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Freitag, 03.07.2020

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Neuer Investor legt Nürnbergs Uni-Pläne wieder auf Eis

SPD attestiert bereits jetzt zweiten Fehlstart für ambitioniertes Projekt - 30.06.2020 05:37 Uhr

Nördlich des Nordwestrings liegt das Verwaltungsgebäude, in dem sich die Europazentrale des Tiefkühlproduzenten Froneri Schöller befindet. Es wurde jetzt ebenso verkauft wie die riesigen Kühlhallen westlich davon. © Foto: Horst Linke


Ein Hamburger Familienkonzern hat dem Freistaat offenbar das Schöller-Areal am Nordwestring vor der Nase weggeschnappt. Das hat gravierende Folgen: Für den dort seit längerem geplanten pädagogischen Uni-Campus muss ein anderer Standort her. Das ebenfalls hier vorgesehene städtische Gymnasium wird wohl nach Nürnberg-Langwasser ausweichen können.

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In einer kleinen Halle in Nürnberg begann Theo Schöller 1937 mit der Herstellung des ersten Stieleises in Serienproduktion. Mit nur vier Geschmacksvarianten ging sein junges Unternehmen damals an den Start. Doch schon bald prägte Schöller Nürnbergs Wirtschaft und Kulturlandschaft. Anlässlich des 100. Geburtstages des Unternehmers - Theo Schöller wurde am 18. Juni 1917 geboren und starb am 23. Juni 2004 - eine Zeitreise durch ein wichtiges Kapitel fränkischer Wirtschaftsgeschichte.


Weil die Bertelsmann-Tochter Prinovis ihren Betrieb dort 2021 aufgeben wird, will die Stadt hier zuschlagen. Über den Kauf des Druckereigrundstücks werde bereits verhandelt, hieß es gestern im Nürnberger Baureferat. Hier favorisierte man den Süden der Stadt ohnehin, weil es für 150 000 Menschen in diesem Bereich bislang nur zwei Gymnasium gebe.

SPD attestiert zweiten Fehlstart

Die Hamburger May & Co-Holding, die bislang vor allem in Norddeutschland in Logistikzentren und Hotels investiert hat, ist neue Besitzerin des fünf Hektar großen Schöller-Grundstücks in verkehrsgünstiger Lage. Mit im Boot sitzt die Nürnberger Alpha-Gruppe (Sebalder Höfe, Augustinerhof), die das Areal mit seinen riesigen Kühllagern gewerblich entwickeln wird.


Nürnberg: Am Schöller-Areal soll künftig studiert werden


Grund genug für die Sozialdemokraten im Nürnberger Rathaus, dem Freistaat einen zweiten Fehlstart beim Kauf eines Uni-Grundstücks in der Stadt zu attestieren. Schon beim Versuch, Teile der Technischen Universität Auf AEG zu installieren, sei der Freistaat gescheitert.

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