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Corona: Ressourcen der Kliniken umschichten

Rehakliniken könnten in Corona-Krise ein Faktor bei Landkreis-Versorgung sein. - 27.03.2020 13:10 Uhr

Kommt die Bad Windsheimer Klinik mit der Corona-Pandemie klar?

© Archiv–Foto: Bastian Lauer


Montag 21, Mittwoch 40, am Donnerstagabend 42. Auch der Landkreis ist endgültig vom Coronavirus erfasst. Die ersten Infizierten konnten mittlerweile nach 14 Tagen die Quarantäne verlassen und verstorbene Personen seien bis dato nicht zu beklagen, konnte das Landratsamt auch in seiner gestrigen Pressemitteilung berichten. Allerdings werden seit mehren Tagen an beiden Standorten der Kreiskliniken in Bad Windsheim und Neustadt an Covid-19 erkrankte Personen stationär behandelt. Das ließ die Kreisverwaltung auf mehrfache Nachfrage der WZ schriftlich verlauten. Wie viele es sind, war nicht zu erfahren.

Die Kreiskliniken schichten seit Tagen ihre Ressourcen um, heißt es. Seit 16. März sind alle planbaren Operationen verschoben, wir berichteten. "Durch diese schnelle Umsetzung konnten wir die für den Aufbau der zusätzlichen Intensivbetten notwendige medizinische Geräteausstattung und vor allem das hierfür dringend erforderliche Fachpersonal gewinnen", heißt es.

Im regulären Betrieb verfüge das Neustädter Klinikum über zehn Intensivbetten. Diese werden im Zusammenhang mit der Pandemie seit Wochen als Kriterium für die notwendige Ausstattung zur Behandlung schwer erkrankter Patienten herangezogen. In Vorbereitung auf eine Zunahme der Notfälle habe man die Kapazitäten in Neustadt auf 13 Betten ausgeweitet, in Bad Windsheim sollen ab kommenden Montag zehn Intensivbetten zur Verfügung stehen. "Eine weitere Kapazitätsausweitung ist seitens der Klinik vorbereitet, hier muss dem Klinikum seitens des Freistaats im Bedarfsfall noch die entsprechende Ausstattung zur Verfügung gestellt werden", heißt es. Doch was, wenn das nicht ausreicht? Ein Faktor bei der Versorgung des Landkreises könnten die Rehakliniken in Bad Windsheim sein. Per Pressemitteilung hatte die Dr.-Becker-Klinikgruppe darauf verwiesen, dass die Reha-Einrichtungen über nicht unerhebliche Kapazitäten verfügten, um die Akutkrankenhäuser in Deutschland zu entlasten.

Potential gemeldet

Auf Nachfrage erklärte Pressesprecherin Rebecca Jung, dass alle acht Einrichtungen des Unternehmens, zu denen auch die Kiliani-Klinik gehört, vergangene Woche ihr "Potenzial evaluiert und an die Behörden gemeldet" haben. Das gleiche bestätigte auch Sandra Skrzypale, Pressesprecherin der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern, Träger der Frankenland-Klinik.

Verschiebbare Behandlungen werden auch hier ausgesetzt, es werden nur noch Patienten aufgenommen, die nach Krankenhaus-Aufenthalten eine Anschlussheilbehandlung brauchen. Die Rehakliniken könnten letztlich sogar Covid-19-Patienten aufnehmen, sagt Jung. Die Kiliani-Klinik verfüge über jede Menge Einzelzimmer und ausgebildetes Pflegepersonal, außerdem habe man immer wieder mit Infektionen zu tun, wegen denen Patienten isoliert werden müssen. Es sei also denkbar, "leichte Fälle" in Reha-Einrichtungen zu verlegen. Ab welchem Zeitpunkt das im Landkreis ein Szenario wäre, könne sie nicht sagen. Es gelte jedoch, das "Gesundheitssystem im Ganzen zu denken".

Laut Auskunft des Landratsamtes stünden theoretisch "92 Betten unter Isolation" an beiden Standorten der Kreiskliniken zur Verfügung. "Diese Kapazität kann kurzfristig bei Bedarf um rund 35 Betten ausgeweitet werden", heißt es. Basis sei ein "hausübergreifendes Isolationskonzept" unter Berücksichtigung der Anforderungen des Robert-Koch-Instituts. Derweil wird betont, dass die reguläre Notfallversorung weiterhin vorgehalten werden kann. "Dies können wir für unser Bürger gewährleisten, sodass der Landkreis auch im Notfallbereich weiterhin gut aufgestellt ist."

Bastian Lauer

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