Sonntag, 17.11.2019

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Zeit für Experimente: Bachwoche Ansbach beginnt

Die Bachwoche Ansbach geht mit eigenem Festivalorchester an den Start - 25.07.2019 15:02 Uhr

Geigerin Isabelle Faust ist eine der weltweit gefragten Interpreten bei der diesjährigen Ansbacher Bachwoche. © Hans von Draminski


Ja, in diesem Jahr geht es wirklich Schlag auf Schlag: Nach der Internationalen Orgelwoche Nürnberg, den Gluck-Festspielen und dem noch laufenden "Fränkischen Sommer" werden morgen die Bayreuther Festspiele eröffnet, und tags darauf steht der Startschuss bei der Bachwoche Ansbach an (bis 4. August).

Deren auffälligste Neuerung: Statt durchreisender Gastkollektive setzt man nun wieder wie zu den seligen Zeiten der "Solistengemeinschaft" auf ein eigenes Festivalorchester. "Damit befinden wir uns mit unseren Künstlern im ständigen Austausch und können auch direkt auf uns zugeschnittene Programme erarbeiten", erläutert Bachwochen-Geschäftsführer Christian Mall diese programmatische Ausrichtung.

Das Orchester nennt sich "Il Gusto Barocco" (also: barocker Geschmack) und wird von dem Stuttgarter Cembalo- und Orgelprofessor Jörg Halubek (41) geleitet. Er gehört zu jenen, die die alten ideologischen Grabenkriege zwischen eher romantischer Bachdeutung und den historisch-informierten Exegeten überwinden: "Ich glaube, es ist die Spannung zwischen Virtuosität und Kontrapunkt, zwischen Freiheit und Disziplin, die uns bei Bach so fasziniert."

Ansbach steht ab Freitag wieder ganz im Zeichen der Bachwoche. Diesmal gibt es sogar ein eigens zusammengestelltes Festivalorchester. © Foto: PR


Trotz dieser "Eigenkreation" haben sich wieder eine ganze Menge Größen aus der internationalen Bach-Pflege in der mittelfränkischen Residenzstadt angesagt: Geigerin Isabelle Faust oder Bratschist Nils Mönkemeyer mischen da ebenso mit wie Schlagzeuger Simone Rubino oder Dieter Ilg mit seinem Jazz-Trio. Darüber hinaus werden in Ansbach auch Trompeter Simon Höfele, das fantastische Leipziger Vokalquartett Amarcord, der vielseitige Tastenmeister Kristian Bezuidenhout, Blockflöten-Fee Dorothee Oberlinger und das innovative Klavierduo Ya’ara Tal und Andreas Groethuysen erwartet.

Das experimentierfreudige Ensemble Resonanz aus Hamburg bietet wahrscheinlich das ungewöhnlichste Projekt an: Butoh-Tänzer und Choreograf Tadashi Endo tanzen Bach altasiatisch (27. Juli, 20 Uhr in der Johanniskirche).

Alle Brandenburgischen Konzerte

Der Windsbacher Knabenchor steuert das "Himmelfahrtsoratorium" bei und Hans-Christoph Rademann wird zusammen mit der Gaechinger Cantorey zum Abschluss des Musikfests die "Johannespassion" in der spätesten Fassung von 1749 vorstellen. Und Intendant Andreas Bomba hat eine Werkgruppe zum Rückgrat der diesjährigen Bachwoche ernannt: Es kommt zur Gesamtaufführung aller "Brandenburgischen Konzerte". Na denn: Bach!

InfoWeitere Informationen und Tickets: www.bachwoche.de

JENS VOSKAMP

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