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Montag, 14.10.2019

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Ein Projekt auf den letzten Kilometern

Im Landkreis Neustadt an der Aisch wird derzeit das Radwegenetz beschildert - 21.06.2019 18:00 Uhr

Joachim Ortner (links) und Helmut Weiß schauen mitten in den Weinlagen rund um Bullenheim den Arbeitern auf die Finger, wie sie einen neuen Pfosten mit Wegweisern setzen. © Foto: Bastian Lauer


Der alte und die neue: Markus Frank und Magdalena Geitner. © Foto: Bastian Lauer


2300 Schilderstandorte mit 1800 Ziel- und 3400 Zwischenwegweisern sowie 1400 Einhängeplaketten, die auf zwölf neue Themenrouten hinweisen – das Ganze verteilt an 1200 Kilometern Radwegen. "Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen", sagte Landrat Helmut Weiß da nur. Ihm läge es am Herzen, dass das Projekt nun in der Umsetzung ist. Die alte, völlig inhomogene Beschilderung der Radwege im Landkreis sei "in desolatem Zustand" gewesen. Vor allem Ortsunkundige hätten sich nur schwer orientieren können. Das werde nun alles besser und der Kreis käme einem Ziel näher: "Wir wollen den Menschen animieren, mehr Fahrrad zu fahren." Aus gesundheitlichen Gründen und wegen des Umweltschutzes. Nach Abzug von Zuschüssen aus diversen Fördertöpfen bleiben für den Landkreis Kosten von etwa 110.000 Euro übrig.

Ein fünfköpfiger Trupp der Firma Ortner fährt derzeit den Landkreis – sowie sieben Kommunen des Kreises Erlangen-Höchstadt – ab, um die Beschilderung umzusetzen. Im Westen ging es los, der Gollachgau ist schon gut versorgt. Auch in Ergersheim stehen die neuen Schilder bereits. Dabei seien die Aufgaben für den Trupp unterschiedlich, erklärte Markus Frank, Radwegebeauftragter am Landratsamt. Mal werden nur bestehende Hinweise getauscht, mal ergänzt oder auch Pfosten samt Schildern ganz neu gesetzt.

"Da mussten viele Akteure mitmachen", brachte es Landrat Weiß auf den Punkt. Die Koordinierung mit Kommunen, Staatlichem Bauamt, anderen Behörden und auch privaten Grundstücksbesitzern war die große Aufgabe von Markus Frank seit September 2016. Nun, da zumindest die Beschilderung sich auf den letzten Kilometern befindet, wird er den Staffelstab aber übergeben. Das Anforderungsprofil – Spaß am Radfahren und Oberpfälzer Wurzeln, wie Weiß mit einem Lächeln bemerkte – füllt nun seine Nachfolgerin Magdalena Geitner aus.

Ihre Aufgabenschwerpunkte werden sich ab 1. Juli aber leicht verändern, wie sie erzählte. Die Abrechnung der Beschilderung ist Punkt eins, dann aber geht es vor allem um Marketing-Maßnahmen: Es sollen Karten des Radwegenetzes erstellt werden, die in Druck gehen und auch im Internet einzusehen sein sollen. Außerdem gelte es, eine offizielle Eröffnungsveranstaltung im Herbst zu planen.

Bis dahin sollen auf jeden Fall alle Wegweiser an ihrem Platz stehen. Helmut Weiß hatte sich gewünscht, dass schon Anfang August alles fertig ist. "Als Landrat darf man schon mal Ziele vorgeben", sagte er. Das sei allerdings nicht einzuhalten, betonte Joachim Ortner. September werde es schon werden, ehe nach und nach alle Bereiche des Landkreises abgedeckt sind. Das sei ja auch schon etwas, sagte Weiß. "Wir sind stolz, dass wir das überhaupt jetzt haben."

Mit den nun bayernweit einheitlichen Schildern komme man nämlich dem Wunsch, eine offizielle Fahrradfreundliche Kommune zu werden, einen Schritt näher. Und dann habe der Landrat im Übrigen schon ein Auge auf 2020 geworfen: "Unsere Wanderer sind dann die nächste Zielgruppe, für die wollen wir auch etwas tun."

BASTIAN LAUER

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