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Dienstag, 11.08.2020

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Die Zahl der Störche in Bad Windsheim steigt und steigt

Wegen Storchennest: Bierbrauen muss erstmal warten - 26.06.2020 06:00 Uhr

Der Horst in Külsheim mit drei Jungvögeln und dem Senderstorch „Schweizerried1“.

© Foto: Erwin Taube


Zuwächse in der Population gab es in Uehlfeld mit sechs Paaren, in Gerhardshofen mit fünf sowie in Diespeck und Ipsheim mit je einem Paar. Im unteren Aischgrund sind die ersten Jungvögel ausgeflogen. Erstmals Nachwuchs gab es in Schwebheim, nachdem bereits 2019 ein Paar mit dem Nestbau begann hatte, aber nicht brütete. In Burgbernheim sitzt noch ein Jungvogel im Nest, ein weiterer war wie berichtet abgestürzt und befindet sich in Pflege.

In Bad Windsheim wurde auf dem Ochsenhof ein Jungvogel gesichtet, vier weitere bevölkern das Nest auf der Spitalkirche; Sie waren wegen eines Ausfalls der Web-Cam geraume Zeit nicht sichtbar. In Külsheim gibt es drei, in Lenkersheim und Oberndorf je zwei Junge.

Gleich zwölf Nester mit insgesamt 18 Jungtieren wurden in Ipsheim gezählt, in vier Nestern sind Jungvögel eingegangen. In Dietersheim ist eines von vier Jungvögeln nach dem Ausfliegen tödlich verunglückt. Heike Seefried aus Gerhardshofen kümmert sich vor allem im unteren Aischgrund um die Störche.

Hochburg in ganz Bayern

Gerade in Uehlfeld hatte sie trotz Unterstützung von Gerhard Bärthlein große Mühe, den Überblick zu behalten. Es galt nicht nur die Neuansiedlungen im Auge zu haben, sondern auch die Ringnummern der beringten Störche abzulesen und somit festzustellen, ob es die selben vom Vorjahr sind, oder ob es Veränderungen gab. Ihr gelang es, so gut wie alle Ringstörche abzulesen, deren Daten für wissenschaftliche Zwecke an der Beringungszentrale am Max Planck Institut für Verhaltensforschung in Radolfzell, ausgewertet werden.


Burgbernheimer Storchenküken stürzt aus Nest


Allein in Uehlfeld siedelten sich weitere sechs Paare an, jetzt sind es insgesamt 34. Nicht alle Neusiedler können bleiben, da sie sich zum Beispiel beheizte Kamine zum Bau ihres Nestes aussuchten. Bemerkenswert ist, dass Brauerei -und Gasthausbesitzer Christian Zwanzger die Störche auf dem Schlot, den er eigentlich zum Bierbrauen benötigt, bis zum Ausfliegen gewähren lässt. So bleiben die Sudkessel vorerst außer Betrieb. Erst in den vergangenen Tagen gelang es auch die Anzahl der Jungstörche bei den Nachzüglern zu ermitteln. In Uehlfeld befindet sich nicht nur die Hochburg der Adebars im Kreis, sondern von ganz Bayern. Ende Juni werden allein in Uehlfeld 87 Jungstörche mit Futter versorgt.

Mekka der Rotschnäbel

Hinzu kommt eine weitere Storchenhochburg: Gerhardshofen. Dort stieg die Anzahl der Tiere von 16 auf 21 Paare mit 40 Jungen in den Nestern. Auch hier können nicht alle Nester bleiben. In Diespeck wachsen in fünf Nestern insgesamt 15 Jungvögel heran. Das sind Zahlen, die vor 15 bis 20 Jahren im hiesigen Raum undenkbar waren. Damit kann man den unteren Aischgrund gut und gerne als das Mekka der Rotschnäbel bezeichnen. Aber auch der obere Bereich der Aisch beherbergt eine stattliche Anzahl von Storchenpaaren. In Ipsheim etwa gibt es zwölf Paare, vier davon ohne Bruterfolg mit teilweisem Ausfall erst in den vergangenen Tagen, aber immer noch mit 18 Storchenküken.

Trotz des Storchenbooms, der sich hauptsächlich auf die Aischachse und die früher nicht vorkommenden Kolonien konzentriert, gibt es weiße Flecken im Landkreis. Das Zenn- und Aurachtal ist trotz früherer Vorkommen bis heute nicht wieder besiedelt worden. Das gilt auch für die Stadt Scheinfeld und die Gemeinden Langenfeld und Markt Bibart, wo man sich über ein Heimischwerden freuen würde. Dies ist zwar wünschenswert, aber nicht beeinflussbar. Dass es grundsätzlich möglich ist, beweist das Beispiel in Burgbernheim. Seit 2018 gibt es wieder Adebars auf dem Dach des Feuerwehrhauses.

Die gefährliche Zeit des Ausfliegens bei den Jungstörchen beginnt und es gibt auch schon den ersten Todesfall zu beklagen. Das ist zwar bei der Gesamtzahl an Jungvögel nicht so tragisch ist, tut im Einzelfall aber immer weh.

ERWIN TAUBE

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