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Corona-Krise in den USA: Keine Entspannung in Sicht

Die Wirtschaft macht Druck auf Trump und spricht sich für eine Maskenpflicht aus - 03.07.2020 08:06 Uhr

US President Donald Trump äußert sich immer wieder skeptisch über eine Schutzmaskenpflicht. Nun macht die US-Wirtschaft druck auf das Weiße Haus und auch republikanische Gouverneure lenken ein.

© Michael Reynolds/imago images/MediaPunch


In der Corona-Pandemie ist in den USA keine Entspannung abzusehen. Angesichts eines Rekords von mehr als 50.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages versuchten Mitglieder der Corona-Arbeitsgruppe im Weißen Haus am Donnerstag bei einem Vor-Ort-Besuch im stark betroffenen Bundesstaat Florida zu beschwichtigen. "Wir sind buchstäblich in einer viel besseren Situation als noch vor zwei Monaten", sagte Vizepräsident Mike Pence und verwies auf die Vielzahl an Tests und Ansätzen zur Behandlung von Covid-19-Patienten. Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, sah sich angesichts des Infektionsgeschehens zu einer Kehrtwende gezwungen und ordnete eine weitreichende Maskenpflicht an.

Pence will in Florida Optimismus verbreiten

Pence, der die Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses leitet, setzte am Donnerstag in Florida seine Reisen in derzeit besonders betroffene Bundesstaaten im Süden des Landes fort. Zuvor war er schon in Texas und Arizona. Am Tag seines Besuchs überschritt die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen innerhalb eines Tages dort die Marke von 10.000 - ein Allzeithoch. Pence war bemüht, Optimismus zu verbreiten: Er wolle, dass die Menschen wachsam seien, aber er wolle sie auch bestärken. Florida habe alles, was es brauche, um diesem Moment zu begegnen.

Überraschende Kehrtwende in Texas

In Texas vollzog Gouverneur Greg Abbott angesichts des dramatischen Anstiegs der Neuinfektionen eine Kehrtwende. Der Republikaner ordnete am Donnerstag eine Maskenpflicht für alle Bezirke mit 20 oder mehr Corona-Fällen an. Damit könne die Ausbreitung des Virus nicht nur verlangsamt, sondern auch die Wirtschaft am Laufen gehalten werden, erklärte Abbott. Er folgte damit der Linie von mehr als einem Dutzend Bundesstaaten. Der Schritt war dennoch bemerkenswert. Abbott hatte im Juni noch gesagt: "Die Regierung kann nicht vorschreiben, dass Einzelpersonen Gesichtsmasken tragen müssen."

Der ungebrochene Widerstand Trumps

Der Widerstand von US-Präsident Donald Trump gegen die Schutzmaske scheint dagegen ungebrochen. Anders als viele andere Politiker zeigt er sich nicht mit Maske in der Öffentlichkeit und begründet dies immer wieder damit, dass er und die Leute um ihn herum stets auf das Virus getestet würden. Erst am Mittwoch äußerte sich der Republikaner skeptisch über eine landesweite Maskenpflicht.

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Am 20. Januar 2017 wurde der Immobilien-Milliardär Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Längst ist klar: Einen solchen Präsidenten hatten die USA noch nie. Ständig gibt es Show und Selbstlob, während Fehler immer auf die Kappe anderer gehen. Und in der Substanz: Abreißen, was seine Amtsvorgänger in 70 Jahren amerikanischer Außenpolitik aufgebaut haben.


Trump soll sich am Freitag auf den Weg nach South Dakota machen, wo er am Abend (Ortszeit/Samstag MESZ) am berühmten Präsidenten-Denkmal von Mount Rushmore an den Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag inklusive umstrittenen Feuerwerk teilnimmt. Gouverneurin Kristi Noem hatte die Menschen zum Kommen aufgerufen und gesagt, dass Masken verteilt würden, aber nicht verpflichtend seien. In anderen Bundesstaaten wie Kalifornien wurden vor dem langen Feiertagswochenende Restriktionen verhängt, um Menschenansammlungen zu verhindern.

Wachsender Druck aus der Wirtschaft

Führende Wirtschaftsvertreter appellierten an das Weiße Haus, es müsse in Zusammenarbeit mit den Gouverneuren Regelungen für das verpflichtende Tragen von Masken in der Öffentlichkeit ausarbeiten. Die vergangenen Wochen hätten bewiesen, dass auf Freiwilligkeit basierende Richtlinien nicht ausreichten, um die Gesundheit der Menschen zu schützen, hieß es in einem offenen Brief, der unter anderem vom Vorstandsvorsitzenden der US-Handelskammer unterzeichnet wurde. Ohne stärkere Maßnahmen zur Eindämmung der Virusausbreitung drohe Amerika eine "weitere Runde an Shutdowns, weitreichenden Beschränkungen für nicht essenzielle Betriebe und irreparablen wirtschaftlichen Schaden".

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Gute Nachrichten - aber neues Unheil droht

Die Wirtschaft des Landes, die empfindlich von der Pandemie getroffen wurde, ist Trump wenige Monate vor der Wahl im November ein wichtiges Anliegen. Am Donnerstag bejubelte er im Weißen Haus die rasche Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt, die "alle Erwartungen übertroffen" habe. Die am Donnerstag veröffentlichte Arbeitslosenquote fiel stärker als erwartet von 13,3 Prozent im Mai auf 11,1 Prozent im Juni. Fast fünf Millionen Amerikaner haben im Juni wieder Arbeit gefunden. Doch die positiven Nachrichten sind mit Vorsicht zu genießen - denn wegen der Zuspitzung der Lage im Süden des Landes droht neues Unheil. Die Arbeitslosenquote für Juni beruhte auf Daten, die nur die Situation bis zur Mitte des Monats abbildeten. Mögliche Auswirkungen der jüngsten Zuspitzung spiegelten sich darin deshalb noch nicht wider.

Die Zahlen

Nach Berechnung von US-Medien haben mindestens 20 Staaten infolge der rapide steigenden Infektionszahlen die phasenweise Wiedereröffnung der Wirtschaft gebremst, pausiert oder Lockerungen gar zurückgenommen. Insgesamt wurden in den USA seit Beginn der Pandemie mehr als 2,7 Millionen Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 nachgewiesen, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins hervorgeht. Fast 130.000 Menschen starben nach einer Erkrankung mit Covid-19.


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dpa

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