Sonntag, 17.11.2019

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Freilandmuseum: Arbeiten mit großem Staubsauger

Im Frühjahr sollen die Restauratoren-Werkstätten im Freilandmuseum fertig sein. - 08.10.2019 15:00 Uhr

Nicht mehr viel erinnert an die frühere Reithalle, die im Westen an das Freilandmuseum anschloss. Seit Jahren sind dort große Teile des Depots untergebracht. In einem Anbau, der im kommenden Frühjahr bezogen wird, sollen bald Restauratoren und Mitarbeiter der Sammlung arbeiten. © Foto: Claudia Lehner


In der Halle befinden sich bereits seit einigen Jahren große Teile des umfangreichen Depots des Museums. Mit ein Grund, wieso für die Restauratoren und Mitarbeiter der Sammlung nun dort Arbeitsräume angebaut werden. Ausgelöst worden waren die Pläne durch Platzmangel, aber auch durch im Herbst 2015 festgestellte Schadstoffbelastungen von einigen Möbeln und Textilien der Sammlung. Werkstatt und Büro: Das sollte nun klar getrennt sein, der Sicherheit der Mitarbeiter wegen.

In die neuen Werkstätten wird eine aufwendige Filtertechnik eingebaut. Die Räume an sich haben eine Belüftung, außerdem gibt es eine spezielle Saugvorrichtung, die dorthin gerichtet werden kann, wo gerade gearbeitet wird. Vergleichbar einem großen Staubsauger, der an einem krümmbaren Rohr von der Decke hängt.

Zwischen den Türen, die zu den verschiedenen Sammlungen führen, gibt es einen Durchgang, an den nun beispielsweise Toiletten und Umkleiden anschließen, sowie ein Kopier- und ein Serverraum. Von dort ist auch der lange Flur zugänglich, der die neuen Büros und Werkstätten erschließt. Der Anbau hat aber auch einen eigenen Zugang. Mit besonders breiten Türen. Auch die größten Teile, die es zu restaurieren gelten könnte, sollen hindurchpassen, wie Gottschalk erklärt, beispielsweise eine Kutsche.

Was künftig angeliefert wird, kommt in diesem ersten Raum an, kann dort erst einmal grundgereinigt werden, wie der Restaurator erklärt. Durch eine weitere breite Tür können sperrige Exponate gleich in die erste Werkstatt geschoben werden.

Museumsleiter Dr. Herbert May (links) und Restaurator Dieter Gottschalk in einer der neuen Werkstätten. Im Hintergrund ist die Saugvorrichtung zu sehen, die Staub direkt beim Arbeiten aufnehmen soll. Foto: Claudia Lehner © Foto: ia


Dort wird ein neuer Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz haben. Dieter Gottschalk ist bald nicht mehr der einzige Restaurator im Museum. Er wird weiterhin für Architektur, also für die Häuser, zuständig sein, sein Kollege wird sich um Exponate aus Holz und Metall kümmern. Eine Stelle, die schon lange besetzt werden sollte. Aus Platzmangel war dies bisher nicht möglich. Für das neue "Headquarter" Sammlung, wie Museumsleiter Dr. Herbert May es nennt, waren ursprünglich rund 1,4 Millionen Euro veranschlagt worden. Vier bis sechs Mitarbeiter finden dort Platz, die beiden Restauratoren sowie Juliane Sander, die für Textil, und Markus Rodenberg, der für die übrige Sammlung zuständig ist. Außerdem gibt es zwei Arbeitsplätze für Praktikanten.

May hatte gehofft, dass noch in diesem Jahr die neuen Räume bezogen werden könnten. Nun wird es wohl bis Februar oder März 2020 dauern. Das Gebäude steht, es fehlt aber noch die Einrichtung. Aktuell stehen in der ersten Werkstatt nur zwei rekonstruierte Betten für das Badhaus aus Wendelstein. Doch sind diese dort nur zwischengelagert.

Nicht mehr alle Mitarbeiter sind nun in einem Haus untergebracht. Die Kommunikation wird das nicht stören, davon ist May überzeugt. Es gebe regelmäßig einen Jour Fixe zur Besprechung und außerdem ist die Aumühle ja nicht aus der Welt. "Die Mitarbeiter sind sportlich" sagt May. Mit dem Fahrrad seien sie ganz schnell in ihrem früheren Büro.

CLAUDIA LEHNER

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