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Mit 26 Jahren: Eva Lettenbauer ist neue Chefin der Grünen

Landtagsabgeordnete setzt Fokus auf Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit - 20.10.2019 14:10 Uhr

Eike Hallitzky (links) und Eva Lettenbauer (Mitte), das Führungsduo der bayerischen Grünen, sowie Helga Stieglmeier frauenpolitische Sprecherin und Mitglied des Landesvorstandes. © Karl-Josef Hildenbrand, dpa


Eva Lettenbauer ist neue Vorsitzende der bayerischen Grünen. Auf dem Parteitag am Sonntag in Lindau setzte sich die Landtagsabgeordnete mit 63,2 Prozent der Stimmen klar gegen die Kommunalpolitikerin Judith Bogner mit 23,9 Prozent durch.

Mit gerade einmal 26 Jahren ist Lettenbauer die bislang jüngste Vorsitzende in der 40-jährigen Geschichte der bayerischen Grünen. In ihrer Bewerbungsrede hatte sie den Delegierten zugerufen, sie wolle "mit euch, für euch und für eine lebendige Partei in ganz Bayern Politik machen". Gemeinsam wolle man die Grünen schlagkräftiger machen, sagte sie und stimmte ihre Partei auf einen harten Kommunalwahlkampf ein - mit der CSU als dem klaren Hauptgegner.

Klare Favoritin

Lettenbauer tritt die Nachfolge der langjährigen Chefin Sigi Hagl an. Nach sechs Jahren im Vorstand räumte Hagl den Platz, weil sie bei der Kommunalwahl für den Oberbürgermeister-Posten in Landshut kandidiert.

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Wer als Bürgermeister in Bayern gewählt wird, der kann sich fast unendlich oft wiederwählen lassen. Allerdings gibt es eine Altersgrenze: An dem Tag, an dem die Amtszeit beginnt, darf der Gewählte nicht älter als 67 Jahre sein. Da davor aber genug Zeit bleibt, gibt es in der Region einige Bürgermeister die sehr lange in ihrem Amt waren.


Die 26-Jährige wurde auf zwei Jahre gewählt und führt die Partei künftig gemeinsam mit dem Co-Vorsitzenden Eike Hallitzky. Die beiden Mitglieder der Doppelspitze werden abwechselnd jährlich neu gewählt.


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Lettenbauer, die von 2015 bis 2018 Vorsitzende der Grünen Jugend in Bayern war, war als klare Favoritin ins Rennen um den Landesvorsitz gegangen. Sie erhielt 201 von 318 abgegebenen Stimmen. Für Bogner votierten 76 Delegierte. 28 Delegierte stimmten mit Nein und lehnten damit beide Kandidatinnen ab, zudem gab es 13 Enthaltungen. Katharina Schulze, Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Landtag, gratulierte Lettenbauer: "Ich freu mich so, dass es die Eva geworden ist." Co-Landeschef Hallitzky nannte Lettenbauer eine "ideale Partnerin".

Höhenflug der Partei

Mit Blick auf die Kommunalwahl 2020 sagte die gebürtige Oberbayerin: "So vieles dort in den Kommunen kann geleistet werden, um Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit in Bayern endlich voranzubringen." Mit einem "wirksamen Klimaschutzkonzept" wolle sie die CSU herausfordern.


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Die Grünen befinden sich auch in Bayern seit einiger Zeit auf einem Höhenflug. Im Landtag wurden sie vergangenes Jahr klar die zweitstärkste Kraft. Erklärtes Ziel ist es nun, auch bei den bayerischen Kommunalwahlen im kommenden Jahr zuzulegen und deutlich mehr Mandate zu holen als bei der vergangenen Wahl. Deshalb baut die Partei ihre landesweite Präsenz in den Kommunen immer weiter aus.

Starke Sozialpolitik

Neben dem Klimaschutz will die neue Vorsitzende vor allem in der Sozialpolitik stärkere Akzente setzen. Die Ideen der Grünen dazu müssten hörbar werden. Sie forderte: "Stellen wir ein gutes Leben für alle sicher." Bereits am Samstag hatten die Grünen zwei Leitanträge zur Kommunalwahl und zu sozialer Gerechtigkeit beschlossen.

Lettenbauer hatte vorab angekündigt, im Falle einer Wahl aus dem Vorstand der Landtagsfraktion zurückzutreten. In dem Gremium war sie bislang stellvertretende Parlamentarische Geschäftsführerin.

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dpa

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