Donnerstag, 24.10.2019

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MediaLab in Ansbach soll Innovationsschub bringen

"Kleine Schwester" der Münchner Einrichtung bietet reichlich Platz für Ideen - 18.04.2019 15:23 Uhr

Gemeinsame Freude über die Eröfnung des MediaLabs in Ansbach: BLM-Präsident Siegfried Schneider, MediaLab-Standortleiter Sebastian Haas, Hochschulpräsidentin Dr. Ute Ambrosius, Lina Timm, Leiterin des MediaLabs in München, Prof. Renate Hermann von der Hochschule Ansbach und Florian Herrmann, Leiter der bayerischen Staatskanzlei (v.l.n.r.). © Matthias Oberth


"Wir wollen Leute zusammenbringen, die Bock haben, was Neues zu machen", brachte Lina Timm, die Geschäftsführerin des Media Labs München die Zielsetzung auf den Punkt. Was in der Landeshauptstadt seit vier Jahren erfolgreich betrieben wird, dort sind in insgesamt 27 Neugründungen 115 Arbeitsplätze geschaffen worden, soll nun auch in Westmittelfranken starten.

Warum Ansbach als Standort in Nordbayern zum Zuge kam, ist leicht zu erklären: Die Nähe zur medienaffinen Hochschule gab den Ausschlag, dieses Dezentralisierungsprojekt in der Residenzstadt anzusiedeln. Der für Medienpolitik zuständige Leiter der Staatskanzlei, Florian Herrmann (CSU), sprach bei der Eröffnung der digitalen Ideenschmiede "von einem guten Tag", der die Chancen der Digitalisierung mit dem hochinteressanten Bereich der Medien vernetze.

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Große Freude über Eröffnung des MediaLabs in Ansbach

Ein Ort zur Entwicklung innovativer Ideen soll es sein. Das MediaLab, das als „kleine Schwester“ des seit vieren Jahren bestehenden Münchner MediaLabs jetzt in Ansbach eröffnet wurde. Gefeiert wurde die Eröffnung mit Vertretern aus Politik, Medienunternehmen und der Hochschule Ansbach.


Von den insgesamt sechs Milliarden Euro, die das Land in Digitalisierung investieren will, fließen 2019 zwar nur zwei Millionen in die Media Labs München und Ansbach, doch die damit verbundenen Erwartungen sind hoch. Herrmann nannte ein Beispiel aus der Arbeit des Münchener Labs: Dort sei quasi als Gegenentwurf zu den Filterblasen, in denen immer mehr Netznutzer landen, eine Suchmaschine entwickelt worden, die ganz bewusst auch anderslautende Treffer als lesenswert markiere. Das Phänomen der "Echokammern kann dadurch bekämpft werden".

Wie offensiv die Hochschule Ansbach die Chance, bei solchen zukunftsweisenden Vorhaben mitzuwirken, anpackt, belegt der in den selben Räumlichkeiten in der Altstadt angesiedelte und gleichzeitig mit dem Media Lab eröffnete Pixel Campus. Dieses "Schaufenster" soll nach Ansicht der Hochschule-Präsidentin Prof. Ute Ambrosius "die vielfältigen multimedialen Fertigkeiten und Projekte der Hochschule sichtbar machen". Künftig will Ambrosius in jedem Studiengang die Anwendungskompetenz für Künstliche Intelligenz verankern.

Ansbach könne als "Leuchtturm" weit über Westmittelfranken hinaus strahlen. Das sieht auch Siegfried Schneider so. Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) verwies auf die Bedeutung der Media Labs und auf bereits bestehende Vernetzungen mit New York, eine Kooperation mit Tel Aviv sei angefragt.

Diesen Ball nahm die Ansbacher Oberbürgermeisterin Carda Seidel gerne auf: Beide betonten, wie wichtig es sei, Talente anzulocken, um Start Ups in der Region zu verankern. Media-Lab-Standortleiter Sebastian Hass präsentierte das Angebot der nächsten Wochen: Von einer Ringvorlesung über Workshops für Gründer bis hin zu Co-Working-Arbeitsplätzen reicht die Palette.

Dass eine Rakete als Hintergrund für das Eröffnungsfoto ausgewählt wurde, war sicherlich kein Zufalle: Ansbach soll abheben ins digitale Medienzeitalter.

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