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Deutsche Wirtschaft warnt Johnson vor Chaos-Brexit

Künftiger Premier müsse sich für geordneten Übergang einsetzen - 23.07.2019 14:56 Uhr

Should they stay, or should they go? Die deutsche Wirtschaft warnt jedenfalls vor einem Chaos-Brexit. © NIKLAS HALLE'N, AFP


Die deutsche Wirtschaft hat den künftigen britischen Premierminister Boris Johnson vor einem ungeordneten Brexit gewarnt. "Drohungen aus London, ungeordnet aus der EU auszuscheiden, sind schädlich und kommen wie ein Bumerang zurück", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang am Dienstag. "Sie verstärken die bereits eingetretenen Schäden in der Wirtschaft."

Der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Holger Bingmann, sagte, mit der Wahl des "Hardliners und Brexiteers" Johnson wachse die Gefahr eines No-Deal-Brexits. Die EU müsse aber zu ihren Entscheidungen stehen, um ihre Glaubwürdigkeit nicht aufs Spiel zu setzen. "Trotzdem sollte man sich in Brüssel darauf verständigen, dass eine Fristverlängerung unter den richtigen Voraussetzungen möglich bleibt, sofern damit ein ungeordneter Austritt abzuwenden ist."

Brexit notfalls am 31. Oktober?

Johnson will das Abkommen über den EU-Austritt seines Landes mit Brüssel neu verhandeln. Seine Vorgängerin Theresa May war mit dem Deal im Parlament drei Mal gescheitert. Die Europäische Union lehnt aber jegliche Änderung an dem Abkommen ab. Johnson will daher notfalls am 31. Oktober ohne Austrittsvertrag ausscheiden.

Am 20. Juli 2019 demonstrieren Brexit-Gegner gegen Boris Johnson. © TOLGA AKMEN, AFP


DIHK-Präsident Eric Schweitzer sagte, der Brexit sei bereits jetzt eine große Belastung für die deutsche Wirtschaft. "Die neue britische Regierung hat immer noch die Chance, die negativen Folgen des Brexit für die Wirtschaft auf beiden Seiten des Kanals zu begrenzen. Die Unternehmen benötigen endlich einen klaren Fahrplan."

BDI-Hauptgeschäftsführer Lang sagte, die Wirtschaft brauche jetzt dringend eine Regierung im Vereinigten Königreich, die durchsetzbare Entscheidungen fälle. Johnson müsse sich für einen geordneten Übergang einsetzen.

 

 

  

dpa

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