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Streik beim BR: Programmablauf zwei Tage lang gestört

Es kommt zu Sendeausfällen in Radio und Fernsehen - 14.11.2019 18:02 Uhr

Die Gewerkschaften Bayerischer Journalisten-Verband (BJV) und Verdi haben beim BR zu einem 48-Stunden-Warnstreik in Fernsehen, Rundfunk und Online-Angeboten aufgerufen. © Sven Hoppe, dpa


Der Tarifkonflikt beim Bayerischen Rundfunk (BR) führt durch einen 48-stündigen Streik erneut zu Sendeausfällen in Radio und Fernsehen. Die BR-Hörfunkwellen mussten am Donnerstag ihr Programm einschränken, im TV ersetzte die ARD-Anstalt Live-Sendungen wie die "Abendschau" durch Archivbeiträge. Der Streik soll wie geplant auch den ganzen Freitag andauern, kündigten der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) und die Gewerkschaft Verdi an.

In der laufenden Tarifrunde war es beim BR bereits seit Mitte September zu Sendeausfällen durch Streikaktionen gekommen - erstmals in der Geschichte der öffentlich-rechtlichen Anstalt. Zu den Aktionen aufgerufen sind diesmal alle Betriebsteile des BR für Hörfunk, TV und Online im gesamten Freistaat.

Die Tarifverhandlungen betreffen nach Senderangaben rund 3500 feste Mitarbeiter und knapp 1700 arbeitnehmerähnliche freie Mitarbeiter sowie gut 400 Gagenempfänger.

Der BJV fordert ein Plus im Gesamtvolumen von 7,8 Prozent für eine Laufzeit von 33 Monaten. Die Gewerkschaft Verdi verlangt bei einem mehrjährigen Abschluss im Paket mindestens 3,2 Prozent pro Jahr. Der BR bietet aktuell eine Erhöhung um jeweils 2,1 Prozent für 2019 und 2020 an.

Geht um Wertschätzung

Die nächste Verhandlungsrunde ist am 27. November. Gestreikt wird in der gegenwärtigen Tarifrunde auch in anderen ARD-Anstalten immer wieder.

An einer Kundgebung in München vor dem BR-Hochhaus beteiligten sich am Donnerstag laut BJV rund 500 Menschen, am zweitgrößten Standort in Nürnberg seien es 100 gewesen. Der BJV-Vorsitzende Michael Busch widersprach der Kritik des BR, der Streik sei unverhältnismäßig. Es gehe hier nicht nur ums Geld, sondern vor allem auch um die Wertschätzung der Arbeit.

BR-Verwaltungsdirektor Albrecht Frenzel konterte: "Ein neuer Gehaltstarifvertrag muss sich am finanziell und gesetzlich Machbaren orientieren und darf auch in seinen Folgewirkungen die Akzeptanz des BR nicht gefährden."

dpa

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