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Donnerstag, 27.06.2019

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Aufbau von Rehaklinik: Sechs Monate in Shanghai

Leitende Bad Windsheimer Physiotherapeutin leistete Hilfe - 27.03.2019 19:15 Uhr

Katja Knocke aus dem Dr. Becker PhysioGym Bad Windsheim unterstützte sechs Monate lang den Aufbau einer neurologischen Rehaklinik in Shanghai. © privat


Die Dr. Becker Unternehmensgruppe, zu der auch die Dr. Becker Kiliani-Klinik und das angegliederte Therapiezentrum Dr. Becker PhysioGym Bad Windsheim gehören, gilt als Qualitätsführer im Bereich der neurologischen Rehabilitation. Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim, das international die neurologische Reha nach westlichen Standards etabliert, arbeitet daher bereits seit einigen Jahren erfolgreich mit der Unternehmensgruppe zusammen.

2017 trat Boehringer Ingelheim mit der Frage an die Dr. Becker Unternehmensgruppe heran, ob ihre Therapeuten/innen beratend beim Aufbau der chinesischen Klinik vor Ort mitwirken wollten: "Für mich war das ein echter Glücksgriff", freut sich Knocke. "Ich liebe das Leben im Ausland! Im Rahmen meines Studiums und einiger Praktika habe ich bereits ein paar Jahre woanders gelebt. Aber es ist gar nicht so leicht in unserem Beruf Auslandserfahrung zu sammeln, da unsere Abschlüsse nicht überall anerkannt werden." Sie sei daher sofort begeistert gewesen und froh, dass ihre Kollegen ihr Vorhaben unterstützten. "Für meine Wohnung in der Nähe der Rehaklinik in Shanghai war gesorgt, und auch mit den Vertragsergänzungen war alles gut geregelt." Für die Zeit in Shanghai habe sie ihren Vertrag mit Dr. Becker beibehalten und einen Auslandszuschlag erhalten.

Chinesische Reha - Same but different

Die deutschen Therapeuten/innen unterstützen chinesische Kollegen/innen bei der Etablierung von Prozessen, Dokumentation und der Entwicklung von Therapien. "Die therapeutische Ausbildung ist in China etwas anders strukturiert. Chinesische Therapeuten sind nicht wie wir, auf Logopädie, Ergo- oder Physiotherapie spezialisiert, sondern haben ihre Ausbildung in genereller Rehabilitationswissenschaft abgeschlossen", berichtet Katja Knocke. In China bekäme auch nur etwas mehr als die Hälfte aller Schlaganfallpatienten/innen überhaupt eine Reha angeboten – in Deutschland liege die Quote mit über 80 Prozent bedeutend höher. Und die chinesischen Patienten/innen seien besonders motiviert: "Sie wollen so gut wie gar keine Pausen zwischen ihren Therapieeinheiten – dabei sind diese wichtig. Man sollte den Körper nicht gleich überfordern. Die Patienten in Fernost muss man da manchmal etwas bremsen", erzählt Knocke schmunzelnd.

Nach ihrem Shanghai-Aufenthalt hat sie noch einen Monat lang Neuseeland bereist: "Die Hälfte der Strecke hatte ich ja quasi schon hinter mir!" Ihre Aufgaben hatte sie noch vor Ort an einen Kollegen aus dem Therapiezentrum der Dr. Becker Rhein-Sieg-Klinik in Nümbrecht, Nordrhein-Westfalen, übergeben. "In dem halben Jahr haben wir einiges geschafft", so Knocke. "Wir haben mit den chinesischen Kollegen Gruppentherapien etabliert und einen systematischen Einarbeitungsplan für neue Mitarbeiter entwickelt." Außerdem würden sich kontinuierlich mehr Patienten in der Privatklinik behandeln lassen: "Unsere Arbeit scheint sich langsam herumzusprechen."

Noch bis Ende 2020 unterstützt die Dr. Becker Unternehmensgruppe den Aufbau der Klinik in China. Bis dahin können Physiotherapeuten/innen mit Erfahrung in der Neurologie für sechs Monate entsendet werden. Sofern intern keine Interessenten für den Auslandsjob gefunden werden, können sich Externe bei der Personalreferentin der Dr. Becker Unternehmensgruppe, Gaby Borsum, bewerben (gborsum@dbkg.de). 

nb

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