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Dienstag, 14.07.2020

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Adé Winterquartier: Störche sind zurück im Aischgrund

Ein Storchenpaar aus Schauerheim überwinterte direkt dort - 14.02.2020 10:15 Uhr

Sie sind wieder da: Ein Trupp von etwa 55 Winterstörchen hat sich in den Aischwiesen bei Diespeck niedergelassen. Tiere, die dagegen in Afrika überwintern, werden erst einen Monat später zurückkommen. Bis zur Brut ist es aber ohnehin noch etwas hin.Foto: Erwin Taube © Foto: et


Derzeit vermischen sich Überwinterer und Zugstörche, sodass man erst durch Ringablesung sicher sagen kann, ob es sich um Rückkehrer handelt.

Das frühe Erscheinen zeigt, dass sie nicht in Afrika, sondern in Spanien überwintert haben müssen. In Ipsheim standen am vergangenen Sonntag bis zu zehn Störche auf dem Kastenbau, darunter einige Winterstörche, aber auch mindestens ein Zugstorch mit der Ringnummer SE050. Es handelt sich um eine bekannte Storchendame, die 2007 in der Schweiz als Nestling beringt wurde, schon auf der Bad Windsheimer Spitalkirche und der Lenkersheimer Kirche brütete und seit 2017 Brutstorch auf dem Ipsheimer Kastenbau ist.


Er kam durchs Fenster: Storch verirrt sich ins Ehebett 


Erstaunlich, wie zielgenau die Rückkehrer ihren Horst ansteuern. Das trifft auch auf ein Männchen zu, welches zwei Tage später auf dem Nest des südlichen Kirchturmeckes in Ipsheim stand, genau dort, wo es seit zwei Jahren zu Hause ist. In Uehlfeld und Gerhardshofen ist ebenfalls schon der ein oder andere Horst mit Rückkehrern besetzt.

Noch vor etwa 14 Tagen sorgte ein größerer Storchentrupp mit bis zu 60 Vögeln für Aufsehen. Dieser war in den Wiesen des unteren Aischgrundes, auf und in der Nähe der Dettendorfer Deponie und beim Übernachten auf der Evangelischen Kirche in Neustadt zu beobachten. Von diesen konnten einige Ringstörche abgelesen werden. Darunter je ein Brutstorch aus Uehlfeld und Unterlaimbach und drei Jüngere, die 2018 im Landkreis beringt wurden. Die meisten aus diesem Trupp stammen nicht aus unserem Landkreis. Somit hält sich deren Anzahl noch in Grenzen.

Ring in Orange mit schwarzer Schrift

Beim Ablesen gab es jedoch eine Überraschung. Ein Storch trug im Gegensatz zu unseren ELSA-Ringen einen besonderen Ring, nämlich einen runden länglichen orangenen Kunststoffring mit schwarzer Inschrift. Diese werden seit 2019 zur Beringung junger schwedischer Störche verwendet. Demnach hat dieser Storch den Weg bis zu uns gefunden, um hier zu überwintern.

Heike Seefried, Storchenbeobachterin aus Gerhardshofen, hat an anderer Stelle zwei weitere heimische Brutstörche dokumentieren können, die es vorzogen, den Winter hier zu verbringen. Einer vom Diespecker Gemeindehaus und einer vom Storchennest in Oberhöchstädt. Von einem schon viele Jahre überwinternden Ipsheimer Männchen fehlt jede Spur. Wenn es noch am Leben ist, müsste es in den nächsten Tagen auftauchen.

Seinen eigenen Weg geht ein Storchen-Paar aus Schauerheim, welches schon seit zwölf Jahren nicht mehr abzieht, sondern den Winter hier verbringt. Es ist stets allein in den nahen Wiesen zu sehen, ohne sich einem Trupp anzuschließen, und kehrt auch abends auf den eigenen Horst zum Übernachten zurück.

In den nächsten Tagen werden weitere Zugstörche eintreffen. Bleibt abzuwarten, ob alle zurückkommen, und vor allem, ob die neuen Standorte Burgbernheim und Schwebheim wieder mit Storchenleben erfüllt werden. Der einzige Storch im Landkreis mit einem Sender, ein Weibchen mit dem Namen "Schweizeried 1", 2018 und 2019 in Külsheim brütend, ist noch unterwegs und befand sich am 12. Februar bei Zaragoza in Spanien. Bis zum Nestbau und der Brut ist noch viel Zeit. Störche, die in Afrika überwintern, kommen ohnehin einen Monat später.

Erwin Taube

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