuferdreieck bilden. © Foto: Claudia Lehner


Selbst ohne Sport sei das Abnehmen schon sehr schnell gegangen, "besser als gedacht", erinnert sich Voss. Angesichts von purzelnden Pfunden hatte er jedoch Angst vor schlaffer Haut und Streifen am Bauch. Also begann er im Frühjahr 2007 mit einem geborgten Nordic-Walking-Gerät im Wohnzimmer zu trainieren. 20 Minuten wollte er schaffen und war "nach einer Minute fertig". Offensichtlich hat Stephan Voss Ehrgeiz. Auch das wollte er nicht auf sich sitzen lassen. Schaffte es mit regelmäßigem Training auf eine Stunde auf dem Gerät, stieg dann auf Joggen draußen um. "Kondition hatte ich ja jetzt", sagte er. Die halbe Stunde beim ersten Training habe er gut durchgehalten, aber am nächsten Morgen schlimmen Muskelkater gehabt. Er blieb dran.

Ein bisschen übertrieben hätte er es damals, was er heute als Übungsleiter weiß. Jeden Abend hat er trainiert, eine bis eineinhalb Stunden. "Ich war richtig süchtig danach", bekennt er. Schließlich fand er in einem Lauftreff Gleichgesinnte und Trainer, die ihn weiterbrachten: Das Ergebnis war sein erster Marathon in Mainz mit einer "tollen Zeit" von 3:23 Stunden. Einen Geldbeutel mit entsprechender Aufschrift hat er noch und schaut voll Stolz darauf. Obwohl er mittlerweile so einige Marathons gelaufen ist.

Das muss nicht für jeden das Richtige sein. "Das Leben ist dazu da, dass wir es genießen, und nicht, dass wir uns quälen", ist eine der Lehren, die er aus dem Abnehmen gezogen hat. Ein Patentrezept gebe es nicht. "Jeder muss für sich den passenden Weg finden", sagt er. So sei er zum Beispiel Spätesser und auch wenn "Experten" ihm gesagt hätten, das sei schlecht: Abnehmen hat trotzdem geklappt.

Als Einstieg empfiehlt Voss, der mittlerweile im Präventionssport ausgebildet ist, Walking. Das sei von der Technik einfacher als Nordic Walking und teure Stöcke brauche man nicht. Radfahren und Schwimmen seien ebenfalls gut. Wer unsicher ist, was er sich zumuten kann, solle einen Gesundheitscheck im Internet machen oder einen Arzt fragen. Im April startet das kostenlose Programm Lauf 10, für Walker und Jogger. Voss selbst bietet als Ergänzung Läufergymnastik an. Im TSV Marktbergel (www.tsvmarktbergel.de) gibt es noch viel mehr: wie tanz- und kampfsportbasierte Kurse, Tae Bo und Kantaera. Zumba soll es bald wieder geben.

Nimmt man die verschiedenen Vereine zusammen, ist das Angebot sehr breit und wohl für jeden etwas dabei. "Es muss Spaß machen", betont Simone Kachelrieß, Vorsitzende des TSV 1877 Burgbernheim (www.tsvburgbernheim.de), ebenso wie Voss. Sie hat Vorschläge: Fit for fun, Rundum fit, Damengymnastik oder Freizeitvolleyball. Und wer will, kann sich bei ihr für den Kraftraum einweisen lassen. Die Geselligkeit komme auch nicht zu kurz. Einen Lauftreff, der auch für Einsteiger offen ist, gibt es ebenso wie in Marktbergel auch beim TSV Ipsheim (www.tsv-ipsheim.de). Sportwart Ernst Ripka legt Einsteigern außerdem die Gymnastikstunden für Erwachsene, getrennt nach Männern und Frauen, sowie für Jugendliche ans Herz, außerdem, ebenso wie in Burgbernheim, Badminton. Zum Ausprobieren sei es möglich, zunächst mit einer Kurskarte zu trainieren.

Vom Tischtennis bis Boxen wird im TV 1860 Bad Windsheim (www. tv1860badwindsheim.de) fast alles angeboten. Vorsitzender Fabian Mohr verweist auf eine Trendsportart: Jumping. Dabei wird auf Trampolins getanzt und gesprungen, mittlerweile vier Mal in der Woche, der großen Nachfrage wegen. Für wen das nicht das Richtige ist, der kann ja wechseln. Ein Vorteil am Verein sei, dass man mit einem Mitgliedsbeitrag jedes Angebot nutzen kann, betont Mohr. 

Claudia Lehner

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Bad Windsheim, Bad Windsheim, Marktbergel