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Kommentar: Höckes Plan geht voll auf

Die AfD schafft es erneut, sich mit einem Eklat Aufmerksamkeit zu verschaffen - 16.09.2019 11:05 Uhr

Spitzenkandidat der AfD für Thüringen: Björn Höcke. © Odd Andersen/afp


Die AfD ist in der politischen Auseinandersetzung nicht gerade zimperlich, schon gar nicht ihr rechter Flügel. Das ließ sich erst am Wochenende in Greding beobachten, wo die politischen Gegner wahlweise als "Stiefellecker" oder  "Hure" bezeichnet wurden. Das Austeilen fällt der Partei also leicht.

Das Einstecken offenbar weniger. Oder wie sonst soll man die Worte von Höckes Pressesprecher deuten, die Fragen des ZDF hätten den Thüringer AfD-Landeschef "stark emotionalisiert" und sollten nicht ausgestrahlt werden?

Eine Kleinpartei bestimmt den Diskurs

Der Eklat war womöglich kalkuliert, bringt er Höcke doch wenige Wochen vor der Landtagswahl enorme Aufmerksamkeit ein - und die Chance, sich einmal mehr als Opfer kritischer (oder wie man in der AfD sagt: voreingenommener) Medien darzustellen. Eine Strategie, die - nebenbei bemerkt - jüngst auch der Nürnberger Bundestagsabgeordnete Martin Sichert anwendete, indem er unserer Redaktion die Veröffentlichung eines Interviews untersagte. Begründung: "tendenziöse Fragestellungen".

Mit Eklats Aufmerksamkeit erzeugen: Dass diese AfD-Strategie aufgeht, ist vor allem aus einem Grund problematisch: Weil eine Partei, die in bundesweiten Umfragen gerade einmal bei 12 bis 15 Prozent steht, den politischen Diskurs dominiert. Ein Diskurs, der sich damit zwangsläufig immer weiter nach rechts verschiebt.

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